Micron Technology rückt am Mittwoch in den Fokus der Wall Street. Zwei renommierte Investmentbanken heben ihre Einschätzungen deutlich an und begründen dies mit einer strukturellen Verknappung bei Speicherchips, die durch den KI-Boom getrieben wird. Während RBC Capital und Cantor Fitzgerald Kursziele von bis zu 450 US-Dollar ausgeben, reagiert die Aktie zunächst verhalten.

Analysten sehen langfristigen Superzyklus

RBC Capital startet am 14. Januar mit einer "Outperform"-Einstufung und einem Kursziel von 425 US-Dollar in die Coverage. Die Analysten argumentieren, dass der aktuelle Engpass bei DRAM-Speicher kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern sich bis 2027 fortsetzt. Grund ist der enorme Kapitalbedarf für KI-Infrastruktur. RBC traut Micron einen Gewinn je Aktie von über 50 US-Dollar auf dem Höhepunkt dieses Zyklus zu.

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Cantor Fitzgerald zieht nach und erhöht das Kursziel von 350 auf 450 US-Dollar bei unverändertem "Overweight"-Rating. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage dürfte sich nach Einschätzung der Bank bis ins Kalenderjahr 2027 ziehen. Der Konsens für 2026 liegt bei 38 US-Dollar je Aktie – Cantor sieht deutliches Potenzial darüber hinaus.

Die Marktreaktion fällt verhalten aus: Die Aktie gibt 1,41 Prozent auf 333,35 US-Dollar ab. Im nachbörslichen Handel verstärkt sich der Rückgang um weitere rund 2 US-Dollar.

Starke Zahlen, gemischte Signale

Die fundamentale Basis stimmt. Im ersten Geschäftsquartal steigerte Micron den Umsatz um 56,7 Prozent auf 13,64 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 4,78 US-Dollar und übertraf die Erwartungen von 3,77 US-Dollar deutlich. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen 8,22 bis 8,62 US-Dollar je Aktie in Aussicht.

Gleichzeitig zeigen sich Insider und institutionelle Investoren verkaufsbereit. In den vergangenen drei Monaten wurden Aktien im Wert von rund 72,3 Millionen US-Dollar abgestoßen. Berichte vom Mittwoch legen nahe, dass Institutionen wie Sumitomo Mitsui und Nisa ihre Positionen im vierten Quartal 2025 und frühen ersten Quartal 2026 reduziert haben. Die Aktie notiert nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 351,23 US-Dollar – nach einer Rallye von knapp 250 Prozent innerhalb eines Jahres nehmen einige Anleger Gewinne mit.

HBM als Schlüsselfaktor

Microns Bewertung hängt zunehmend an High Bandwidth Memory (HBM), einem Speichertyp für KI-Beschleuniger wie die von Nvidia. Mit einem Marktanteil von etwa 21 Prozent liegt Micron hinter SK Hynix (61 Prozent), baut aber aggressiv aus.

Entscheidend: Die gesamte HBM-Produktionskapazität für 2026 ist bereits verkauft. Micron verlagert Fertigungskapazitäten von Consumer-Produkten hin zu margenstärkeren KI-Speichern. Mit geplanten Investitionen von 20 Milliarden US-Dollar für 2026 – ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr – setzt das Unternehmen voll auf diesen Trend. Das Forward-KGV liegt bei etwa 11, deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 26.

Konsolidierung trotz Optimismus

Die Marke von 325 US-Dollar dürfte in den kommenden Tagen als Unterstützung dienen. Während die Langfristperspektive intakt bleibt – getragen von ausverkauften Kapazitäten und steigenden Vertragspreisen –, zeigt sich kurzfristig Konsolidierungsbedarf. Der nächste wichtige Katalysator ist der Produktionsstart von HBM4 ab Mitte 2026. Bis dahin könnte die Aktie zwischen Rekordgewinn-Erwartungen und Gewinnmitnahmen schwanken.

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