Die Krise beim Immobilienentwickler Noratis erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat zum 1. März das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung offiziell eröffnet. Für das Unternehmen beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit, um den Fortbestand durch einen Sanierungsplan zu sichern.

Die angeordnete Eigenverwaltung ermöglicht es der Geschäftsführung, im Amt zu bleiben und das Immobilienvermögen unter Aufsicht des Sachwalters Dr. Andreas Kleinschmidt selbstständig zu verwalten. Ziel ist es, den operativen Betrieb aufrechtzuerhalten und eine Zerschlagung des Portfolios zu verhindern. Damit setzt sich der Sanierungsweg fort, der bereits Mitte Dezember 2025 mit einem Schutzschirmantrag eingeleitet wurde.

Konflikte mit den Gläubigern

Der Erfolg der Sanierung hängt maßgeblich von der Zustimmung der Finanzierungspartner und Anleihegläubiger ab. Doch genau hier regt sich Widerstand. Interessenvertreter wie die Kanzlei Schirp & Partner sowie die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisieren das Eigenverwaltungsmodell. Sie werfen dem Management potenzielle Interessenkonflikte durch personelle Verflechtungen mit Großaktionären vor und befürchten eine Benachteiligung externer Gläubiger.

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Die fundamentale Krise der Branche spiegelt sich auch im Börsenwert wider. Innerhalb eines Jahres verlor das Papier über 87 Prozent an Wert; die Marktkapitalisierung ist auf rund zwei Millionen Euro geschrumpft. Ursächlich für die Schieflage sind vor allem die gestiegenen Zinsen und notwendige Portfolio-Abwertungen, die die Eigenkapitalpuffer des Bestandshalters erodiert haben.

Zeitplan für die Sanierung

In den kommenden drei Monaten muss das Management dem Gericht einen tragfähigen Insolvenzplan vorlegen, der die Entschuldung und zukünftige Profitabilität detailliert. Über diesen Plan müssen die Gläubiger im weiteren Verlauf abstimmen. Sollten diese den Sanierungsvorschlag ablehnen oder das Gericht die Eigenverwaltung aufheben, droht der Übergang in ein reguläres Insolvenzverfahren, bei dem die aktuelle Führung die Kontrolle über das Unternehmen verlieren würde.

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