Nasdaq 100: KI-Realitätscheck
Die KI-Euphorie bekommt an der Nasdaq eine nüchterne Gegenrechnung. Obwohl Apple und Microsoft mit ihren Umsätzen teils über den Erwartungen lagen, drehte sich die Debatte plötzlich um etwas anderes: Wie teuer wird das KI-Wettrennen – und was macht das mit den Margen?
Am Freitag setzte sich zum Wochenschluss genau dieser Stimmungswechsel durch. Investoren schauten weniger auf Wachstum um jeden Preis, sondern auf den Ertrag der Milliardeninvestitionen.
Wenn „mehr Umsatz“ nicht reicht
Die Handelssitzung war geprägt von einer zähen Erkenntnis aus einer turbulenten Berichtswoche: Gute Zahlen sind nur die Eintrittskarte – entscheidend ist, was sie kosten. Besonders bei hoch bewerteten Tech-Titeln reagierte der Markt empfindlich auf alles, was nach steigenden Ausgaben und sinkenden Margen aussieht.
Institutionelle Anleger drehten entsprechend Positionen: weg von teuren Software- und Hardware-Namen, hin zu mehr Vorsicht. Der Fokus verlagerte sich von Umsatzwachstum auf Margendruck. Auslöser war unter anderem Microsofts Hinweis, dass die Kosten der verkauften Produkte (COGS) um 22 bis 23% steigen dürften. Das traf den Nerv eines Marktes, der die „KI-Prämie“ bislang bereitwillig bezahlt hatte.
Microsoft belastet, Apple überzeugt nur teilweise
Den größten Bremsklotz lieferte Microsoft. Zwar meldete der Konzern ein Umsatzplus von 17% auf 81,3 Mrd. US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 4,14 US-Dollar – beides über den Schätzungen. Trotzdem kam es zum stärksten Abverkauf seit März 2020. Der Grund: Anleger erschrecken weniger vor den Ergebnissen als vor der Kapitalintensität des KI-Ausbaus. Selbst ein Azure-Wachstum von 39% reichte offenbar nicht, um die ambitioniertesten Erwartungen zu erfüllen.
Auch Apple konnte die Stimmung nicht drehen. Das Unternehmen meldete Rekordumsätze im ersten Quartal von 143,8 Mrd. US-Dollar (+16% im Jahresvergleich) sowie einen kräftigen Sprung in „Greater China“ (+38%). Doch die Märkte hingen sich an Aussagen von CEO Tim Cook auf, die auf anziehende Kosten hindeuten: Apple befinde sich im „supply chase“-Modus, gleichzeitig sollen die Preise für Speicherchips um 20 bis 30% steigen – ein klarer Gegenwind für die Marge.
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Meta zeigte nach der starken Reaktion zu Wochenbeginn Gewinnmitnahmen und rutschte im Sog der Schwäche mit ab. Tesla hielt sich im Vergleich robuster, gestützt von der Robotaxi-Erzählung, obwohl der Konzern zuvor einen deutlichen Gewinnrückgang gemeldet hatte.
Kurz zusammengefasst – das dominierte die Woche:
- Der Markt bestraft KI-Investitionen, wenn der Nutzen (ROI) nicht sofort sichtbar wird.
- Margen werden wichtiger als reines Wachstum.
- Die „Mag 7“-Zahlen treiben die Indexrichtung stärker als klassische Makro-Daten.
Fed-Personalie bringt neue Unruhe
Zusätzliche Unsicherheit kam spät am Freitag aus Washington: Präsident Trump nominierte Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der US-Notenbank ab Mai 2026. Warsh gilt historisch eher als „Falke“, hatte zuletzt aber in einem Gastbeitrag auch Zinssenkungen befürwortet.
Am Anleihemarkt blieb die Lage entsprechend wackelig, weil Händler versuchten, Warshs möglichen Kurs einzupreisen. Zwar werden an den Terminmärkten weiterhin zwei Zinssenkungen bis Ende 2026 erwartet, doch die Personalie wirft eine neue Frage auf: Wie aggressiv würde Warsh beim Thema Fed-Bilanz auftreten, die er zuvor kritisiert hatte?
Beim Nasdaq 100 ist die Bewegung am Freitag im Kursbild nur moderat sichtbar: Der Index schloss bei 25.552,39 Punkten und liegt damit rund 2,4% unter seinem 52‑Wochen‑Hoch. Der Eindruck dahinter ist aber klar: Die Risikobereitschaft wirkt weniger selbstverständlich als noch vor wenigen Wochen.
Zum Wochenstart dürfte die Richtung vor allem an zwei Punkten hängen: ob Microsoft und Apple nach dem „Sell the news“-Moment Stabilität finden – und ob die nächsten Big-Tech-Zahlen von Amazon und Alphabet am 4. und 5. Februar die CapEx-Sorgen weiter anheizen oder entkräften.
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