Die Zahlen für das vierte Quartal 2025 lagen im Rahmen der Erwartungen – doch der Ausblick auf 2026 hat es in sich. Novartis steht vor der größten Generika-Welle der Unternehmensgeschichte. Haupttreiber sind auslaufende Patente für Blockbuster wie das Herzmedikament Entresto, das Allergiemittel Xolair sowie die Krebstherapien Promacta und Tasigna. Allein diese vier Präparate bescheren dem Basler Konzern einen Umsatzrückgang von rund 4 Milliarden Dollar.

Die Aktie reagierte überraschend gelassen. Nach anfänglichem Zögern legte das Papier am Mittwoch in Zürich um 2,5 Prozent zu und notierte bei 119,55 Franken. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von neun Prozent zu Buche, in den vergangenen zwölf Monaten sogar ein Vierteljahresgewinn. Offenbar honoriert der Markt die Offenheit des Managements – und die klare Ansage, dass die Talsohle bereits 2027 überwunden sein soll.

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Erste Jahreshälfte wird brutal

Konzernchef Vasant Narasimhan machte deutlich, wo der Schuh drückt: Die Belastung konzentriert sich auf die ersten sechs Monate 2026. Der Grund ist simpel – die Nachahmerprodukte für die wichtigsten Medikamente kamen erst in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf den US-Markt. Entsprechend hoch ist die Vergleichsbasis für das erste Halbjahr 2026.

Für das Gesamtjahr peilt Novartis ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an – zu konstanten Wechselkursen. Beim operativen Kernergebnis wird es härter: Hier erwartet der Konzern einen Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das wäre der erste Gewinnrückgang seit einem Jahrzehnt.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 soll sich der Effekt dann abschwächen. Novartis rechnet mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und einem wieder steigenden Gewinn. Die mittelfristigen Ziele sieht das Management nicht gefährdet. „Bereits 2027 erwarten wir eine Rückkehr zum Gewinnwachstum", betonte Narasimhan.

Neue Hoffnungsträger müssen liefern

Die Rechnung des Managements basiert auf dem Erfolg neuerer Präparate. Allen voran das Brustkrebsmedikament Kisqali, das Multiple-Sklerose-Mittel Kesimpta und die Psoriasis-Therapie Cosentyx. Hinzu kommt die im vergangenen Jahr für 30 Milliarden Dollar angekündigte Übernahme des US-Konzerns Avidity, die allerdings zunächst verwässernd wirkt.

Goldman Sachs bewertete die Quartalszahlen als im Rahmen, sah den Ausblick jedoch etwas schwächer als erwartet. Allerdings hätten noch nicht alle Analysten die Avidity-Übernahme in ihren Modellen berücksichtigt. Das Risiko sinkender Konsenserwartungen sei daher gering. Jefferies-Experte Michael Leuchten bezeichnete den 2026er-Ausblick sogar als „fein".

Im vierten Quartal 2025 kletterten die Umsätze um ein Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar. Währungsbereinigt war das ein Minus von einem Prozent – eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem Vorquartal mit acht Prozent Wachstum. Der bereinigte Kern-Betriebsgewinn legte um ein Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zu und traf die Erwartungen.

Für das Gesamtjahr 2025 verbuchte Novartis einen Umsatz von 54,5 Milliarden Franken – ein Plus von acht Prozent. Der Jahresgewinn stieg auf 14 Milliarden Franken nach knapp 12 Milliarden im Vorjahr. Die Dividende erhöht sich von 3,50 auf 3,70 Franken. Das dürfte Anleger bei der Stange halten, während der Konzern durch die Generika-Welle navigiert.

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