Newmont erlebt einen historischen Höhenflug. Nach einem schwierigen Jahr 2024 hat sich der Goldkonzern mit stark steigenden Gewinnen, gesunkenen Kosten und neuem Management eindrucksvoll zurückgemeldet. Gleichzeitig notiert der Goldpreis auf Rekordniveau – ein Rückenwind, der das Unternehmen so profitabel macht wie selten zuvor. Wie solide ist dieser Lauf fundamentell unterlegt?

Rekorde nach holprigem Jahr

Die Aktie hat sich binnen zwölf Monaten vervielfacht und kratzt aktuell an ihrem 52‑Wochen-Hoch: Der Kurs liegt mit 119,10 US‑Dollar nur minimal unter dem Rekordwert von 119,70 US‑Dollar dieser Woche – mehr als 190 % über dem Tief vom März 2025. Damit spiegelt der Markt die komplette Neubewertung des Konzerns wider, nachdem 2024 noch Integrationsprobleme nach der 17‑Milliarden-Dollar-Übernahme von Newcrest Mining belastet hatten.

Auslöser der Rally war vor allem die Kombination aus deutlich gestiegenem Goldpreis und einer spürbaren Verbesserung der operativen Kennzahlen. Die zuvor skeptische Stimmung vieler Investoren hat sich damit grundlegend gedreht.

Gewinnsprung dank Goldpreis

In der jüngsten Berichtssaison überraschte Newmont klar positiv. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,71 US‑Dollar deutlich über den Analystenerwartungen von 1,27 US‑Dollar. Der Umsatz kletterte um 20 % auf 5,52 Milliarden US‑Dollar und übertraf ebenfalls die Konsensschätzungen.

Auch die Profitabilität hat sich stark verbessert:

  • Nettomarge: 33,42 %
  • Eigenkapitalrendite (ROE): 20,35 %

Diese Werte zeigen, wie stark der Goldpreis – mittlerweile weit über 3.500 US‑Dollar je Unze und in Richtung 4.500 US‑Dollar tendierend – direkt in die Ergebnisrechnung durchschlägt. Jeder zusätzliche Dollar im Goldpreis erhöht die Margen, solange die Kosten im Griff bleiben.

Kostensenkungen greifen

Genau hier hat Newmont 2025 nachgeschärft. Mit dem Programm „Project Catalyst“ wurden die All‑In Sustaining Costs (AISC), also die Gesamtförderkosten pro Unze, von 1.651 US‑Dollar im ersten Quartal 2025 auf 1.566 US‑Dollar zum Jahresende gesenkt. Bei aktuellen Goldpreisen ergeben sich damit operative Margen von rund 1.900 US‑Dollar pro Unze – ein massiv verbesserter Puffer im Vergleich zu den Vorjahren.

Parallel dazu wurde die Bilanz restrukturiert:

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  • 4,3 Milliarden US‑Dollar Erlös aus dem Verkauf nicht zum Kerngeschäft gehörender Minen (u. a. Akyem in Ghana, Telfer in Australien)
  • 3,4 Milliarden US‑Dollar Schuldenabbau
  • Start eines Aktienrückkaufprogramms über 6 Milliarden US‑Dollar

Diese Schritte reduzieren Zinslasten, fokussieren das Portfolio und stützen den Gewinn je Aktie zusätzlich.

Neues Management, klarer Fokus

Zum Jahreswechsel hat es einen Wechsel an der Unternehmensspitze gegeben. Seit dem 1. Januar 2026 führt Natascha Viljoen als neue CEO den Konzern, zuvor war sie COO und bringt langjährige Erfahrung von Anglo American Platinum mit. Sie ist die erste Frau an der Spitze von Newmont.

Strategisch setzt Viljoen auf technische Exzellenz und verstärkte Automatisierung, um Kostensteigerungen bei Arbeit und Energie zu begegnen. Ein Beispiel ist die Boddington-Mine in Australien, die mit einer der größten autonomen Lkw-Flotten der Branche arbeitet und dadurch Sicherheitsrisiken und Treibstoffverbrauch senken soll.

Gleichzeitig rückt Newmont nach den umfangreichen Verkäufen stärker seine Kern-Assets in den Mittelpunkt. Der Konzern fokussiert sich nun auf elf sogenannte „Tier 1“-Minen in Nord- und Südamerika, Australien und Afrika und baut neben Gold auch die Kupfer-Exposure schrittweise aus. Technisch herausfordernd bleiben allerdings einige der übernommenen Newcrest-Vorkommen, insbesondere Lihir in Papua-Neuguinea.

Analysten deutlich optimistisch

An der Wall Street kommt die Neuausrichtung gut an. Die Analystenmehrheit stuft den Titel mit „Buy“ ein, darunter sechs Empfehlungen als „Strong Buy“. Jüngste Anpassungen unterstreichen den Stimmungsumschwung:

  • Goldman Sachs: Anhebung des Kursziels von 99,90 auf 123,90 US‑Dollar (Rating „Buy“)
  • Citigroup: Kaufempfehlung bestätigt
  • UBS: „Buy“-Rating mit Kursziel 125 US‑Dollar
  • CIBC World Markets: Hochstufung auf „Strong Buy“

Damit spiegelt der Markt nicht nur die aktuelle Gewinnstärke wider, sondern auch Vertrauen in die mittelfristige Strategie.

Bewertung und Risiken

Trotz aller Erfolgsmeldungen bleibt das Chance-Risiko-Profil anspruchsvoll. Auf dem aktuellen Kursniveau ist viel Optimismus eingepreist, das Bewertungsniveau lässt „wenig Spielraum für Fehler“, wie Marktbeobachter betonen. Die Kostenbasis liegt trotz der jüngsten Fortschritte weiterhin deutlich über dem Niveau von vor fünf Jahren. Eine spürbare Korrektur des Goldpreises würde die aktuell komfortablen Margen daher rasch schmälern.

Hinzu kommen politische Risiken: In rohstoffreichen Ländern wie Peru oder Papua-Neuguinea mehren sich Bestrebungen, höhere Anteile am Rohstoffboom abzuschöpfen. Steuererhöhungen, strengere Auflagen oder Beteiligungsforderungen könnten die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte beeinträchtigen.

Fazit: Rekordhoch mit Fallhöhe

Newmont verbindet derzeit starke operative Ergebnisse, gesunkene Kosten, eine gestärkte Bilanz und eine klarere Portfolioausrichtung mit einem historisch hohen Goldpreis. Das erklärt die außergewöhnliche Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate. Gleichzeitig steigt mit jedem neuen Rekordlevel die Fallhöhe: Die weitere Entwicklung der Aktie hängt maßgeblich davon ab, ob der Goldpreis auf hohem Niveau bleibt und das Management die Effizienzprogramme unter der neuen CEO konsequent fortführt.

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