Die Rückrufaktion von möglicherweise mit Gift belasteter Babynahrung entwickelt sich zum massiven Reputationsproblem für den Schweizer Lebensmittelkonzern. Was Anfang der Woche mit etwa 30 betroffenen Ländern begann, hat sich mittlerweile auf mindestens 50 Märkte weltweit ausgeweitet. Die Aktie verlor am Donnerstag an der Schweizer Börse zeitweise 0,31 Prozent auf 74,30 Franken.

Betroffen sind die bekannte Marke Beba sowie Spezialprodukte wie Alfamino. In Lateinamerika, Asien, Afrika und dem Nahen Osten müssen große Märkte wie Brasilien, Chile, China, Ägypten, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Chargen zurückrufen. Neu hinzugekommen sind Australien und Neuseeland. In Europa erfolgten Rückrufe bereits in mindestens 27 Märkten. Die USA und Kanada bleiben bislang verschont.

Kommunikation unter Beschuss

Konsumentenschützer von Foodwatch werfen Nestlé und den zuständigen Behörden vor, teilweise wochenlang zugewartet zu haben, bevor über die Probleme informiert wurde. Die Organisation geht davon aus, dass rund 60 Länder und mehr als 800 Produkte aus über zehn Nestlé-Werken betroffen sind – deutlich mehr als offiziell kommuniziert.

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Die NGO fordert volle Transparenz und drängt auf Antworten zu grundlegenden Fragen: Wann trat die Kontamination erstmals auf? Welche Produktionswerke sind betroffen? Noch hält sich Nestlé mit Details zurück und verweist lediglich auf Angaben auf einer eigens eingerichteten Webseite.

Konkurrenten wittern ihre Chance

Während Nestlé betont, die finanziellen Folgen würden sich in Grenzen halten und deutlich weniger als 0,5 Prozent des Jahresumsatzes ausmachen, sehen Analysten das anders. Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel warnt vor erheblichen Reputationsrisiken. Auch wenn bislang keine Erkrankungen bekannt seien, hinterlasse der Fall einen "bitteren Nachgeschmack" – besonders was die Kommunikation angehe.

Die Investmentbank Jefferies betont: Sollten sich die Bedenken der Konsumenten hinsichtlich der Produkt- und Markensicherheit hinziehen, könnte dies hohe Umsatzverluste auslösen. Konkurrenten wie Danone könnten davon profitieren. Einige Analysten empfehlen bereits, auf den französischen Rivalen zu setzen.

Die Erwartungen an die neue Unternehmensführung unter Chef Philipp Navratil sind hoch. Sobald das Ausmass des Rückrufs bekannt sei, müsse Nestlé umfassend und klar informieren, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die Frage bleibt: Ist der Gipfel des Eisbergs erreicht oder wartet noch mehr?

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