Zwei strukturelle Weichenstellungen in kurzer Folge: Der iShares MSCI World ETF (URTH) steht vor einem ungewöhnlich ereignisreichen Halbjahr. Zunächst hat Indexanbieter MSCI einen viel diskutierten Plan verworfen — und nun rückt eine tiefgreifende Überarbeitung der Indexmethodik in den Vordergrund.

Kein Krypto-Ausschluss

MSCI hatte erwogen, Unternehmen mit hohen Kryptowährungs-Beständen — sogenannte Digital Asset Treasury Companies — aus seinen Indizes zu entfernen. Betroffen wäre etwa Strategy Inc. gewesen, bei der Krypto-Bestände mehr als 50 % des Gesamtvermögens ausmachen. Nun hat MSCI diese Pläne verworfen und die bestehende Indexbehandlung beibehalten. Eine breitere Konsultation ist zwar geplant, konkrete Maßnahmen werden jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.

Für URTH-Anleger bedeutet das: kein unmittelbarer passiver Verkaufsdruck auf entsprechende Positionen.

Die eigentliche Zäsur: Mai 2026

Folgenreicher dürfte die für Mai 2026 geplante Überarbeitung der Streubesitz-Berechnung sein. MSCI führt dann drei separate Kategorien ein — „hoch" (über 25 %), „niedrig" (5–25 %) und „sehr niedrig" (unter 5 %) — mit jeweils unterschiedlichen Rundungsgenauigkeitsregeln. Diese technisch klingende Anpassung kann die berechneten Streubesitzanteile einzelner Mega-Cap-Unternehmen neu kalibrieren und damit deren Indexgewichtungen verschieben.

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Wie stark dieser Effekt ausfällt, ist noch offen. MSCI selbst schätzt den einseitigen Turnover-Effekt für den breiteren MSCI World Investable Market Index auf 0,3 % — ein bescheidener Wert. Marktbeobachter fragen sich dennoch, ob die Änderungen die bereits ausgeprägte Konzentration des Index aufbrechen oder weitgehend bestätigen werden. Aktuell entfallen allein auf Nvidia, Apple und Microsoft zusammen rund 13,5 % des Portfolios; der US-Anteil liegt bei über 70 %.

Fondsdaten im Überblick

Die Ausschüttungsrendite des Fonds liegt per Ende Februar 2026 bei 1,44 %, die durchschnittliche Dividendenwachstumsrate der vergangenen drei Jahre bei 14,92 %. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,24 %. Zum Vergleich: Der Vanguard Total World Stock ETF (VT) bietet eine breitere Diversifikation inklusive Schwellenländer bei einer deutlich niedrigeren Kostenquote von 0,06 %.

Die Methodenrevision im Mai ist damit das strukturell bedeutsamere Ereignis des Jahres für URTH — und wird zeigen, wie stark die Indexgewichte der größten Schwergewichte tatsächlich ins Wanken geraten.

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