Palantir Aktie: Hohe Spannung vor Zahlen
Palantir startet schwach in die zweite Januarhälfte. Nach einer steilen Rally im vergangenen Jahr nehmen Anleger Gewinne mit, gleichzeitig wächst die Unsicherheit über die hohe Bewertung. Entscheidend wird nun, ob der Datenanalyse-Spezialist mit den Februar-Zahlen seine ambitionierten Erwartungen untermauern kann.
Druck nach Rally – technische Signale kippen
Am Freitag schloss die Aktie bei 170,96 US-Dollar und verlor damit rund 3,5 Prozent. Damit setzt sich eine Serie von vier Verlusttagen in Folge fort. Auf Wochensicht ergibt sich ein Minus von knapp 4 Prozent, wobei der Titel auf Monatssicht immer noch deutlich im Plus liegt.
Der Rücksetzer folgt auf ein außergewöhnlich starkes Jahr: Auf Zwölfmonatsbasis liegt die Performance bei mehr als 150 Prozent, gleichzeitig notiert die Aktie gut 12 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch. Nach diesem Lauf ist der Markt offenbar sensibler geworden für jede Form von Enttäuschung.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt:
- Kurzfristiger Trend: mehrere schwache Tage in Folge
- Der Kurs liegt noch über den wichtigen gleitenden Durchschnitten (50, 100 und 200 Tage)
- Der RSI von 78,8 signalisiert einen überkauften Zustand
- Die hohe 30‑Tage-Volatilität von über 60 Prozent unterstreicht das nervöse Umfeld
Unterm Strich deutet dies eher auf eine überfällige Konsolidierung nach einer Übertreibungsphase hin als auf einen bereits etablierten Trendbruch.
Bewertung im Fokus – Bullen gegen Bären
Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht die Bewertung. Nach den jüngsten Kursanstiegen wird Palantir mit einem extrem hohen Gewinnvielfachen gehandelt. Die Skeptiker sehen darin ein klares Risiko: Sowohl das historische als auch das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis implizieren sehr hohe Wachstumsannahmen, die erst noch geliefert werden müssen. Der Rückgang seit Jahresbeginn werten viele Marktteilnehmer daher als „Bewertungskorrektur“, nicht als plötzlichen Stimmungsumschwung beim Geschäftsmodell.
Hinzu kommt: Insider-Verkäufe von Führungskräften wie Finanzvorstand David A. Glazer haben das Lager der Vorsichtigen gestärkt. Solche Transaktionen müssen zwar nicht zwingend eine negative Meinung zum Unternehmen widerspiegeln, werden von Privatanlegern aber oft als Warnsignal interpretiert.
Auf der anderen Seite stehen mehrere positive Signale von institutioneller Seite. Einige Adressen bleiben klar optimistisch und verweisen vor allem auf die Nachfrage nach der KI-Plattform AIP:
- Truist Financial hat die Aktie mit „Buy“ eingestuft und ein Kursziel von 223 US-Dollar ausgegeben.
- Citigroup hat ihr Ziel zuletzt auf 235 US-Dollar angehoben und begründet dies mit starkem Interesse an Palantirs KI-Lösungen.
- ASR Vermogensbeheer N.V. hat im dritten Quartal seine Position um 2,7 Prozent aufgestockt und zeigt damit langfristige Überzeugung.
Diese Spannbreite – von Bewertungsbedenken bis zu deutlich höheren Analystenzielen – erklärt die ausgeprägte Schwankungsbreite der Aktie.
Gemischte Ströme bei institutionellen Investoren
Bei den institutionellen Flows zeigt sich ein gemischtes Bild. Während Investoren wie ASR ihre Positionen ausbauen, reduzieren andere Fonds ihr Engagement. Besonders beachtet wird das Verhalten von Ark Invest um Cathie Wood, das seine Palantir-Bestände weiter verkleinert hat. Offiziell lässt sich das als Portfolioanpassung einordnen, am Markt erhöht es jedoch das verfügbare Angebot an Aktien.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Kapitalallokation von Chairman Peter Thiel, der zuletzt Gelder aus Nvidia in andere Tech-Schwergewichte umgeschichtet hat. Diese Bewegungen werden als Indiz dafür gesehen, dass führende Technologie-Investoren in einer reiferen Phase des KI-Zyklus selektiver vorgehen.
Februar-Zahlen als Wegweiser
Der nächste klare Orientierungspunkt ist der anstehende Quartalsbericht am 2. Februar 2026. Die aktuellen Konsensschätzungen liegen bei rund 1,34 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 0,21 US-Dollar.
Damit ist die Ausgangslage klar umrissen:
- Um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen, muss Palantir idealerweise die Erwartungen übertreffen und den Ausblick für 2026 anheben.
- Ein einfaches „im Rahmen der Prognosen“ dürfte für viele Anleger zu wenig sein, wenn man die sehr hohe Bewertung und den starken Kursanstieg des vergangenen Jahres berücksichtigt.
- Besonders sensibel reagiert der Markt auf Signale zur Wachstumsdynamik im US‑Kommerzgeschäft. Eine Abschwächung in diesem Segment könnte die laufende Korrektur verstärken.
- Umgekehrt könnte ein „Beat-and-Raise“-Szenario die jüngste Schwächephase schnell drehen und den Fokus wieder auf Kursregionen deutlich über 200 US-Dollar lenken.
Bis zur Veröffentlichung der Zahlen ist mit anhaltend hoher Volatilität zu rechnen, da sich der Markt zwischen technischen Unterstützungszonen im Bereich von etwa 150 US-Dollar und Analystenzielen jenseits von 200 US-Dollar auf eine neue Bewertungsspanne einpendeln muss.
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