Newmont startet mit Rückenwind ins Börsenjahr 2026. Der Goldriese profitiert von Rekordpreisen beim Edelmetall, deutlich besseren Zahlen und einem klaren strategischen Kurswechsel. Gleichzeitig übernimmt mit Natascha Viljoen eine neue CEO das Ruder und verschiebt den Fokus weg von Zukäufen hin zu operativer Qualität. Wie stabil ist dieses Setup, wenn Produktion und Kosten weiter im Blick bleiben müssen?

Starker Lauf, aber nicht überhitzt

Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten um rund 171 % verteuert und notiert mit 101,22 US‑Dollar nur gut 4 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch. Damit liegt der Kurs deutlich über den wichtigen gleitenden Durchschnitten, während ein RSI von 35,6 eher auf eine abgekühlte Dynamik als auf kurzfristige Übertreibung hindeutet.

Der Hintergrund: Gold ist 2025 um etwa 73 % gestiegen und hat sich Richtung 4.500 US‑Dollar je Unze geschoben. Newmont als größter Produzent weltweit ist stark auf diese hohen Preise gehebelt. Das spiegelt sich sowohl im Aktienverlauf als auch in den operativen Kennzahlen wider.

Einige zentrale Daten im Überblick:

  • Marktkapitalisierung: ca. 110,5 Mrd. US‑Dollar
  • KGV (trailing): 15,72
  • PEG-Ratio: 0,69
  • Nettomarge: 33,4 %
  • Eigenkapitalrendite (ROE): 20,4 %
  • 52‑Wochen-Spanne: 36,38 – 105,78 US‑Dollar

Die Kombination aus hoher Profitabilität und moderater Bewertung deutet darauf hin, dass der Markt das starke Wachstum zwar honoriert, aber noch keine völlig überzogenen Erwartungen einpreist.

Zahlen über den Erwartungen

Im dritten Quartal hat Newmont sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Konsensschätzungen klar übertroffen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,71 US‑Dollar und damit 0,44 US‑Dollar über den erwarteten 1,27 US‑Dollar. Der Umsatz erreichte 5,52 Mrd. US‑Dollar, verglichen mit prognostizierten 5,14 Mrd. US‑Dollar – ein Anstieg von 20 % im Jahresvergleich.

Diese Entwicklung nährt die Hoffnung, dass die starke Ertragsphase noch nicht am Ende ist:

  • Erwartetes Q4‑EPS: 1,61 US‑Dollar (+15 % YoY)
  • Erwartetes Gesamtjahres‑EPS 2025: 6,12 US‑Dollar (+75,86 % zum Vorjahr)
  • Konsens für 2026: 7,76 US‑Dollar EPS und ca. 24,69 Mrd. US‑Dollar Umsatz

Die Schätzungen signalisieren, dass Analysten von einem anhaltend hohen Ertragsniveau ausgehen – getragen von hohen Goldpreisen und einer fokussierteren Asset-Basis.

Strategiewechsel unter neuer CEO

Zum Jahresauftakt hat Newmont einen historischen Führungswechsel vollzogen. Tom Palmer ist zum 1. Januar als CEO abgetreten, Natascha Viljoen übernimmt. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze eines großen Goldproduzenten. Ihre Ernennung steht sinnbildlich für eine Verschiebung der Prioritäten: weg von großen Übernahmen, hin zu operativer Exzellenz.

Konkret hat das Unternehmen ein Desinvestitionsprogramm von 5 Mrd. US‑Dollar abgeschlossen und sechs nicht zum Kern zählende Minen verkauft. Ziel ist ein Portfolio mit weniger, dafür hochwertigeren und langlebigeren Tier‑1‑Assets. Ergebnis dieser Neuausrichtung ist eine gestärkte Bilanz: Newmont weist nun eine Netto-Cash-Position von 442 Mio. US‑Dollar aus.

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Analysten klar positiv, Bewertung mit Prämie

Die Stimmung an der Wall Street ist überwiegend freundlich. Das Konsensrating lautet „Buy“ und setzt sich wie folgt zusammen:

  • 5 „Strong Buy“-Einstufungen
  • 13 „Buy“-Empfehlungen
  • 4 „Hold“-Ratings

Der durchschnittliche Zielkurs liegt bei 97,08 US‑Dollar und signalisiert aus heutiger Sicht nur begrenztes kurzfristiges Aufwärtspotenzial, allerdings haben mehrere Häuser ihre Ziele zuletzt angehoben. CIBC etwa stufte auf „Strong Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 112 US‑Dollar, Argus erhöhte von 75 auf 94 US‑Dollar.

Mit einem Forward-KGV von 14,16 notiert die Aktie leicht über dem Branchenschnitt von 11,89. Diese Prämie spiegelt die Rolle als größter und breitest aufgestellter Goldproduzent mit hoher Profitabilität wider.

Produktion bremst den Idealzustand

Trotz der starken Finanzkennzahlen gibt es operative Gegenwindfaktoren. Die Goldproduktion sank im dritten Quartal um etwa 15 % auf 1,42 Mio. Unzen. Gründe waren niedrigere Erzgehalte und geplante Wartungsarbeiten, unter anderem in Penasquito und Lihir. Für das vierte Quartal rechnet das Management mit einer in etwa stabilen Fördermenge gegenüber dem Vorquartal.

Positiv: Die All-in Sustaining Costs (AISC) gingen um 2,8 % auf 1.566 US‑Dollar je Unze zurück. Das zeigt, dass Effizienzprogramme greifen. Gleichzeitig belasten Investitionen und Einmalaufwendungen:

  • Bau einer Wasseraufbereitungsanlage in Yanacocha
  • Geplante Abfindungszahlungen

Beides dürfte den freien Cashflow im vierten Quartal dämpfen, auch wenn die strukturelle Ertragskraft des Geschäfts durch die hohen Goldpreise intakt bleibt.

Rückenwind vom Goldmarkt und solider Ausblick

Der massive Preissprung beim Gold seit 2025 hat das Gewinnprofil der Produzenten grundlegend verändert. Getrieben wird die Nachfrage durch anhaltende Käufe der Notenbanken, Inflationssorgen und geopolitische Unsicherheiten – alles Faktoren, von denen ein etablierter Player wie Newmont überproportional profitiert.

Mit einem Quartalsdividende von 0,25 US‑Dollar je Aktie und einer Ausschüttungsquote von 15,5 % bleibt die Dividendenpolitik konservativ und lässt Spielraum für weitere Investitionen oder künftige Erhöhungen. Für die nächsten Monate wird entscheidend sein, ob Newmont unter der neuen Führung die Produktion stabilisieren, die Kosteneffizienz sichern und zugleich den Fokus auf hochwertige Tier‑1‑Assets weiter umsetzen kann.

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