Für Biotech-Unternehmen ist Liquidität der entscheidende Treibstoff, ohne den selbst die vielversprechendste Forschung zum Erliegen kommt. Ocugen hat sich nun genau diesen Treibstoff gesichert und damit eine existenzielle Sorge vorerst beseitigt. Nach positiven klinischen Daten nutzte das Unternehmen die Gunst der Stunde für eine Kapitalmaßnahme, die den operativen Betrieb für fast zwei Jahre absichert.

Institutionelle Investoren greifen zu

Am Freitag meldete Ocugen den Abschluss einer direkten Aktienplatzierung, die 22,5 Millionen US-Dollar in die Kassen spült. Dabei wurden 15 Millionen Aktien zu einem Preis von 1,50 US-Dollar ausgegeben. Besonders bemerkenswert ist hierbei nicht nur die Summe, sondern der Hauptabnehmer: Die Finanzierungsrunde wurde von RTW Investments angeführt, einer auf das Gesundheitswesen spezialisierten Investmentfirma.

Marktbeobachter werten den Einstieg eines solchen Fachinvestors oft als Qualitätsmerkmal für die zugrundeliegende Technologie. Der Erlös von netto rund 20,85 Millionen Dollar soll laut Managementangaben die Liquiditätsreichweite bis in das vierte Quartal 2026 verlängern. Dies ist ein entscheidender Schritt, da frühere Finanzdaten darauf hindeuteten, dass dem Unternehmen ohne frisches Geld in weniger als einem Jahr die Mittel ausgegangen wären.

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Klinische Erfolge als Türöffner

Dass diese Finanzierung gerade jetzt gelingt, ist kein Zufall. Sie folgt unmittelbar auf positive Nachrichten zum wichtigsten Hoffnungsträger des Unternehmens, der Gentherapie OCU410 zur Behandlung der geografischen Atrophie, einer fortgeschrittenen Form der altersbedingten Makuladegeneration.

Erst Anfang Januar veröffentlichte Ocugen Phase-2-Daten, die eine signifikante Verringerung des Läsionswachstums um 46 Prozent im Vergleich zu Kontrollgruppen zeigten; in der Gruppe mit mittlerer Dosierung lag der Wert sogar bei 54 Prozent. Diese Ergebnisse dienten offenbar als Katalysator, um trotz der damit einhergehenden Verwässerung der Altaktionäre frisches Kapital zu attraktiven Konditionen einzuwerben.

Marktstimmung und Ausblick

Trotz der Ausgabe von 15 Millionen neuen Aktien zeigte sich der Kurs relativ stabil. Zwar verzeichnete das Papier auf Wochensicht ein Minus von rund 17 Prozent, doch die Tatsache, dass der Marktpreis über dem Platzierungspreis von 1,50 Dollar gehalten werden konnte, deutet darauf hin, dass Anleger die Verwässerung zugunsten des reduzierten Insolvenzrisikos in Kauf nehmen.

Mit der gesicherten Bilanz rückt nun wieder die operative Umsetzung in den Fokus. Im ersten Quartal 2026 werden die vollständigen Phase-2-Daten für OCU410 erwartet, gefolgt vom geplanten Start einer Phase-3-Studie im weiteren Jahresverlauf. Zudem strebt Ocugen für seinen zweiten Kandidaten, OCU400, bis Mitte 2026 die Einreichung eines Zulassungsantrags (BLA) an.

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