Oracle Aktie: Burry wettet dagegen
Oracle steckt in einem Dilemma. Einerseits verzeichnet der Tech-Konzern Rekordaufträge im Cloud- und KI-Geschäft, andererseits belasten eine Sammelklage wegen irreführender Anleihe-Informationen, explodierende Kreditausfallversicherungen und eine Short-Position des legendären Investors Michael Burry den Kurs. Am Donnerstag schloss die Aktie bei 189,86 Dollar – ein Tagesverlust von knapp zwei Prozent.
Anleger klagen wegen Milliarden-Anleihe
Kern der aktuellen Belastung ist eine Sammelklage von Anleihegläubigern, die Oracle vor einem New Yorker Gericht vorwerfen, Investoren bei einer Anleihe-Emission getäuscht zu haben. Die Kläger, angeführt vom Pensionsfonds der Ohio Carpenters, behaupten: Oracle habe am 25. September 2025 Anleihen im Wert von 18 Milliarden Dollar platziert – und dabei verschwiegen, dass der Kapitalbedarf für den Ausbau der KI-Infrastruktur, insbesondere für den 300-Milliarden-Dollar-Vertrag mit OpenAI, deutlich höher sei.
Nur sieben Wochen später musste Oracle demnach weitere 38 Milliarden Dollar über Kredite aufnehmen. Die Reaktion der Anleihemärkte war heftig: Die Kurse der betroffenen Bonds fielen spürbar, während die Kosten für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) auf Niveaus stiegen, die zuletzt während der Finanzkrise 2009 erreicht wurden. Mit einer Gesamtverschuldung von 108 bis 120 Milliarden Dollar gilt Oracle als am höchsten verschuldeter großer Technologiekonzern.
"The Big Short"-Investor positioniert sich
Zusätzlichen Druck erzeugt Michael Burry, bekannt für seine erfolgreiche Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise. Burry hat eine Short-Position gegen Oracle aufgebaut – eine Spekulation auf fallende Kurse. Seine Positionierung signalisiert: Die Risiken der schuldenfinanzierten Expansion seien vom Markt noch nicht vollständig eingepreist. Diese prominente Skepsis verstärkt die Unsicherheit unter institutionellen und privaten Investoren.
Gleichzeitig verkauften Insider in den vergangenen drei Monaten netto 126.588 Aktien im Wert von rund 33,16 Millionen Dollar. Oracle-Präsident Mark Hura trennte sich allein im Dezember von 15.000 Aktien und erlöste dabei knapp drei Millionen Dollar.
Operative Stärke trifft auf Bilanzrisiken
Operativ läuft es jedoch glänzend. Im jüngsten Quartal (bis 30. November) steigerte Oracle den Umsatz um 14,2 Prozent auf 16,06 Milliarden Dollar, der Nettogewinn kletterte auf 6,14 Milliarden Dollar. Besonders bemerkenswert: Die noch ausstehenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations, RPO) – ein Indikator für künftige Erlöse – vervierfachten sich im Jahresvergleich auf etwa 523 Milliarden Dollar. Treiber ist die massive Nachfrage nach Cloud- und KI-Kapazitäten.
Analysten bleiben trotz der Turbulenzen überwiegend optimistisch. KeyBanc bekräftigte gestern sein "Kaufen"-Rating mit einem Kursziel von 300 Dollar und sieht im Kursrückgang eine Einstiegschance. UBS senkte das Kursziel zwar von 300 auf 280 Dollar wegen des erhöhten Risikoprofils, hält aber ebenfalls am "Kaufen" fest. Barclays bestätigte sein positives Votum am 12. Januar.
Der Markt steht vor der Frage, ob das gigantische Wachstum im KI-Geschäft die akuten Bilanzrisiken und rechtlichen Unsicherheiten aufwiegt. Aktuell dominieren die Sorgen, dass die Kapitalkosten für die notwendige Infrastruktur außer Kontrolle geraten könnten. Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Tagen über vier Prozent und notiert rund 32 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 280,70 Dollar.
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