Micron Aktie: Knappheit treibt Bewertung
Micron profitiert derzeit von einer außergewöhnlich engen Angebotssituation im Speicherchip-Markt, getrieben durch die hohe Nachfrage aus dem KI-Bereich. Die Aktie notiert nahe ihrem 52‑Wochen-Hoch, mehrere große Häuser haben ihre Kursziele deutlich angehoben. Im Zentrum steht die Frage: Wie lange kann der Konzern aus dieser Knappheit noch Zusatzgewinne ziehen?
Deutliche Kurszielanhebungen
Mehrere Investmentbanken haben ihre Modelle an die verschärfte Marktlage angepasst.
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TD Cowen erhöhte das Kursziel von 300 auf 450 US‑Dollar und bleibt bei „Buy“. Die Analysten verweisen auf zunehmende Engpässe bei DRAM- und NAND-Speichern, die Micron anhaltende Preissetzungsmacht sichern sollen. Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten sie einen Gewinn je Aktie von bis zu 33,69 US‑Dollar.
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Stifel passte sein Kursziel von 300 auf 360 US‑Dollar an. Im Fokus steht hier vor allem der Mangel an High Bandwidth Memory (HBM), der für KI-Rechenzentren zentral ist.
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Rosenblatt Securities geht noch weiter und sieht die Aktie bei 500 US‑Dollar.
Einen Gegenpunkt setzt Aletheia Capital, das den Titel am 20. Januar auf „Hold“ herabstufte und dabei auf technische Risiken hinweist. Am übergeordneten positiven Konsens ändert das bislang jedoch wenig.
Historische Verknappung im Speichersegment
Treiber der aktuellen Bewertung ist ein massiver Nachfrageüberhang bei Speicherprodukten. Manish Bhatia, Executive Vice President Global Operations bei Micron, sprach jüngst von einer „wirklich beispiellosen“ Marktsituation.
Kernpunkte:
- Kapazität ausgebucht: Die Produktionskapazitäten für hochperformante KI-Speicherprodukte sind für das gesamte Kalenderjahr 2025 komplett verkauft.
- Anhaltende Engpässe: Branchenexperten rechnen damit, dass die Knappheit deutlich über 2026 hinaus anhält.
- Zukauf in Taiwan: Zur Entschärfung der Lage übernimmt Micron für 1,8 Milliarden US‑Dollar eine Fertigungsanlage in Taiwan von Powerchip Semiconductor Manufacturing Corp (PSMC). Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal 2026 geplant.
Diese Kombination aus ausverkaufter Kapazität und verzögertem Kapazitätsaufbau stützt derzeit Margen und Gewinnperspektiven.
Insiderkauf unterstreicht Zuversicht
Parallel zur Kursrally hat es einen auffälligen Insiderkauf gegeben. Aufsichtsratsmitglied Teyin Liu erwarb am 13. und 14. Januar insgesamt 23.200 Aktien. Das Volumen lag bei rund 7,8 Millionen US‑Dollar.
Es handelt sich um den ersten größeren Insiderkauf am offenen Markt seit 2022. Vor dem Hintergrund, dass die Aktie bereits nahe an Rekordniveaus notiert, werten Marktbeobachter dies als deutliches Signal interner Zuversicht.
Zentrale Kennzahlen im Überblick
Einige aktuelle Daten verdeutlichen die Position des Unternehmens:
- Schlusskurs: 365,00 US‑Dollar (20. Januar), nachbörslich 369,56 US‑Dollar
- 52‑Wochen-Range: Tief 61,54 US‑Dollar, jüngstes Hoch 381,56 US‑Dollar
- Marktkapitalisierung: rund 411 Milliarden US‑Dollar
- Umsatzdynamik: Der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag bei 13,64 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 57 % gegenüber dem Vorjahr
- Bewertung: Die Aktie wird auf Basis der Gewinnschätzungen der nächsten zwölf Monate mit einem Forward-KGV von etwa 10 gehandelt
Am 20. Januar legte die Aktie um 0,62 % zu, obwohl S&P 500 und Nasdaq unter Verkaufsdruck standen. Das unterstreicht die aktuell sehr spezifischen Treiber im Speichersegment.
Ausbaupläne und Kapazitätsperspektive
Um die langfristig hohe Nachfrage bedienen zu können, beschleunigt Micron seine Investitionen deutlich. Am 20. Januar meldete das Unternehmen den Baubeginn eines neuen Halbleiter-Campus im US-Bundesstaat New York. Geplant sind Investitionen von bis zu 100 Milliarden US‑Dollar über die nächsten 20 Jahre.
Wichtige Eckpunkte:
- US-Campus New York: Relevante neue Kapazitäten aus diesem Projekt werden erst ab etwa 2030 erwartet.
- Kurz- bis mittelfristige Entlastung: Die PSMC-Fabrik in Taiwan ist daher der zentrale Hebel, um das Angebot früher zu erhöhen. Zusätzlicher Output aus dieser Anlage dürfte ab der zweiten Jahreshälfte 2027 in nennenswertem Umfang verfügbar sein.
Damit zeichnet sich ab, dass Micron mittelfristig weiterhin von knappen Kapazitäten und hohen Durchschnittspreisen profitieren kann, während großvolumiger Kapazitätszuwachs erst ab Ende der Dekade voll durchschlägt.
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