Nestlé steckt mitten in einem der größten Konzernumbaus der Unternehmensgeschichte – und die Zahlen für 2025 zeigen, wie viel noch zu tun bleibt. Während der Schweizer Lebensmittelriese sein Portfolio konsequent verschlankt und tausende Stellen abbaut, wetten Analysten bereits auf eine deutliche Erholung der Profitabilität.

Der Umbau hat konkrete Konturen: Nestlé trennt sich von Blue Bottle Coffee, das für unter 400 Millionen US-Dollar an Centurium Capital geht – die Private-Equity-Gesellschaft hinter der chinesischen Kaffeehauskette Luckin Coffee. Auch für das Geschäft mit Nestlé Waters & Premium Beverages läuft seit dem ersten Quartal 2026 ein formeller Verkaufsprozess; die Dekonsolidierung ist ab 2027 geplant. Das Ziel dahinter ist klar: Das Portfolio soll sich auf Coffee, Petcare und Nutrition konzentrieren – Bereiche, die zusammen rund 70 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Stellenabbau und neue Leistungsanreize

Parallel dazu läuft ein globales Stellenabbauprogramm mit insgesamt 16.000 wegfallenden Arbeitsplätzen – 12.000 davon in der Verwaltung, weitere 4.000 in operativen Bereichen. In Südafrika wurden bereits Entlassungsbenachrichtigungen verschickt; mehr als 400 Mitarbeitende sind betroffen, mindestens 100 haben Abfindungsgespräche aufgenommen.

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Flankiert wird der Umbau durch ein überarbeitetes Vergütungssystem, das ab 2026 gilt. Organisches Wachstum enthält künftig einen sogenannten RIG-Gatekeeper, persönliche Ziele werden anhand gemeinsamer KPIs gemessen. Das soll Transparenz und Leistungsanreize schärfen.

Was die Zahlen für 2025 zeigen

Die Jahreszahlen 2025 verdeutlichen den Handlungsdruck. Der Umsatz lag bei 89,5 Milliarden Schweizer Franken, das organische Wachstum bei 3,5 Prozent – doch nahezu der gesamte Zuwachs stammte aus Preiserhöhungen, während die tatsächlich verkauften Mengen stagnierten. Gleichzeitig sank der Nettogewinn auf 9,0 Milliarden CHF, die operative Marge (UTOP) gab um 110 Basispunkte auf 16,1 Prozent nach.

Für 2026 hat das Management konkrete Ziele ausgegeben: organisches Wachstum zwischen 3 und 4 Prozent mit beschleunigtem Mengenanteil, eine verbesserte UTOP-Marge gegenüber 2025 sowie einen freien Cashflow von über 9 Milliarden CHF. 26 Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatz von 92,6 Milliarden CHF und ein EPS von 4,48 CHF – rund 28 Prozent über dem Niveau von 2025. Erste Group Bank-Analyst Lingnau geht sogar noch weiter und prognostiziert für 2027 einen Gewinn je Aktie von 5,99 US-Dollar, deutlich über dem Konsensus von 5,01 US-Dollar.

Die Nestlé-Aktie notiert aktuell bei 87,46 Euro und damit komfortabel oberhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 83,30 Euro – ein Zeichen, dass der Markt die Transformationsstrategie grundsätzlich honoriert. Am 23. April 2026 legt Nestlé die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob das Mengenwachstum im ersten Quartal endlich anzieht – und damit die zentrale Schwachstelle der bisherigen Erholung adressiert wird.

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