Nel ASA Aktie: Kein Endspurt!
Die Nel-ASA-Aktie bewegt sich derzeit in einer engen Handelsspanne, während der Markt auf die Zahlen zum vierten Quartal 2025 wartet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die jüngsten Investitionen in die neue Elektrolyseur-Plattform ausreichen, um den deutlichen Rückgang beim Auftragseingang aufzuhalten. Der Titel bleibt damit an einem sensiblen Punkt für die weitere Kursentwicklung.
Enge Spanne nach starkem Rückgang
Die Aktie pendelt aktuell in einer engen Zone um 2,20 bis 2,30 NOK. Diese Seitwärtsphase folgt auf einen deutlichen Kursrückgang von Niveaus über 5,00 NOK im Jahr 2024. Binnen eines Jahres ist damit mehr als die Hälfte des Börsenwerts verloren gegangen.
Zusätzlich belasten strukturelle Gegenwinde die gesamte Branche für Wasserstoff-Anlagen. Europäische Aufsichts- und Förderinstitutionen verweisen immer wieder auf hohe Produktionskosten und den langsamen Ausbau der Infrastruktur als zentrale Hürden für ein schnelleres Wachstum.
Q3 2025: Schwacher Auftragseingang
Die Zahlen zum dritten Quartal 2025 haben die vorsichtige Stimmung verstärkt. Besonders die Entwicklung beim Neugeschäft stach negativ hervor:
- Umsatz aus Verträgen: 303 Mio. NOK (–17 % gegenüber Vorjahr)
- Auftragseingang: 57 Mio. NOK (–64 %)
- Auftragsbestand: 984 Mio. NOK
- Liquide Mittel: rund 1,8 Mrd. NOK
Der starke Einbruch beim Auftragseingang signalisiert eine schwache kurzfristige Nachfrage, obwohl weiter neue Projekte angekündigt werden. Der hohe Kassenbestand verschafft finanziellen Spielraum, ändert aber nichts daran, dass der operative Druck auf Umsatz- und Margenentwicklung zugenommen hat.
Herøya-Investition als strategischer Schritt
Im Dezember 2025 hat Nel die finale Investitionsentscheidung zur Industrialisierung der nächsten Generation seiner druckalkalischen Elektrolyseur-Plattform am Standort Herøya bestätigt. Damit endet ein rund siebenjähriges Entwicklungsprogramm und das Unternehmen setzt klar auf Skalierung und Kostensenkung.
Eckdaten des Projekts
- EU Innovation Fund Förderung: bis zu 135 Mio. Euro
- Zielkapazität: bis zu 4 Gigawatt jährlich
- Geplanter Marktstart: erste 1-GW-Phase im ersten Halbjahr 2026
- Skalierte Auslieferungen: erwartet ab 2027
- Gesamtinvestition: rund 300 Mio. NOK
Ziel ist es, die Systemkosten deutlich zu senken und die Stromgestehungskosten von Wasserstoff (Levelized Cost of Hydrogen) zu reduzieren. Damit soll die Wettbewerbsposition gegenüber Anbietern wie ITM Power und thyssenkrupp nucera gestärkt werden.
Analysten zurückhaltend
Die Markterwartungen sind spürbar heruntergefahren worden. Das Konsenskursziel wurde zuletzt um etwa 7,9 % auf rund 2,23 NOK gesenkt. Begründet wird dies mit geringeren Wachstumserwartungen und anhaltendem Gegenwind im Sektor.
Einige aktuelle Einschätzungen im Überblick:
- Citi: neutrale Einstufung, Kursziel 2,70 NOK
- Kepler Cheuvreux: Reduce-Rating, Kursziel 1,90 NOK
- Jefferies: Hold, Kursziel 2,20 NOK
Die Spanne der veröffentlichten Kursziele reicht von 1,20 NOK bis 4,20 NOK. Diese Differenz verdeutlicht die Unsicherheit über die Umsetzung der Strategie und die künftige Nachfrageentwicklung im Wasserstoffmarkt.
Nächste Termine im Fokus
Der nächste zentrale Impuls ist der Bericht zu Q4 2025 und zum Gesamtjahr 2025, der für den 26. Februar 2026 angekündigt ist. Investoren werden vor allem darauf achten, ob sich der Auftragseingang nach dem schwachen dritten Quartal stabilisiert und wie konkret das Management den Beitrag der neuen Herøya-Plattform zum Umsatzpfad ab 2026/2027 skizziert.
Am 10. April 2026 folgt die Hauptversammlung. Dort bietet sich eine weitere Gelegenheit, Fortschritte bei der Umsetzung der Investitionspläne und der Kapazitätserweiterung zu erläutern. Bis dahin dürfte die Aktie sensibel auf makroökonomische Faktoren wie Zinsentwicklung und Investitionsbereitschaft im Energiesektor reagieren, da diese derzeit einen größeren Einfluss auf die kurzfristige Kursvolatilität haben als einzelne Unternehmensmeldungen.
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