Norsk Hydro Aktie: Downstream-Sorgen belasten
Norsk Hydro hat am vergangenen Freitag mit starken Quartalszahlen die Markterwartungen übertroffen, doch die Anleger reagierten dennoch mit deutlichen Verkäufen. Während das Upstream-Geschäft von stabilen Aluminiumpreisen profitierte, lastet die anhaltende Schwäche in den nachgelagerten Bereichen schwer auf dem Kurs. Warum straft die Börse das Unternehmen trotz eines Gewinn-Beats so hart ab?
Der Kurs verlor am Freitag rund 6 Prozent an Wert. Dabei meldete der Konzern für das vierte Quartal ein bereinigtes EBITDA von 5,59 Milliarden Norwegischen Kronen (NOK). Damit lag das Ergebnis zwar über den Analystenschätzungen von 5,23 Milliarden NOK, markierte jedoch einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (7,7 Milliarden NOK).
Zweigeteilte Geschäftsentwicklung
CEO Eivind Kallevik verwies auf robuste Aluminiumpreise, die dem Bereich Primäraluminium im vierten Quartal kräftigen Rückenwind verliehen. Diese Gewinne wurden jedoch durch die anhaltende Flaute in den Downstream-Märkten – also der Weiterverarbeitung – teilweise zunichtegemacht. Insbesondere im Bereich Extrusions (Strangpressprofile) rechnet das Management auch für das erste Quartal 2026 mit einem schwierigen Umfeld und anhaltendem Volumendruck.
Die wichtigsten Kennzahlen zum vierten Quartal:
- Bereinigtes EBITDA: 5,59 Mrd. NOK (erwartet: 5,23 Mrd. NOK)
- Umsatz: 4,98 Mrd. USD (erwartet: 4,82 Mrd. USD)
- Gewinn je Aktie (EPS): 0,07 USD (erwartet: 0,03 USD)
- Dividendenvorschlag: 3,0 NOK je Aktie für das Geschäftsjahr 2025
- Nettoverlust (Aktionäre): 2,36 Mrd. NOK
Ein weiterer Belastungsfaktor ist der Preis für Tonerde (Alumina). Dieser lag im ersten Quartal 2026 aufgrund steigender Exporte aus China rund 55 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Norsk Hydro setzt als Gegenmaßnahme verstärkt auf CO2-armes Aluminium. Für das erste Quartal 2026 sind bereits 42 Prozent des Primäraluminium-Volumens mit einem Aufschlag (Premium) von 478 USD pro Tonne verkauft worden.
Fokus auf Resilienz und Kosten
Trotz der kurzfristigen Marktschwäche konnte der Konzern das Gesamtjahr 2025 mit einem bereinigten EBITDA von 28,9 Milliarden NOK abschließen – eine Steigerung gegenüber den 26,3 Milliarden NOK des Vorjahres. Die bereinigte Kapitalrendite (RoaCE) lag mit 10,2 Prozent leicht über dem langfristigen Ziel von 10 Prozent.
Um die Profitabilität abzusichern, hat Norsk Hydro im vergangenen Jahr Effizienzmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehört der Abbau von etwa 850 Stellen sowie ein umfassendes Verbesserungsprogramm, das bereits Einsparungen in Höhe von 1,4 Milliarden NOK erzielt hat. Gleichzeitig wurden die Investitionsausgaben (Capex) mit 12,1 Milliarden NOK unterhalb der ursprünglich geplanten 13,5 Milliarden NOK gehalten.
Strategische Investitionen in Wasserkraft
Ein zentraler Baustein der langfristigen Strategie bleibt der Ausbau der erneuerbaren Energien. Norsk Hydro sicherte sich zwei neue langfristige Stromabnahmeverträge mit Hafslund über insgesamt 5,25 TWh für den Zeitraum 2031 bis 2040. Zudem investiert das Unternehmen 1,2 Milliarden NOK in das Pumpspeicherkraftwerk Illvatn in Norwegen – die größte Investition in Wasserkraft seit über zwei Jahrzehnten.
Da Aluminium zunehmend als kritischer Rohstoff für die Energiewende eingestuft wird, festigt der Konzern damit seine Position als Anbieter für nachhaltige Materialien. Die Umsetzung der Restrukturierung im Extrusions-Bereich wird in den kommenden Monaten entscheidend dafür sein, ob die Profitabilität in der Weiterverarbeitung wieder stabilisiert werden kann.
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