Ein Schauspiel der besonderen Art erwartet Novo Nordisk am heutigen Freitag: Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung soll die Führungsetage des dänischen Pharma-Riesen regelrecht ausgetauscht werden – vorangetrieben von der eigenen Stiftung, die das Unternehmen kontrolliert. Kurz vor dem entscheidenden Votum zieht dann auch noch ein hochkarätiger Kandidat überraschend seine Bewerbung zurück. Was steckt hinter dem dramatischen Umbau bei einem der wertvollsten Konzerne Europas?

Stiftung erzwingt Neubesetzung des Aufsichtsrats

Um 14:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird sich heute entscheiden, wer künftig an der Spitze von Novo Nordisk steht. Die Novo Nordisk Foundation, die rund 77 Prozent der Stimmrechte hält, hat eine komplette Neuaufstellung des Boards durchgesetzt. Der amtierende Vorsitzende Helge Lund und mehrere unabhängige Mitglieder werden aller Voraussicht nach ihre Posten räumen müssen. Als neuer Chairman ist Lars Rebien Sorensen vorgesehen – ein Signal für einen strategischen Richtungswechsel.

Der Auslöser für die drastische Maßnahme: Uneinigkeit über die künftige Ausrichtung des Konzerns. Die Stiftung forderte offenbar eine aggressivere Strategie, um im hart umkämpften Markt für Abnehm-Medikamente gegen den US-Konkurrenten Eli Lilly bestehen zu können. Die Aktie hat seit ihrem Allzeithoch im Dezember 2024 mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren – ein deutliches Zeichen, dass Investoren an der bisherigen Gangart zweifeln.

Dolsten springt ab – Minderheitsaktionäre rebellieren

Die ohnehin schon explosive Situation verschärfte sich am Donnerstag zusätzlich: Mikael Dolsten, ehemaliger Forschungschef von Pfizer und einer der nominierten Board-Kandidaten, zog seine Bewerbung aus persönlichen Gründen zurück. Die Stiftung kündigte daraufhin an, vorerst keinen Ersatz zu präsentieren – neue Kandidaten sollen erst zur regulären Hauptversammlung im März 2026 vorgeschlagen werden.

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Doch nicht alle Aktionäre sind begeistert vom Vorgehen der Stiftung. Mehrere Minderheitsaktionäre haben Bedenken über den Ablauf des Governance-Prozesses geäußert. Sie fürchten offenbar, dass ihre Interessen bei der radikalen Umstrukturierung zu kurz kommen könnten.

Milliarden-Anleihe und falsche Partnerschaft

Während der Führungspoker läuft, sichert sich Novo Nordisk finanziell ab: Am Donnerstag platzierte das Unternehmen erfolgreich eine Anleihe über vier Milliarden Euro zur Finanzierung der Übernahme von Akero Therapeutics. Das Orderbuch schwoll Berichten zufolge auf rund 15 Milliarden Euro an – ein klares Vertrauenssignal der Kapitalmärkte in die langfristige Strategie.

Zeitgleich musste Novo Nordisk jedoch Falschmeldungen kontern: Das Telemedizin-Unternehmen Mangoceuticals hatte behauptet, eine Partnerschaft zur Distribution der begehrten Abnehm-Medikamente eingegangen zu sein. Sowohl Novo Nordisk als auch Eli Lilly dementierten umgehend – ein Hinweis darauf, wie begehrt die Vertriebsrechte für diese Blockbuster-Präparate sind.

Das heutige Votum wird zeigen, ob die Foundation ihren Kurs durchsetzen kann. Unter dem neuen CEO Mike Doustdar, der erst im August antrat, soll der Konzern wieder auf die Überholspur zurückkehren. Die Investoren werden genau beobachten, welche strategischen Prioritäten das neu zusammengesetzte Board nach der Abstimmung verkündet.

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