Japans Bitcoin-Pionier Metaplanet verzeichnet einen Rekordverlust von 95 Milliarden Yen – und hält dennoch unbeirrt an seiner Strategie fest. Während das operative Geschäft boomt, zwingt die Bitcoin-Volatilität das Unternehmen zu massiven Abschreibungen. Gleichzeitig erhält die Bitcoin-Treasury-Bewegung in Japan neuen Auftrieb: Mit Daido Limited steigt ein 147 Jahre alter Industriekonzern in die digitale Vermögensreserve ein.

Operativer Erfolg kollidiert mit Bilanzrealität

Die Geschäftszahlen für das Fiskaljahr 2025 zeichnen ein paradoxes Bild. Der Umsatz explodierte um 738 Prozent auf 8,9 Milliarden Yen (rund 58 Millionen US-Dollar). Der operative Gewinn schoss um etwa 1.700 Prozent auf 6,3 Milliarden Yen nach oben – getrieben vom "Bitcoin Income Business", das mittlerweile die Haupteinnahmequelle darstellt. Das Unternehmen generiert Erträge durch Optionsstrategien auf Basis seiner umfangreichen Bitcoin-Bestände.

Doch unter dem Strich steht eine Nettoverlust von 95,05 Milliarden Yen. Verantwortlich dafür: eine nicht liquiditätswirksame Wertminderung von 102,2 Milliarden Yen auf die Bitcoin-Reserven. Der Bitcoin-Preis war von einem Höchststand nahe 125.000 US-Dollar auf unter 90.000 US-Dollar zum Jahresende 2025 gefallen. Nach geltenden Bilanzierungsstandards müssen digitale Assets zum Marktwert geführt werden – unabhängig davon, ob Coins verkauft werden oder nicht.

35.000 Bitcoin und ehrgeizige Ziele

Metaplanet hält derzeit 35.102 Bitcoin im Wert von etwa 2,5 Milliarden US-Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei rund 107.000 US-Dollar pro Coin. Damit ist das Unternehmen der viertgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter weltweit.

Der "555 Million Plan" sieht vor, die Bestände bis Ende 2026 auf 100.000 Bitcoin und bis 2027 auf 210.000 Bitcoin auszubauen. CEO Simon Gerovich betont, dass der Einsatz von Derivaten – insbesondere der Verkauf von Put-Optionen – Kernbestandteil der Strategie sei. Diese Methode soll Prämieneinnahmen generieren und die effektiven Anschaffungskosten langfristig senken.

Daido Limited: Traditionsindustrie trifft Krypto

Die Nachricht von Daido Limited sorgt für Aufmerksamkeit. Der 1879 gegründete, börsennotierte Industriekonzern kündigte an, Bitcoin im Wert von bis zu einer Milliarde Yen zu erwerben. Das Unternehmen bezeichnet die Kryptowährung als "digitales Gold" zur Absicherung gegen Inflationsrisiken und Yen-Abwertung.

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Für Gerovich ist dies ein Beweis für eine "stille, aber tiefgreifende Transformation". Die wachsende Zahl japanischer Unternehmensadoptierer verleiht Metaplanets These strukturelle Glaubwürdigkeit – auch wenn die Lücke zwischen durchschnittlichen Anschaffungskosten und aktuellem Bitcoin-Preis eine zentrale Herausforderung bleibt.

Aktienkurs unter Druck

Die Investmentbank Cantor Fitzgerald senkte ihr Kursziel von 6 auf 3 US-Dollar, bestätigte aber die "Overweight"-Einstufung. In den vergangenen sechs Monaten stürzte die Aktie um rund 63 Prozent ab. In Tokio schloss sie gestern bei 319 Yen – weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch von 1.930 Yen.

Kritiker werfen dem Management schlechtes Timing vor, insbesondere bei Käufen über 100.000 US-Dollar Ende 2025. Metaplanet startete ein 500 Millionen US-Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm, finanziert durch eine Bitcoin-besicherte Kreditlinie. Bis Oktober 2026 können bis zu 150 Millionen Stammaktien – 13 Prozent des Gesamtbestands – zurückgekauft werden.

Ausblick ohne Gewinnprognose

Für das Fiskaljahr 2026 prognostiziert Metaplanet einen Umsatz von 16 Milliarden Yen und einen operativen Gewinn von 11,4 Milliarden Yen. Eine Nettogewinnprognose veröffentlichte das Unternehmen bewusst nicht – um die vorhersehbare Geschäftsentwicklung von den volatilen Bilanzeffekten durch Bitcoin-Preisschwankungen zu trennen.

Die Bewertung der Aktie wird davon abhängen, ob die operativen Gewinne die Krypto-Volatilität dauerhaft kompensieren können. Am 15. März folgen weitere Details zur Quartalsentwicklung.

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