MicroStrategy Aktie: Bitcoin-Turbo
MicroStrategy legt beim Bitcoin-Engagement weiter nach – und der Markt reagiert. Nach einer neuen Krypto-Großinvestition und einer deutlichen Erholung beim Bitcoin-Kurs rückt die Aktie zum Wochenstart wieder stärker in den Fokus. Im Hintergrund stehen allerdings hohe Buchverluste und Bewertungsfragen, die das Bild komplex machen.
Neue Bitcoin-Käufe und Q4-Effekt
Auslöser der jüngsten Kursbewegung war eine Meldung vom 5. Januar: MicroStrategy hat weitere 1.286 Bitcoins für rund 116 Millionen US‑Dollar erworben. Die Käufe fanden Ende Dezember 2025 und Anfang Januar 2026 statt. Der durchschnittliche Kaufpreis der neuen Tranche liegt bei etwa 90.000 US‑Dollar je Coin.
Damit wächst der Bitcoin-Bestand des Unternehmens auf beachtliche 673.783 Stück. Die Strategie bleibt damit klar: MicroStrategy nutzt Kursschwankungen, um seine Position im größten Krypto-Asset weiter auszubauen, obwohl die Volatilität hoch bleibt.
Die Reaktion an der Börse folgte prompt. Am Montag legte die Aktie im Tagesverlauf zeitweise um bis zu 5,3 % zu und schloss mit einem Plus von 3,6 %. Der Anstieg verlief parallel zum Bitcoin, der sich seit den Tiefstständen im Dezember um mehr als 15 % erholt hat und inzwischen über der Marke von 92.000 US‑Dollar notiert.
Auf der anderen Seite belasten neue Zahlen zum vierten Quartal 2025 das Bild. MicroStrategy weist für diesen Zeitraum einen nicht realisierten Verlust auf digitale Assets von rund 17,44 Milliarden US‑Dollar aus. Hintergrund ist der Rückgang des Bitcoin-Kurses im Quartal, der die Buchwerte der Bestände deutlich gedrückt hat.
Teilweise aufgefangen wird dies durch einen latenten Steuerertrag in Höhe von 5 Milliarden US‑Dollar, der das Ergebnis entlastet. Zudem verweist das Unternehmen auf eine gestärkte Liquiditätsposition mit zusätzlichen Barmitteln von 62 Millionen US‑Dollar. Anleger scheinen die Q4-Buchverluste derzeit eher zu relativieren und richten den Blick stärker auf die jüngste Kryptomarkterholung.
Bewertung, Abschlag und Bilanzstruktur
Ein zentrales Thema bleibt die Lücke zwischen Marktkapitalisierung und Wert der Bitcoin-Reserven. Auf Basis von Bitcoin-Preisen über 92.000 US‑Dollar liegt der rechnerische Wert der gehaltenen Coins bei mehr als 62 Milliarden US‑Dollar. Dem steht eine aktuelle Börsenbewertung von etwa 45 bis 47 Milliarden US‑Dollar gegenüber.
Dieser Abschlag deutet darauf hin, dass der Markt erhebliche Risiken einpreist – etwa im Hinblick auf die sehr krypto-lastige Bilanzstruktur und die bisher aggressive Kapitalbeschaffung, mit der die Bitcoin-Käufe finanziert wurden.
Hinzu kommt: 2025 war für die Aktie ein schwaches Jahr. Der Kurs verlor in der Größenordnung von 50 %, belastet von der hohen Abhängigkeit von der Bitcoin-Entwicklung und der entsprechenden Stimmung am Kryptomarkt. Das jüngste Plus fällt daher in die Kategorie Gegenbewegung nach einem schwierigen Jahr und ist zugleich ein Test für den Status der Aktie als „Bitcoin-Proxy“.
Operativ erwirtschaftet MicroStrategy mit der klassischen Software-Sparte zwar weiterhin stabile Umsätze. Für die kurzfristige Kursbildung ist aber klar die Digital-Asset-Strategie ausschlaggebend. Die jüngliche Anhebung der Dividenden auf Vorzugsaktien zeigt zudem, dass das Management auch ertragsorientierte Investoren adressieren will, um das schwankungsreiche Profil etwas abzufedern.
Zur Einordnung der aktuellen Marktlage helfen ein paar Kennzahlen zum Kursbild:
- Schlusskurs gestern (Montag): 164,37 US‑Dollar
- Seit Jahresanfang: +4,59 %, auf 12‑Monats-Sicht aber rund −55 %
- RSI (14 Tage): 84,2 – ein Niveau, das technisch betrachtet auf einen überkauften Zustand hindeutet
Damit spiegelt der Chart gleichzeitig Erholungstendenzen und die Spuren des vorangegangenen Einbruchs wider.
Ausblick: Index-Entscheidung und Bitcoin-Kopplung
Der Blick nach vorn richtet sich nun auf eine wichtige Index-Entscheidung: Mitte Januar steht eine Anpassung durch MSCI an. Im Raum steht die Möglichkeit, dass MicroStrategy aufgrund der stark krypto-dominierten Bilanzstruktur neu klassifiziert und im ungünstigen Fall aus bestimmten Indizes herausgenommen wird. Ein solcher Schritt könnte automatische Verkäufe durch passive Fonds nach sich ziehen und damit zusätzlichen Druck auf die Aktie ausüben.
Auf Analystenseite bleibt der Ton verhalten positiv. Die Investmentbank Benchmark hat ihre Kaufempfehlung zu Wochenbeginn bestätigt und verweist vor allem auf die starke Hebelwirkung der Aktie gegenüber einer langfristigen Wertsteigerung des Bitcoins.
Charttechnisch versucht der Titel, sich oberhalb von 160 US‑Dollar zu stabilisieren. Kurzfristig bleibt die enge Kopplung an den Bitcoin entscheidend: Hält die Kryptowährung die Marke von 92.000 US‑Dollar oder höher, stärkt das die Chancen auf eine Fortsetzung der Erholung bei MicroStrategy. Fällt Bitcoin dagegen erneut deutlicher zurück, dürften sich die zuletzt aufgehellten Aussichten für die Aktie schnell wieder eintrüben.
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