Palantir sorgt wenige Wochen vor den Zahlen für das vierte Quartal für eine bemerkenswerte Spaltung unter Investoren: Während große Adressen ihre Positionen deutlich ausbauen, nutzen Insider das hohe Kursniveau für kräftige Verkäufe. Dazu kommen extrem hohe Bewertungskennzahlen und sehr starke Wachstumsraten – ein Mix, der die Diskussion über die Zukunft der Aktie weiter anheizt. Im Zentrum steht die Frage, ob das aktuelle Niveau den Beginn eines neuen Wachstumskapitels markiert oder den vorläufigen Höhepunkt eines Hypes.

Große Käufer, aktive Verkäufer

Neue Portfoliodaten vom heutigen Freitag zeichnen ein klares Bild auf der institutionellen Seite. Oversea-Chinese Banking Corp Ltd (OCBC) hat sein Engagement in Palantir im jüngsten Berichtszeitraum um 161,7 % auf 50.890 Aktien erhöht. Global Trust Asset Management legte im dritten Quartal um 11,5 % zu und zählt den Titel inzwischen zu seinen fünf größten Positionen.

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Diese Käufe fügen sich in das bullische Narrativ ein, das Citigroup in dieser Woche vorgezeichnet hat. Die US-Bank stufte Palantir am 12. Januar auf "Buy" hoch und setzte das Kursziel auf 235 US‑Dollar. Analyst Tyler Radke spricht von einem möglichen KI-getriebenen „Supercycle“ und rechnet mit einer Beschleunigung des Umsatzwachstums – mit der Perspektive, dass die Aktie 2026 die Marke von 200 US‑Dollar nachhaltig hinter sich lassen könnte.

Auf der anderen Seite stehen deutliche Gewinnmitnahmen. Ark Invest um Cathie Wood hat im Januar rund 58.000 Palantir-Aktien verkauft, nachdem der Kurs in den vergangenen zwölf Monaten um 163 % zugelegt hat. Noch stärker ins Gewicht fällt der Blick auf die Insidertransaktionen: In den vergangenen 90 Tagen summierten sich Verkäufe von Führungskräften und nahestehenden Personen auf rund 167,4 Mio. US‑Dollar. Unter anderem trennte sich Mitgründer Stephen Cohen Ende November von mehr als 308.000 Aktien, im Schnitt zu 163,99 US‑Dollar je Anteilsschein.

Der Markt hat diese Spannungen bislang erstaunlich gelassen verarbeitet. Der Kurs liegt aktuell bei 177,07 US‑Dollar und damit deutlich über den vielbeachteten Durchschnittslinien; zum 200‑Tage-Durchschnitt ergibt sich ein Aufschlag von knapp 25 %. Gleichzeitig signalisiert ein 14-Tage-RSI von 78,8 ein überkauftes Niveau – die jüngste Rally war also schnell und steil.

Wachstum rechtfertigt Prämie – aber wie lange?

Fundamental liefert Palantir Zahlen, die das hohe Interesse erklären. Im dritten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,18 Mrd. US‑Dollar, ein Plus von 62,8 % im Jahresvergleich. Besonders dynamisch wuchs das US‑Kommerzgeschäft, das auf Basis der AI-Plattform (AIP) um 121 % zulegte. Auch der Regierungsbereich legte mit einem Plus von 52 % stark zu.

Diese Wachstumsraten haben die Bewertung allerdings in Höhen getrieben, die weit über dem Markt liegen. Auf Basis der vergangenen zwölf Monate notiert Palantir bei einem KGV von rund 414, das erwartete KGV liegt noch immer bei etwa 173. Zum Vergleich: Der S&P‑500‑Durchschnitt bewegt sich um die 22. Aus Sicht klassischer Bewertungsmaßstäbe ist der Titel damit sehr teuer.

Entsprechend polarisiert sind die Analysten. RBC Capital bestätigte am 5. Januar ein "Sell"-Votum und sieht den fairen Wert bei lediglich 50 US‑Dollar – mit der Begründung, die aktuelle Bewertung setze nahezu perfekte Entwicklung voraus, die sich kaum dauerhaft durchhalten lasse. Truist wiederum startete die Beobachtung am 6. Januar mit "Buy" und einem Kursziel von 223 US‑Dollar. Die Spanne der Einschätzungen illustriert, wie unterschiedlich die Risiken und Chancen eingeschätzt werden.

Blick nach vorn: Zahlen am 2. Februar im Fokus

Kurzfristig richtet sich der Blick nun klar auf den 2. Februar 2026, wenn Palantir die Zahlen für das vierte Quartal vorlegt. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie von rund 0,23 US‑Dollar. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen das hohe Wachstumstempo aus dem dritten Quartal bestätigen oder sogar übertreffen kann – und ob der Ausblick die von Citigroup skizzierte KI‑„Supercycle“-Story stützt.

Technisch ist die Ausgangslage angespannt konstruktiv: Die Aktie notiert komfortabel über dem 200‑Tage-Durchschnitt, gleichzeitig hat die starke Rally den RSI tief in den überkauften Bereich getrieben. In Kombination mit den massiven Insiderverkäufen und der klaren institutionellen Nachfrage dürfte der Quartalsbericht am 2. Februar ein wichtiger Belastungstest werden: Fällt er stark genug aus, könnte das die aktuelle Bewertung untermauern und den Bullen weiteren Spielraum geben; bei Enttäuschungen wären Korrekturen angesichts des hohen Bewertungsniveaus und der überkauften Lage jedoch naheliegend.

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