Novo Nordisk Aktie: Angriff mit Billig-Wegovy
Novo Nordisk holt nach einem schwierigen Jahr zum strategischen Gegenschlag aus. Statt sich auf hochmargige Nischen zu verlassen, flutet der Pharmariese den US-Markt mit einer günstigen Tabletten-Version seines Abnehm-Mittels. Während der neue CEO Mike Doustdar damit die Dominanz im Adipositas-Sektor sichern will, stellen sich Investoren die Frage: Kann das Volumen-Geschäft die fehlenden Erfolge in der Pipeline kompensieren?
Radikaler Preissturz als Strategie
Seit dem 5. Januar 2026 ist das orale Wegovy (Semaglutid) offiziell in den USA erhältlich. Der eigentliche Nachrichtenkern liegt jedoch in der Preisgestaltung: Novo Nordisk bricht mit der Tradition teurer Injektionstherapien und bietet die Einstiegsdosis für Selbstzahler für 149 US-Dollar im Monat an. Das ist ein massiver Abschlag gegenüber den Listenpreisen von über 1.000 Dollar, die bisher den Zugang beschränkten.
Verfügbar ist das Präparat über ein Netzwerk von 70.000 Apotheken und Telemedizin-Partnern wie Weight Watchers. Marktbeobachter werten diesen Schritt als präventiven Angriff auf Eli Lilly, deren oraler Konkurrent Orforglipron noch nicht auf dem Markt ist. Novo Nordisk versucht offenbar, sich über die Masse ("Volume-Based Strategy") langfristige Marktanteile zu sichern, bevor der Wettbewerb zunimmt. Die Börse reagierte positiv auf den Verkaufsstart: Die Aktie legte auf Wochensicht um gut 10 % zu und notiert aktuell bei 48,83 Euro.
Neuer CEO unter Zugzwang
Für den Konzern ist der erfolgreiche Launch entscheidend, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Das vierte Quartal 2025 war von herben Enttäuschungen geprägt, insbesondere durch das Scheitern der Alzheimer-Studien (EVOKE/EVOKE+) im November. Diese Rückschläge hatten Hoffnungen zunichtegemacht, das Geschäftsmodell kurzfristig über den Bereich Neurologie zu diversifizieren.
Unter der Führung des neuen CEO Mike Doustdar konzentriert sich das Unternehmen nun wieder vollständig auf seine Kernkompetenz. Berichte über eine Unterstützung durch Regierungsinitiativen ("TrumpRx") deuten darauf hin, dass das neue Preismodell politisch flankiert wird. Ziel ist es, drohende Patentabläufe in den 2030er Jahren durch eine Maximierung der Verschreibungszahlen auszugleichen. Auch am Optionsmarkt zeichnet sich Optimismus ab: Das Handelsvolumen bei Call-Optionen stieg zuletzt deutlich an, was auf die Erwartung steigender Umsätze durch die Massenmarkt-Strategie hindeutet.
Der Blick richtet sich auf den Februar
Die charttechnische Erholung der letzten Tage ist ein erstes positives Signal, doch die fundamentale Bestätigung steht noch aus. Im Fokus liegt nun der Bericht zum vierten Quartal, der für Anfang Februar erwartet wird. Analysten werden hier genau prüfen, ob die Verschreibungsdaten der neuen Tablette die optimistischen Prognosen bestätigen. Gelingt es Novo Nordisk, hohe Absatzzahlen nachzuweisen, könnten auch die derzeit noch zurückhaltenden Analystenbewertungen ("Hold") nach oben korrigiert werden.
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