Micron geht mit einer außergewöhnlichen Ausgangslage in den heutigen Quartalsbericht: Sämtliche Hochleistungsspeicher (HBM) für das gesamte Jahr 2026 sind bereits verkauft. Noch bevor die Zahlen veröffentlicht werden, ist die Umsatzbasis damit weitgehend gesichert — eine Situation, die in der Halbleiterbranche ihresgleichen sucht.

Erwartungen an das zweite Fiskalquartal

Für das zweite Fiskalquartal erwartet Micron einen Umsatz von rund 18,7 Milliarden Dollar — ein Anstieg von mehr als 132 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge soll auf 68 Prozent steigen, nach 37,9 Prozent im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird auf etwa 8,42 Dollar geschätzt, verglichen mit 1,56 Dollar ein Jahr zuvor. Einige Analysten, gestützt auf FactSet-Daten, rechnen sogar mit 19,8 Milliarden Dollar Umsatz und einem bereinigten EPS von 9,19 Dollar.

Entscheidend für die Kursreaktion dürfte weniger das abgelaufene Quartal sein als die Prognose für die kommenden Monate.

Strukturelle Knappheit als Rückenwind

Der Engpass bei KI-Speichern ist erheblich: Laut eigenen Angaben kann Micron nur 50 bis zwei Drittel der Bestellungen seiner größten Kunden erfüllen. Da der Aufbau neuer Produktionsstätten Jahre dauert, rechnen Analysten damit, dass diese Angebotsknappheit bis weit in das Jahr 2027 anhält. Counterpoint Research zufolge stiegen die Preise für DRAM- und NAND-Speicherchips im ersten Quartal 2026 um 90 Prozent gegenüber dem Vorquartal — mit weiteren Preissteigerungen in Aussicht.

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Micron ist der einzige bedeutende US-amerikanische HBM-Hersteller, was dem Unternehmen eine geopolitische Sonderstellung verschafft. Der HBM-Markt bleibt ein enges Oligopol aus drei Anbietern, was strukturelle Überkapazitäten — historisch der größte Feind der Speicherbranche — vorerst verhindert.

Kapazitätsausbau und nächste Generation

Um der Nachfrage gerecht zu werden, hat Micron sein Investitionsbudget für das Fiskaljahr 2026 auf 20 Milliarden Dollar erhöht. Zuletzt übernahm das Unternehmen den P5-Standort von Powerchip Semiconductor in Taiwan, um die Produktionskapazitäten in der Nähe seiner bestehenden Taichung-Werke auszubauen. Parallel laufen Fabrik-Projekte in Idaho und New York, die auf staatliche Förderung durch den CHIPS Act angewiesen sind.

TD Cowen und Robert W. Baird hoben ihre Kursziele vor dem Bericht jeweils auf 500 Dollar an und bestätigten ihre Kaufempfehlungen. Die nächste Wachstumsstufe zeichnet sich bereits ab: HBM4, die nächste Speichergeneration, soll in der zweiten Hälfte 2026 in die Massenproduktion gehen — beginnend mit Lieferungen für Nvidia. Der adressierbare Gesamtmarkt für HBM könnte laut Micron von rund 35 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf etwa 100 Milliarden Dollar bis 2028 wachsen. Die Aktie notiert derzeit nahe ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn rund 49 Prozent zugelegt — im Kurs ist bereits viel Optimismus eingepreist.

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