Geopolitische Spannungen und Rekordpreise für Gold spielen Newmont in die Karten. Nach dem Eingreifen der USA in Venezuela und der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro suchen viele Anleger verstärkt Schutz im „sicheren Hafen“ Gold. Davon profitiert vor allem der einzige Goldproduzent im S&P 500 – mit Rückenwind aus einem bereits deutlich verschlankten Konzern.

Rekord-Goldpreis und operativer Hebel

Der jüngste Kursschub der Newmont-Aktie hängt direkt am Ausbruch des Goldpreises. Der Spotpreis für Gold sprang zu Wochenbeginn um rund 3 % auf neue Allzeithochs zwischen 4.424 und 4.455 US-Dollar je Feinunze. Auslöser war die US-Operation in Venezuela, die die geopolitische Unsicherheit erhöhte und die Nachfrage nach nicht-staatlichen Anlageformen verstärkte.

Newmont konnte diesen Rückenwind unmittelbar nutzen: Die Aktie markierte im Tagesverlauf ein Hoch von 105,86 US-Dollar, bevor sie bei 103,53 US-Dollar aus dem Handel ging. Damit notiert der Titel nur knapp unter seinem 52‑Wochen-Hoch und liegt rund 185 % über dem Jahrestief – ein Ausdruck der starken Kopplung an den Edelmetallpreis.

Operativ ist der Hebel auf den Goldpreis klar sichtbar. Im dritten Quartal 2025 erzielte Newmont einen Rekord-Free-Cashflow von 1,6 Milliarden US-Dollar. Es war bereits das vierte Quartal in Folge, in dem der freie Mittelzufluss über der Marke von 1 Milliarde US-Dollar lag. Steigende Goldpreise wirken hier direkt auf Margen und Ergebnis durch.

Schlankere Bilanz, neuer CEO

Der Goldpreissprung fällt in eine Phase des Führungswechsels. Zum 1. Januar 2026 hat Natascha Viljoen offiziell den Posten der CEO übernommen. Die strategische Vorbereitung auf diese Übergabe hat das Unternehmen bereits 2025 genutzt, um seine Bilanz deutlich zu verbessern.

Konkret wurden im Laufe des vergangenen Jahres Schulden um rund 3,4 Milliarden US-Dollar zurückgeführt. Zusätzlich trennte sich der Konzern von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten im Umfang von 2,6 Milliarden US-Dollar. Ergebnis ist eine schlankere, fokussiertere Bilanzstruktur, die Newmont in die Lage versetzt, das aktuelle Goldpreisniveau besser in Rendite für Aktionäre zu übersetzen.

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Für 2025 peilt der Konzern eine Produktion von 5,9 Millionen Unzen Gold an. In Kombination mit den höheren Preisen verstärkt dies den operativen Hebel auf den Cashflow und unterstreicht, warum der Markt die Aktie aktuell eng am Edelmetallpreis spielt.

Institutionelle Anleger und Bewertung

Trotz der Kursrallye bleibt die Bewertung im historischen Kontext moderat. Auf Basis der erwarteten Gewinne wird Newmont aktuell mit einem Forward-KGV von rund 14,1 gehandelt. Angesichts der hohen freien Cashflows wirkt diese Kennzahl für viele Investoren attraktiv.

Das zeigt sich auch in den jüngsten Bewegungen institutioneller Anleger:

  • Norges Bank hat eine neue, große Position im Volumen von knapp 919 Millionen US-Dollar aufgebaut.
  • Invesco erhöhte seinen Bestand um 45 % auf rund 15,6 Millionen Aktien.
  • TSP Capital Management reduzierte seine Beteiligung im dritten Quartal hingegen um 13,5 %.

Parallel ziehen auch andere Goldwerte an. Branchenkollege Barrick Gold legte im Fahrwasser der Bewegung ebenfalls zu. Newmont profitiert darüber hinaus von einer besonderen Stellung: Als einziges Goldminenunternehmen im S&P 500 profitiert der Titel von hoher Liquidität und zusätzlichen passiven Zuflüssen bei sektorweiten Umschichtungen in Gold-Exponierung.

Makroseitig bleibt das Umfeld unterstützend. Neben geopolitischer Unsicherheit setzen auch die Ankäufe der Notenbanken – mehr als 1.000 Tonnen Gold im Jahr 2025 – ein deutliches Signal für die strukturelle Nachfrage nach dem Edelmetall. Davon profitieren vor allem etablierte Produzenten mit großer Skalierung wie Newmont.

Ausblick: Quartalszahlen rücken in den Fokus

Der Blick richtet sich nun auf den 19. Februar 2026. Dann legt Newmont die nächsten Quartalszahlen vor, an denen der Markt ablesen will, wie stark die Rekord-Goldpreise tatsächlich in Margenausweitung und Gewinnwachstum durchschlagen. Aktuelle Analystenziele reichen dabei bis 125 US-Dollar je Aktie und implizieren weiteres Potenzial gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 103,53 US-Dollar.

Charttechnisch konsolidiert die Aktie knapp unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 105,78 US-Dollar. Ein stabiler Halt über der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar wäre ein positives Signal für den Fortbestand des Aufwärtstrends. Kurzfristig bleibt allerdings mit Schwankungen zu rechnen, solange die Marktteilnehmer die Folgen der US-Intervention in Venezuela und die weitere Entwicklung des Goldpreises einpreisen.

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