Nasdaq 100: Chiprally treibt an
Ein Arbeitsmarktbericht, der weder zu heiß noch zu kalt ausfällt, und dazu eine breit angelegte Rally bei Halbleitern – diese Kombination hat den Nasdaq 100 am Freitag sichtbar nach vorne gebracht. Der Technologieindex legte auf Wochensicht spürbar zu und nähert sich wieder seinem Rekordbereich. Im Mittelpunkt standen Speicher- und Chipwerte, die von Konjunkturhoffnungen und Rückenwind durch die Zinsseite profitierten. Doch wie solide ist dieser Anstieg wirklich?
Goldilocks-Arbeitsmarkt stützt Tech
Auslöser der positiven Stimmung war vor allem der jüngste US-Arbeitsmarktbericht. Die US-Wirtschaft schuf im Dezember 50.000 neue Stellen und blieb damit leicht unter den Erwartungen von 55.000. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote von 4,6 auf 4,4 Prozent.
Diese Kombination signalisiert ein abkühlendes, aber weiterhin robustes Beschäftigungsumfeld. Für die Börse ist das attraktiv:
- Das Wachstum wirkt nicht überhitzt, was den Druck auf Anleiherenditen und damit auf die Notenbank verringert.
- Zugleich bleibt die Konjunktur stark genug, um Unternehmensgewinne zu stützen, insbesondere in zyklisch sensiblen Technologie- und Konsumsektoren.
Passend dazu fiel die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe auf 4,18 Prozent. Niedrigere Renditen erhöhen den Barwert künftiger Gewinne – ein Pluspunkt vor allem für wachstumsstarke Tech-Titel, die den Nasdaq 100 dominieren.
Im Rohstoffbereich legte WTI-Öl um 2,58 Prozent zu, getrieben von Angebotsängsten. Gold sprang um 3,59 Prozent nach oben und profitierte sowohl von den niedrigeren Renditeerwartungen als auch von seiner Rolle als sicherer Hafen.
Halbleiter und Speicher als Kurstreiber
Innerhalb des Nasdaq 100 war am Freitag klar zu erkennen, woher der Rückenwind kam: Die Halbleiterbranche war der zentrale Motor des Anstiegs, insbesondere Speicher- und etablierte Chipproduzenten.
- SanDisk profitierte kräftig von Analysten-Hochstufungen. Hintergrund sind stark steigende Investitionen in Rechenzentren, die die Nachfrage nach Speicherlösungen ankurbeln.
- Intel zog zweistellig an. Positive Einschätzungen zur Foundry-Offensive und die Aussicht auf staatliche Unterstützung für den Ausbau der Fertigung sorgten für Fantasie.
- Micron setzte seine Aufwärtsbewegung fort, getragen von einer verbesserten Preissetzungsmacht im Speichermarkt.
- ASML legte ebenfalls deutlich zu und wurde von der generellen Euphorie rund um Chipausrüstung unterstützt.
Auch Tesla trug mit einem moderaten Anstieg zum Indexplus bei und lag damit über dem breiteren Elektroautosektor.
Auffällig: Nicht alle Halbleiterwerte liefen mit. Broadcom geriet nach vorangegangenen Höchstständen unter Gewinnmitnahmen. Nvidia konsolidierte seine zuvor starken Gewinne und schloss leicht im Minus, während Kapital in Nachzügler der Branche umgeschichtet wurde. Das deutet auf eine sektorinterne Rotation statt auf eine generelle Schwäche der Halbleiter hin.
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Technisches Bild: Aufwärtstrend intakt
Charttechnisch konnte der Nasdaq 100 eine wichtige Unterstützungszone bestätigen. Der Bereich um 25.350 Punkte, der in etwa mit dem 50-Tage-Durchschnitt zusammenfällt, wurde erfolgreich verteidigt. Von dort aus drehte der Index im Tagesverlauf nach oben und schloss nahe am Tageshoch.
Mit dem Schlussstand bei 25.766,26 Zählern liegt der Index nur gut ein Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26.068,92 Punkten. Gleichzeitig notiert er rund sechs Prozent über der 200-Tage-Linie – ein klares Signal für einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend. Der 14-Tage-RSI von 55,2 bewegt sich im neutral-positiven Bereich und lässt statistisch weiteren Spielraum nach oben, ohne auf eine kurzfristige Überhitzung hinzuweisen.
Auf der Oberseite rückt nun der Widerstand bei rund 25.835 Punkten in den Fokus. Ein Ausbruch darüber würde den Weg zur psychologisch wichtigen Marke von 26.000 Punkten öffnen. Auf der Unterseite bleibt der Bereich um das Tagestief sowie die Zone um 25.350 Punkte als kurzfristige Unterstützung relevant.
Ausblick: Widerstand im Visier
Für die neue Woche entscheidet vor allem, ob der Nasdaq 100 den Widerstand um 25.835 Punkte klar nach oben durchbrechen kann. Gelingt dies mit Volumen, wäre das ein technisches Signal für eine Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends in Richtung und über die 26.000-Punkte-Marke.
Kurzfristig werden die Vorzeichen vor allem von der Zinsseite und politischen Schlagzeilen bestimmt:
- Vorbörsliche Bewegungen bei den US-Staatsanleiherenditen zeigen, ob der „Goldilocks“-Eindruck beim Arbeitsmarktbericht anhält.
- Meldungen zu Handelszöllen oder neuen Tarifmaßnahmen könnten schnell wieder für Unsicherheit sorgen und insbesondere zyklische Tech-Werte treffen.
Unterm Strich zeigt der jüngste Handelstag einen Markt, der eine weiche Landung der US-Wirtschaft derzeit als realistisches Szenario einpreist – mit klaren Vorteilen für wachstumsorientierte Technologie- und Halbleiterwerte, solange dieses Bild nicht von neuen Daten oder politischen Risiken infrage gestellt wird.
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