Nach dem KI-getriebenen Höhenflug im Januar ist bei Micron plötzlich mehr Vorsicht zu spüren. Anleger ringen mit einer simplen, aber entscheidenden Frage: Wie viel Rally steckt in echten Fundamentaldaten – und wie viel in überhitzter Technik? Genau dieser Mix sorgt Anfang Februar für spürbare Schwankungen.

KI-Rally trifft auf Warnsignale

Der Kursanstieg im Januar war außergewöhnlich: Getrieben wurde er vor allem von der stark anziehenden Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM), also Speicherchips, die in KI-Rechenzentren eine Schlüsselrolle spielen. Ein Detail zeigt, wie eng der Markt offenbar ist: Die HBM-Produktion für das Kalenderjahr 2026 war laut Bericht bereits ausverkauft, bevor das Jahr überhaupt begonnen hatte. Das erklärt, warum die Aktie so schnell in neue Rekordregionen laufen konnte.

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Doch nach dem Rekordlauf kamen technische Bedenken auf. Ein Technikanalyst verwies darauf, wie weit sich der Kurs zeitweise von seinem langfristigen Trend (200-Tage-Linie) entfernt hatte – in der Vergangenheit folgten auf ähnlich extreme Abstände teils deutliche Korrekturen innerhalb weniger Monate. Das ist kein Fundamentalkiller, aber ein typischer Nährboden für Gewinnmitnahmen.

Zahlen liefern Rückenwind – und hohe Erwartungen

Fundamental hat Micron zuletzt geliefert. Die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 (veröffentlicht am 17. Dezember 2025) lagen über den Erwartungen und über der eigenen Prognose. Wichtigste Punkte:

  • Umsatz: 13,64 Mrd. USD (Konsens: 12,62 Mrd. USD)
  • Non-GAAP EPS: 4,78 USD (Konsens: 3,77 USD)
  • Non-GAAP Bruttomarge: 56,8%
  • Ausblick Q2 FY2026: Umsatz 18,70 Mrd. USD (± 0,4 Mrd.), Non-GAAP EPS 8,42 USD (± 0,20)

Damit wird klar: Der Markt spielt nicht nur „KI-Fantasie“, sondern preist handfeste Dynamik ein. Gleichzeitig steigt mit solchen Zahlen die Messlatte. Wenn die Erwartungen so hoch liegen, reagieren Kurse auf kleinste Enttäuschungen oft empfindlicher.

Investitionen, Insider-Signale und nächster Termin

Parallel treibt Micron den Kapazitätsausbau an. Im Januar gab es gleich mehrere Schritte, darunter Baustarts für neue beziehungsweise fortgeschrittene Fertigungsprojekte (New York, Singapur) sowie eine Absichtserklärung rund um einen Standort und eine strategische Partnerschaft in Taiwan. Dazu kommt eine erhöhte Investitionsplanung: Die Prognose für die Ausgaben im Geschäftsjahr 2026 wurde auf rund 20 Mrd. USD angehoben (zuvor 18 Mrd. USD). Die Botschaft dahinter: Das Unternehmen will Lieferengpässe adressieren, die offenbar über 2026 hinausreichen.

Bei den Insidern gab es zuletzt ein gemischtes Bild: Ein Top-Manager verkaufte Anfang Februar 25.000 Aktien (rund 9,2% weniger Anteil), während ein Director im Januar 11.600 Aktien zukaufte. Solche Transaktionen können viele Gründe haben – sie unterstreichen hier vor allem, dass nach der Rally unterschiedliche Einschätzungen zur kurzfristigen Bewertung existieren.

An der Börse zeigt sich die Nervosität auch in der jüngsten Bewegung: Auf Wochensicht liegt die Aktie mit -11,47% im Minus, trotz der starken Entwicklung über die vergangenen Monate.

Der nächste Fixpunkt im Kalender steht bereits: Am 11. Februar nimmt Micron an der Wolfe Research Auto, Auto Tech and Semiconductor Conference teil – dort dürften Anleger besonders auf Signale zur HBM-Nachfrage, zur Kapazitätsplanung und zum Timing der Investitionsrendite achten.

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