Nach einem starken Jahr 2025 mit gut 21 % Gesamtrendite startet der iShares MSCI World ETF (URTH) verhalten ins neue Jahr. Die erhoffte Jahresend-Rally ist ausgeblieben, 2026 beginnt mit einer Konsolidierungsphase. Im Mittelpunkt stehen nun vor allem zwei Themen: die weitere Entwicklung der KI-Investitionen und der Kurs der US-Notenbank bei den Zinsen.

  • 2025: rund +21 % Gesamtrendite
  • Jahresauftakt 2026: leichte Konsolidierung, YTD leicht im Minus
  • Klare Schwerpunktsetzung auf US-Mega-Caps und KI-Sektor
  • Emerging Markets bewusst ausgeschlossen

Marktlage und Anlagethema

Das zentrale Anlagethema des MSCI World ETFs lässt sich aktuell als „konzentrierte Qualität“ beschreiben. Die weiche-Landung-Erzählung der zweiten Jahreshälfte 2025 ist in eine abwartende Haltung bezüglich möglicher Zinssenkungen 2026 übergegangen.

Inflationsdaten aus dem Schlussquartal 2025 signalisierten nachlassenden Preisdruck und nährten die Hoffnung auf geldpolitische Lockerungen. Kurzfristig entscheidend für URTH ist jedoch vor allem die Gewinnentwicklung der großen US-Technologie-Konzerne, die einen überproportional hohen Anteil im Fonds ausmachen.

Rund 70 % des Index entfallen auf die USA. Damit spiegelt URTH in hohem Maß die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft und die Wertschöpfungskette rund um Künstliche Intelligenz wider. Belastungsfaktoren wie die Schwäche im Immobiliensektor einzelner Emerging Markets, insbesondere in China, treffen den ETF dagegen kaum, da Schwellenländer grundsätzlich ausgeschlossen sind.

Struktur und Konzentration des Portfolios

Die größte strukturelle Veränderung im Portfolio ist der Aufstieg von Nvidia zur größten Position. Der Chiphersteller hat Apple und Microsoft überholt und unterstreicht damit die starke Ausrichtung des ETFs auf die KI-Hardware-Seite.

Top-10-Positionen (Stand 2. Januar 2026):

Jetzt noch einsteigen? Was Anleger beim MSCI World ETF beachten sollten...

  1. Nvidia (ca. 5,5 %)
  2. Apple (ca. 4,8 %)
  3. Microsoft (ca. 4,0 %)
  4. Amazon (ca. 2,7 %)
  5. Alphabet A (ca. 2,2 %)
  6. Broadcom (ca. 1,9 %)
  7. Alphabet C (ca. 1,9 %)
  8. Meta Platforms (ca. 1,7 %)
  9. Tesla (ca. 1,5 %)
  10. JPMorgan Chase (ca. 1,1 %)

Die Top 10 machen inzwischen rund 27,3 % des Fondsvolumens aus – ein historisch hohes Konzentrationsniveau, das vor allem von den bekannten „Magnificent Seven“ getrieben ist. Das hat die Performance 2025 spürbar gestützt, erhöht aber zugleich das Klumpenrisiko im Technologiesektor. Sollten die KI-Investitionen im ersten Quartal 2026 nachlassen, könnte nahezu ein Drittel des Fonds gleichzeitig unter Druck geraten.

Auf Sektorebene dominiert Informationstechnologie mit rund 24–25 % Gewicht, gefolgt von Finanzwerten und Gesundheitsaktien. Regional liegt der Fokus klar auf den USA, ergänzt um größere Gewichtungen in Japan, Großbritannien, Frankreich und Kanada.

Kennzahlen und Marktstellung

Zum heutigen Handelstag liegt der Kurs von URTH bei rund 186,50 US-Dollar. Nach dem starken Vorjahr zeigt der ETF zum Jahresauftakt eher eine Seitwärtsbewegung:

  • 1 Woche: etwa +0,4 %
  • 1 Monat: etwa +0,7 %
  • 3 Monate (NAV): rund +3,1 %
  • Jahr 2026 (YTD): etwa -0,4 %
  • Gesamtjahr 2025 (Total Return): rund +21,3 %

Mit einem Fondsvolumen von rund 6,7 Mrd. US-Dollar ist URTH gut handelbar, weist jedoch etwas breitere Spreads auf als große S&P-500-ETFs. Der Fonds bildet den MSCI World mittels physischer Replikation (Sampling) ab. Der aktuelle Aufschlag zum Nettoinventarwert von rund +0,06 % signalisiert eine effiziente Preisbildung.

Im Wettbewerbsumfeld tritt URTH gegen breit diversifizierte Welt-ETFs wie den Vanguard Total World (VT) oder den iShares MSCI ACWI an. Die Unterschiede sind deutlich:

  • Kostenquote: URTH etwa 0,24 %, VT 0,07 %, ACWI 0,32 %
  • Abdeckung: URTH nur entwickelte Märkte, VT und ACWI inklusive Emerging Markets
  • Breite: URTH ca. 1.320 Positionen, VT über 9.800, ACWI über 2.300
  • Top-10-Gewicht: bei allen im Bereich 25–27 %

URTH ist damit spürbar teurer als VT, bietet dafür aber gezielt keinen Zugang zu Schwellenländern. 2025 lagen Emerging Markets mit rund +33 % deutlich vorne, sodass URTH leicht hinter ACWI-orientierten Strategien zurückblieb. Auf Fünfjahressicht hat der Fokus auf entwickelte Märkte – getragen von der Dominanz der US-Technologie – jedoch tendenziell zu besseren risikoadjustierten Ergebnissen geführt.

Blick nach vorn

Für das erste Quartal 2026 zeichnen sich mehrere entscheidende Einflussfaktoren ab:

  • US-Geldpolitik: Die Märkte preisen Zinssenkungen im Jahresverlauf ein. Sollten Inflationsdaten – etwa ein erneuter Anstieg des Verbraucherpreisindex – dieses Szenario in Frage stellen, dürfte das vor allem die hoch bewerteten Tech-Schwergewichte im Fonds belasten.
  • Berichtssaison: Die anstehenden Quartalszahlen von Nvidia und Microsoft werden zum zentralen Prüfstein für die aktuelle Bewertung des ETFs.
  • Indexanpassung: Die nächste MSCI-Überprüfung im Februar 2026 könnte die Gewichte neu justieren. Angesichts der jüngsten Kursgewinne bei Broadcom und Tesla ist eine weitere Verdichtung im oberen Segment möglich.

URTH bleibt ein Kernbaustein für wachstumsorientierte Anleger mit Fokus auf entwickelte Märkte, allerdings zu inzwischen anspruchsvollen Bewertungen: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Index liegt über 20. Für 2026 spricht vieles dafür, dass Renditen vor allem aus Gewinnwachstum statt aus weiterer Multiple-Ausweitung kommen müssen. Charttechnisch gilt der Bereich um 180 US-Dollar als erste wichtige Unterstützungszone; ein Rutsch darunter würde auf eine tiefere Korrektur der Rally 2025 hindeuten.

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