Palantir galt in den vergangenen Jahren als einer der großen Profiteure des KI-Booms. Nach einer spektakulären Kursrally kühlt sich die Stimmung zum Jahresstart jedoch spürbar ab. Der Titel rutscht deutlich von seinem Hoch weg – und plötzlich rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie viel Anleger noch bereit sind, für die KI-Fantasie zu zahlen.

Deutliche Abkühlung nach Rekordjahren

Nach rund 2.300 % Kursplus in nur drei Jahren war die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Nun setzt eine merkliche Gegenbewegung ein: Gegenüber dem 52‑Wochen-Hoch von 194,17 € hat die Aktie inzwischen rund 27 % verloren. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich das Minus auf knapp 25 %, während die Performance über zwölf Monate mit gut 98 % immer noch außergewöhnlich stark ausfällt.

Charttechnisch zeigt sich damit eine klare Korrekturphase nach einer nahezu parabolischen Rally. Der Kurs liegt spürbar unter dem 50‑Tage-Durchschnitt, bewegt sich aber noch in der Nähe der 200‑Tage-Linie – ein Hinweis darauf, dass es bislang eher um eine scharfe Konsolidierung als um einen komplett gekippten Trend geht. Der hohe RSI von 78,8 signalisiert allerdings, dass die Aktie trotz Rückgangs zuvor stark überhitzt war.

Starke Zahlen, geteilte Einschätzungen

Fundamental wirkt der Rücksetzer zunächst paradox: Die zuletzt gemeldeten Zahlen fielen sehr dynamisch aus. Im dritten Quartal steigerten sich die Erlöse um 63 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders der US‑Kommerzkundenbereich stach hervor, dort legten die Umsätze um 121 % zu. Die Software für Unternehmenskunden – allen voran die Artificial Intelligence Platform (AIP) – entwickelt sich damit klar zum Wachstumstreiber.

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Trotz dieser Wachstumsraten ist das Bild an der Wall Street gespalten. Ein Teil der Analysten verweist auf die hohe Bewertung und zweifelt, ob das aktuelle Preisniveau gerechtfertigt ist, falls sich das Wachstum normalisiert. Andere verweisen auf die strukturellen Chancen rund um KI‑Anwendungen und trauen Palantir weiterhin überdurchschnittliches Wachstum zu.

Auch auf institutioneller Seite sind die Signale gemischt, aber nicht eindeutig negativ. So hat etwa Lbp Am Sa seine Beteiligung an Palantir jüngst um 49,4 % aufgestockt. Solche Zukäufe zeigen, dass größere Adressen die Korrektur durchaus als Gelegenheit sehen – ändern aber nichts daran, dass der Bewertungsdiskurs an Schärfe gewinnt.

Bewertung im Fokus

Im Kern drehen sich die aktuellen Diskussionen um die Frage, ob die marktweit gestiegenen KI-Prämien noch tragfähig sind. Palantir hat sich vom reinen Verteidigungs- und Regierungsdienstleister zu einem breit aufgestellten Anbieter von Unternehmenssoftware im KI‑Zeitalter entwickelt. Diese Neupositionierung – maßgeblich durch AIP getrieben – war die Grundlage für den enormen Kursanstieg der vergangenen Jahre.

Die aktuelle Schwächephase lässt sich daher auch als Neubewertung dieses „AI‑Aufschlags“ lesen. Ein Teil des Marktes scheint Gewinne mitzunehmen und Risiken stärker zu gewichten, während andere Investoren auf anhaltend hohes Wachstum setzen. Entscheidend wird in den kommenden Quartalen sein, ob Palantir das zuletzt gezeigte Tempo bei Umsatz und insbesondere im US‑Kommerzgeschäft bestätigen oder sogar ausbauen kann – denn nur dann lässt sich eine hohe Bewertungsprämie dauerhaft rechtfertigen.

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