Orsted meldet einen wichtigen juristischen Erfolg in den USA, während gleichzeitig der Druck von Ratingseite zunimmt. Ein US-Bundesgericht hat den Baustopp für das große Offshore-Projekt Revolution Wind vorläufig aufgehoben, Moody’s dagegen den Ausblick für die Bonität des Konzerns auf „negativ“ gesetzt. Die Aktie reagierte per Saldo schwächer.

Gericht stoppt Baustopp für Revolution Wind

Das US-Bezirksgericht für den District of Columbia hat am Montag eine einstweilige Verfügung erlassen, die den sofortigen Wiederanlauf der Bauarbeiten am Offshore-Windpark Revolution Wind erlaubt.

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Zentrale Punkte im Überblick:
- Revolution Wind ist laut Unternehmen zu rund 87 % fertiggestellt.
- Die US-Behörde BOEM hatte die Arbeiten am 22. Dezember 2025 wegen Bedenken zur nationalen Sicherheit gestoppt.
- Der zuständige Richter Royce Lamberth wies diese Begründung für den kostspieligen Baustopp nun zurück.

Orsted und Partner Skyborn Renewables (Global Infrastructure Partners) können damit die Arbeiten wieder aufnehmen. Der Windpark soll Haushalte in Rhode Island und Connecticut mit Strom versorgen und noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Die einstweilige Verfügung schafft operative Planungssicherheit für das nahezu fertige Projekt, auch wenn das Hauptverfahren zur Rechtmäßigkeit des ursprünglichen Stopp-Beschlusses weiterläuft.

Moody’s dreht Ausblick auf „negativ“

Parallel zu der positiven Gerichtsentscheidung veröffentlichte Moody’s eine Änderung seines Blicks auf die Kreditqualität von Orsted. Die Ratingagentur bestätigte zwar das langfristige Emittentenrating bei Baa2, senkte aber den Ausblick von „stabil“ auf „negativ“.

Damit signalisiert Moody’s, dass sich das Umfeld für das Unternehmen aus Sicht der Agentur eingetrübt hat und künftig stärkere Belastungen möglich sind. Die Änderung betrifft nicht nur projektspezifische Risiken, sondern spiegelt den allgemein anspruchsvollen Rahmen für Offshore-Windvorhaben wider.

Interne Personalie und Marktreaktion

Ebenfalls am 12. Januar gab Orsted eine Managementänderung bekannt. Anders Johannes Enghild übernimmt die Funktion des Head of Global Sustainability. Er ist seit mehr als fünf Jahren im Unternehmen und soll die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die globalen Projekte weiter vorantreiben.

Die Mischung aus juristisch positiver Nachricht, verschlechtertem Rating-Ausblick und interner Neuordnung führte am Markt zu keiner Entspannung. Die Aktie schloss gestern an der Nasdaq Copenhagen 2,15 % im Minus.

Ausblick: Fokus auf US-Projekte

Kurzfristig steht für Orsted die zügige Wiederaufnahme der Arbeiten an Revolution Wind im Vordergrund, um weitere Verzögerungen und Mehrkosten zu begrenzen. Gleichzeitig läuft ein ähnliches juristisches Vorgehen für das Sunrise-Wind-Projekt vor der Küste des US-Bundesstaates New York. Dieses Vorhaben ist derzeit zu rund 45 % fertiggestellt und ebenfalls von einem föderalen Baustopp betroffen.

Die Kombination aus rechtlichen Auseinandersetzungen, Projektfortschritt und einer eingetrübten Bonitätsperspektive sorgt für ein gemischtes Bild. Der nächste klare Orientierungspunkt für den Kapitalmarkt dürfte die Vorlage des vollständigen Jahresabschlusses sein, in dem Orsted Finanzlage, Projektstatus und Auswirkungen der jüngsten Entscheidungen konkret beziffern wird.

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