Was als lokales Problem begann, wächst sich zur größten Rückrufaktion der Unternehmensgeschichte aus. Nestlé warnt nun weltweit in 37 Ländern vor potenziell toxischer Säuglingsnahrung, während Verbraucherschützer dem Management schwere Versäumnisse bei der Kommunikation vorwerfen. Angesichts drohender Klagen und Milliardenverlusten steht CEO Philipp Navratil vor seiner schwersten Bewährungsprobe.

  • Performance seit Jahresbeginn: -5,45 %
  • Veränderung letzte 7 Tage: -3,33 %
  • Volatilität (30 Tage): 55,69 %

Eskalation zur globalen Krise

Die operative Lage spitzt sich dramatisch zu. Nestlé musste den Rückruf von Säuglingsnahrung massiv ausweiten, betroffen sind mittlerweile über 800 Produkte der Marken BEBA, SMA, NAN und Alfamino. Was Anleger nervös macht, ist der Grund der Maßnahme: Eine mögliche Kontamination mit Cereulid, einem Toxin des Bakteriums Bacillus cereus, das über verunreinigtes Öl eines Zulieferers in die Produktion gelangte. Das Gift kann innerhalb kürzester Zeit zu schweren gesundheitlichen Problemen führen.

Zwar betont der Konzern, dass es bislang keine bestätigten Erkrankungen gibt, doch der Reputationsschaden ist immens. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisiert das Krisenmanagement scharf und wirft dem Unternehmen vor, Warnungen aus dem europäischen Schnellwarnsystem (RASFF) verzögert weitergegeben zu haben – Vorwürfe, die Nestlé zurückweist.

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Analysten und die Milliarden-Rechnung

Die finanziellen Auswirkungen lassen sich noch nicht abschließend beziffern, doch erste Schätzungen sind alarmierend. Experten von Jefferies warnen vor einem potenziellen Umsatzverlust von bis zu 1,5 Milliarden USD. Diese Unsicherheit spiegelt sich in der jüngsten Kursentwicklung wider: Der Titel verlor in der letzten Woche 3,33 % an Wert und notiert mit einem Minus von 5,45 % seit Jahresbeginn deutlich im roten Bereich.

Als Reaktion auf die Gemengelage strichen mehrere Analysehäuser ihre Kursziele zusammen:
* Deutsche Bank Research senkte das Ziel auf 82 CHF und bemängelt fehlende Kurstreiber.
* UBS reduzierte noch deutlicher auf 78 CHF.
* JPMorgan behält das Votum "Neutral" vorerst bei.

Strategie auf dem Prüfstand

Für CEO Philipp Navratil kommt das Debakel zur Unzeit. Er steckt mitten in einem komplexen Umbauprogramm, das den Abbau von 16.000 Stellen vorsieht, um die Profitabilität zu steigern. Marktbeobachter werten Berichte über einen möglichen Verkauf der Kaffeekette Blue Bottle Coffee als Indiz dafür, dass der Konzern dringend Liquidität freisetzen möchte, um die Kosten der Krise abzufedern. Erschwerend kommt das makroökonomische Umfeld hinzu: Die Preise für Kakao und Kaffee haben sich seit 2024 verdoppelt, was zusätzlich auf die Margen drückt.

Drohende juristische Auseinandersetzungen erhöhen das Risiko weiter. Die Anwaltskanzlei Rosen Law Firm prüft bereits Sammelklagen, was die Unsicherheit im Markt zementiert. Entscheidend wird nun sein, ob Nestlé das organische Wachstumsziel von über 2,2 % für das Jahr 2025 trotz des massiven Gegenwinds halten kann – die kommenden Quartalszahlen werden hierauf eine Antwort liefern müssen.

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