Micron Technology sichert sich für 1,8 Milliarden Dollar eine hochmoderne Chipfabrik in Taiwan – und zwar sofort einsatzbereit. Während andere Halbleiterfirmen Jahre auf neue Produktionskapazitäten warten müssen, überspringt der US-Speicherchip-Riese die Bauphase und kauft sich direkt in den KI-Boom ein. Die Börse honorierte die Strategie bereits am Freitag mit einem Kurssprung von fast 8 Prozent.

Taiwan-Werk für den KI-Hunger

Am Samstag bestätigte Micron offiziell die Übernahme der P5-Fabrik von Powerchip Semiconductor Manufacturing Corp (PSMC) in Tongluo. Das Werk ist für die Produktion von 300-Millimeter-Wafern ausgelegt und verfügt über rund 28.000 Quadratmeter Reinraumfläche. Der Clou: Die Infrastruktur steht bereits und muss lediglich für Microns DRAM-Produktion umgerüstet werden.

Der Zeitplan ist ambitioniert, aber realistisch. Der Deal soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 will Micron dort in Großserie produzieren – genau dann, wenn die nächste Generation von KI-Rechenzentren und autonomen Fahrzeugen auf den Markt drängt. Tesla-Chef Elon Musk kündigte zeitgleich an, dass der neue "AI5"-Chip ebenfalls 2027 in Massenproduktion gehen soll.

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Finanzielle Flexibilität vorhanden

Mit 12 Milliarden Dollar Liquidität in der Kasse belastet die Übernahme Microns Bilanz kaum. Die 1,8 Milliarden Dollar entsprechen lediglich 15 Prozent der verfügbaren Mittel – eine überschaubare Investition für einen strategischen Vorteil. Zusätzlich zur reinen Kapazitätserweiterung vereinbarten beide Unternehmen eine langfristige Partnerschaft: Micron übernimmt die Weiterverarbeitung nach der Wafer-Produktion, während PSMC weiterhin sein bestehendes DRAM-Portfolio bedient.

Geopolitische Spannungen im Hintergrund

Die Expansion erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Handelskonflikte. Zeitgleich zur Micron-Ankündigung verhängte die US-Regierung 25-prozentige Zölle auf fortschrittliche KI-Chips, die über Drittländer nach China exportiert werden. Analysten von Bernstein schätzen, dass Nvidias Marktanteil in China dadurch von 66 auf 8 Prozent einbrechen könnte.

Für Micron bedeutet das zweierlei: Einerseits wächst die Nachfrage aus US-amerikanischen und verbündeten Märkten weiter stark. Andererseits reduziert sich die Abhängigkeit vom chinesischen Markt, wo lokale Anbieter wie Huawei zunehmend Marktanteile gewinnen. Die Taiwan-Fabrik positioniert Micron geografisch flexibel für unterschiedliche Absatzmärkte.

Nächste Katalysatoren

Investoren sollten den formalen Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal 2026 im Auge behalten. Bereits am 1. April steht die Vorlage der Quartalszahlen an, bei denen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von rund 8,25 Dollar rechnen. KeyBanc bekräftigte nach der Deal-Ankündigung seine Kaufempfehlung und hob das Kursziel an.

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