Der Schweizer Lebensmittelriese weitet den Rückruf von Säuglingsnahrung massiv aus. Was als vorsorgliche Maßnahme begann, entwickelt sich zur globalen Krise – mit potenziell schwerwiegenden finanziellen Folgen. Mindestens 37 Länder sind mittlerweile betroffen, während Verbraucherschützer dem Konzern Versäumnisse vorwerfen.

Die wichtigsten Fakten:

  • Rückruf erstreckt sich auf mindestens 37 Länder weltweit
  • Betroffen sind Produkte der Marken "Beba", "Alfamino", "SMA" und "NAN"
  • Analysten rechnen im schlimmsten Fall mit Kosten bis 1,2 Milliarden Schweizer Franken
  • Foodwatch wirft Nestlé vor, frühere Hinweise ignoriert zu haben

Was hinter dem Rückruf steckt

Auslöser ist das mögliche Vorhandensein des Toxins Cereulid in einer Zutat eines Zulieferers. Das Gift entsteht durch das Bakterium Bacillus cereus und kann Übelkeit sowie Erbrechen verursachen. Nestlé betont, dass bislang keine bestätigten Krankheitsfälle im Zusammenhang mit den Produkten bekannt seien.

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Die geografische Dimension überrascht: Neben zahlreichen europäischen Staaten sind auch Australien, Brasilien und Mexiko betroffen. Was am 5. Januar als kontrollierte Maßnahme kommuniziert wurde, hat sich innerhalb weniger Tage zu einem internationalen Vorfall ausgeweitet.

Analysten rechnen mit hohen Kosten

Die Schätzungen über die finanziellen Auswirkungen gehen deutlich auseinander. Während das Management unter CEO Philipp Navratil von "deutlich weniger als 0,5 Prozent des Jahresumsatzes" spricht, sehen Analysten das Risiko weitaus höher. Jefferies kalkuliert im ungünstigsten Szenario mit bis zu 1,2 Milliarden Schweizer Franken – etwa 1,3 Prozent des Konzernumsatzes. Barclays schätzt die Belastung auf 0,8 bis 1,5 Prozent.

Hinzu kommt der Reputationsschaden. Im sensiblen Markt für Babynahrung ist das Vertrauen der Eltern die entscheidende Währung. Die Vorwürfe von Foodwatch, Nestlé habe bereits früher Hinweise auf Verunreinigungen ignoriert, verschärfen die Situation zusätzlich. Die Aktie gab seit Jahresbeginn bereits rund 4,6 Prozent nach.

Bilanzvorlage im Februar wird wegweisend

Am 19. Februar legt Nestlé die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Spätestens dann muss das Management konkrete Angaben zu den erwarteten Belastungen durch die Rückrufaktion machen und darlegen, welche Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ergriffen werden.

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