Zwei Analystenrevisionen, ein institutioneller Käufer und ein CEO, der einräumt, dass sein Unternehmen die Nachfrage seiner wichtigsten Kunden nur zur Hälfte bedienen kann — die Lage bei Micron ist widersprüchlicher als die jüngsten Kursbewegungen vermuten lassen.

Analysten korrigieren ihre Erwartungen

Citigroup hat das Kursziel für Micron am gestrigen Montag von 510 auf 425 US-Dollar gesenkt, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Als Begründung nennt die Bank nachlassende Spotpreise im DRAM-Segment. Deutlich schärfer fiel die Korrektur bei New Street Research aus: Das Institut kappte sein Ziel bereits Ende März von 345 auf 190 Dollar — bei unverändertem „Neutral"-Rating. Beide Anpassungen spiegeln die Unsicherheit wider, die der Aktie zuletzt zugesetzt hat. Seit ihrem 52-Wochen-Hoch von 402,20 Euro Mitte März hat die Aktie rund 32 Prozent verloren.

Gleichzeitig baute die niederländische Vermögensverwaltung Mn Services Vermogensbeheer ihren Anteil um 1,6 Prozent auf 432.827 Aktien aus — ein Zeichen, dass institutionelle Investoren die Korrektur selektiv zum Einstieg nutzen.

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Nachfrage übersteigt Kapazitäten deutlich

Hinter den Kurszielkorrekturen steckt ein strukturelles Paradox: Micron kann die Nachfrage seiner Großkunden nach eigenen Angaben nur zu 50 bis 66 Prozent erfüllen. CEO Sanjay Mehrotra bezeichnete diese Lücke als „beispiellos". Besonders betroffen ist das HBM-Segment — Hochbandbreitenspeicher, der für KI-Plattformen unverzichtbar ist. Die gesamte HBM-Produktionskapazität für das laufende Kalenderjahr ist bereits ausverkauft.

Um gegenzusteuern, schraubt Micron die Investitionen massiv hoch. Der Capex für das Geschäftsjahr 2026 soll 25 Milliarden Dollar übersteigen — nach rund 18 Milliarden im Vorjahr. Das Geld fließt in neue Fertigungskapazitäten in New York, Singapur und dem kürzlich erworbenen Standort Tongluo in Taiwan.

Rekordquartal trifft auf Bewertungsdruck

Im zweiten Quartal 2026 erzielte Micron einen Rekordumsatz von 23,86 Milliarden Dollar. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen Bruttomargen nahe 80 Prozent in Aussicht. Die operative Stärke ist also unbestritten — das Problem liegt woanders: Die hohe Kapitalintensität der Expansionsstrategie belastet die kurzfristigen Gewinnerwartungen, und geopolitische Spannungen setzen dem gesamten Technologiesektor zu.

Wie schnell Micron die neuen Kapazitäten hochfahren kann und ob die Margen dabei stabil bleiben, dürfte die Richtung der Aktie in den kommenden Quartalen maßgeblich bestimmen.

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