Mit dem Abschluss der Greer-Steel-Übernahme setzt Mutares gleich zu Jahresbeginn ein klares Zeichen: Die Münchner Beteiligungsgesellschaft baut ihr Nordamerika-Geschäft aus und stärkt zugleich das Segment Engineering & Technology. Entscheidend ist dabei weniger der Kauf an sich, sondern die Rolle von Greer Steel als Plattform für weiteres Wachstum in den USA.

Die Fakten im Überblick

  • Übernahmeziel: Greer Steel Co., Inc., Dover (Ohio, USA)
  • Segment: Integration als Plattform im Bereich Engineering & Technology
  • Mitarbeiter: rund 110
  • Produkt: kaltgewalzte Stahlbänder
  • Auslieferung 2024: über 18.000 Tonnen
  • Marktfokus: 96 % der Umsätze in den USA, davon etwa 60 % mit Kunden aus der Automobilindustrie

Am Freitag meldete Mutares den formellen Abschluss (Closing) der Transaktion. Über den Kaufpreis wurde keine Angabe gemacht, wie bei der Gesellschaft üblich.

Strategische Bedeutung der US-Akquisition

Greer Steel ist ein etablierter Anbieter von kaltgewalzten Stahlbändern für Kunden aus der Auto- und Industriebranche in den USA. Mit dem Standort in Ohio sichert sich Mutares direkten Zugang zu einer starken regionalen Industriebasis und einem wichtigen Automobilcluster.

CIO Johannes Laumann spricht von einem „strategischen Meilenstein“. Dahinter steht vor allem:

  • Stärkung des Segments Engineering & Technology
  • Aufbau einer eigenen Plattform in Nordamerika
  • Verringerung der Abhängigkeit von europäischen Konjunkturzyklen
  • Direkter Zugang zum US-Automobilsektor als Hauptabnehmer

Damit fügt sich der Deal nahtlos in die Buy-and-Build-Strategie von Mutares ein. Greer Steel dient als Ausgangspunkt, um das Geschäft in den USA perspektivisch mit weiteren Zukäufen (Add-ons) auszubauen und Synergien zu nutzen.

Hohe Transaktionsdynamik im Portfolio

Der Abschluss kommt in einer Phase intensiver Portfoliobewegung. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte Mutares den Verkauf (Exit) des Beteiligungsunternehmens Conexus an ATS vereinbart. Der schnelle Wechsel zwischen Zukäufen und Verkäufen unterstreicht die aktive Steuerung des Portfolios.

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Die Kombination aus:

  • Exit auf der einen Seite (Conexus)
  • und dem Aufbau einer neuen US-Plattform auf der anderen Seite (Greer Steel)

zeigt, dass Mutares Kapital und Management-Ressourcen gezielt umschichtet. Marktbeobachter sehen darin ein konsequentes Vorgehen, um das Profil des Konzerns international breiter aufzustellen.

Aktie: Leichte Erholung mit Rückenwind

Die Börse honorierte den Vollzug der Transaktion bereits zum Wochenschluss mit moderaten Kursgewinnen. Die Aktie beendete den Freitag bei 29,85 Euro und liegt damit knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,98 Euro. Auf 30-Tage-Sicht ergibt sich ein Plus von 5,85 %, während der Titel seit Jahresanfang praktisch unverändert notiert.

Im größeren Bild bleibt die Spanne deutlich:
- Das 52-Wochen-Hoch lag Mitte März 2025 bei 46,00 Euro, rund 35 % über dem aktuellen Kurs.
- Vom 52-Wochen-Tief bei 24,85 Euro im Januar 2025 hat sich die Aktie dagegen bereits um gut 20 % nach oben gelöst.

Der RSI von 37,3 signalisiert, dass das Papier noch nicht überkauft ist, aber sich von einem schwächeren Niveau erholt. Die technische Lage wirkt damit stabilisiert, ohne in eine Übertreibungsphase überzugehen.

Integration als nächster Bewährungstest

In den kommenden Quartalen rückt die operative Arbeit in den Vordergrund. Mutares plant bei Greer Steel insbesondere:

  • Optimierung von Prozessen und Bestandsmanagement
  • Anpassung und Modernisierung der IT-Strukturen
  • Steigerung der Profitabilität der neuen Tochtergesellschaft

Entscheidend wird sein, wie schnell Effizienzgewinne realisiert und mögliche Add-on-Akquisitionen in Nordamerika angebunden werden können. Gelingt dies wie geplant, könnte der erfolgreiche US-Deal im ersten Quartal 2026 zusätzlichen Rückenwind für die Aktie liefern und die begonnene Erholung über den Januar hinaus stützen.

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