Meta steht gleich an zwei Fronten unter Beobachtung: In China verschärfen die Behörden den Ton rund um eine wichtige KI-Übernahme, gleichzeitig sorgt der Konzern mit Einschnitten im VR-Geschäft für Unruhe in der Branche. Entscheidend ist nun, ob der KI-Kurs von Mark Zuckerberg trotz dieser Stolpersteine aufrechtzuerhalten ist.

China nimmt Manus-Deal ins Visier

Auslöser der jüngsten Spannungen ist die rund 2 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des KI-Start-ups Manus im Dezember 2025. Das Unternehmen mit chinesischen Wurzeln war von Beijing und Wuhan nach Singapur umgezogen und entwickelt KI-Agenten für internationale Kunden.

Chinesische Behörden haben ihre Untersuchung des Deals nun ausgeweitet. Laut Bloomberg prüfen sie nicht mehr nur mögliche Risiken für nationale Sicherheit und Technologieabfluss, sondern auch mögliche Verstöße gegen Regeln zu grenzüberschreitenden Kapitalströmen, Steuerfragen und Auslandsinvestitionen.

Im Kern geht es um die Frage, ob sensible Daten von Manus bei der Integration in Meta unzulässig ins Ausland geflossen sein könnten. Brisant ist dabei die Praxis des sogenannten „Singapore-washing“: Firmen mit chinesischem Ursprung verlagern ihren Sitz nach Singapur, um sich besser global aufstellen zu können. Manus bot sein Hauptprodukt zwar nie in China an, der Umzug von Mitarbeitern nach Singapur im Juli hatte aber offenbar zusätzliche Alarmglocken bei den Aufsehern ausgelöst.

An der Börse überwog zum Wochenschluss dennoch die Gelassenheit. Nachdem der Kurs zunächst unter Druck geraten war, drehte die Aktie im Tagesverlauf ins Plus und schloss am Freitag bei 659,24 US-Dollar, rund 2,2 % höher. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Zuwachs von gut 6 %, auch wenn die Aktie im Monatsvergleich leicht im Minus liegt.

Reality Labs: Kürzungen im VR-Geschäft

Parallel zu den Regulierungsrisiken sendet Meta im Hardware-Bereich ein klares Sparsignal. In der VR-Sparte Reality Labs hat der Konzern rund 1.000 Stellen abgebaut, etwa 10 % der Belegschaft des Bereichs.

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Betroffen sind vor allem Teams rund um die Quest-Headsets und das Metaverse-Produkt Horizon Worlds. CTO Andrew Bosworth betonte zwar, Meta investiere „weiterhin stark“ in VR, räumte aber ein, dass der Markt „langsamer wächst als erhofft“. Seit Ende 2020 hat Reality Labs bereits über 70 Milliarden US-Dollar an Verlusten angehäuft – ein gewaltiger Einsatz für ein Segment, das noch immer keinen Massenmarkt erreicht.

Marktbeobachter sehen sich bestätigt. IDC-Analyst Jitesh Ubrani beschreibt den Markt für VR-Headsets als Nische: Bestimmte Zielgruppen würden die Geräte weiter nutzen, aber ein breiter Durchbruch sei vorerst nicht in Sicht. Die Kürzungen unterstreichen damit, dass Meta seine Ressourcen strenger priorisiert und unprofitablere Zukunftsprojekte zurechtschneidet.

Strategische Bedeutung der KI-Offensive

Trotz der VR-Bremsspuren bleibt KI das zentrale Wachstumsfeld. Die Manus-Übernahme ist ein wichtiger Baustein in Zuckerbergs KI-Strategie, mit der Meta autonome KI-Agenten und entsprechende Dienste aufbauen will.

Schon 2025 hatte der Konzern massiv in KI-Infrastruktur und Zukäufe investiert – prominent etwa der 14-Milliarden-Dollar-Deal für Scale AI im Juni. Ziel ist es, die eigenen Plattformen von Facebook über Instagram bis WhatsApp mit KI-Funktionen aufzurüsten und neue Erlösquellen zu erschließen.

Gleichzeitig zahlt Meta für diesen Kurs einen Preis an der Börse. Seit der Quartalsbilanz im Oktober, als Finanzchefin Susan Li ankündigte, dass die KI-Ausgaben weiter steigen und die Investitionen 2026 auf über 100 Milliarden US-Dollar klettern könnten, hat die Aktie rund 17 % an Wert verloren. Die aktuellen Regulierungsfragen rund um Manus machen deutlich, dass geopolitische Faktoren für US-Techkonzerne mit chinesisch geprägten Zielobjekten zu einem dauerhaften Risiko geworden sind – auch wenn Analysten es für wenig wahrscheinlich halten, dass Beijing einen bereits abgeschlossenen Deal tatsächlich wieder aufrollen kann.

Ein Blick auf die technischen Kennzahlen zeigt: Mit knapp 659 US-Dollar liegt die Aktie rund 9 % über dem 200-Tage-Durchschnitt und etwa 7 % unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch – ein Hinweis auf eine insgesamt intakte, aber durch Rücksetzer unterbrochene Aufwärtsbewegung.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Die nächste Bewährungsprobe steht bereits fest im Kalender: Am Mittwoch, 28. Januar 2026, nach US-Börsenschluss legt Meta die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Besonders im Fokus des anschließenden Conference Calls (1:30 Uhr PT) stehen:

  • der Ausblick auf die KI-Investitionen im Jahr 2026
  • Fortschritte bei der Integration von Manus in die KI-Plattform von Meta
  • finanzielle und strategische Effekte der Reality-Labs-Restrukturierung
  • die Entwicklung des Werbegeschäfts bei Threads

Analysten bleiben insgesamt optimistisch. An der Wall Street lautet die Konsensbewertung „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 823 US-Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Wells Fargo hat sein Ziel zuletzt zwar von 795 auf 754 US-Dollar gesenkt, hält aber an einer positiven Einstufung („Overweight“) fest. Entscheidend wird nun, ob Meta mit konkreten Zahlen und klaren Prioritäten belegen kann, dass die hohen KI-Ausgaben und die Einschnitte im VR-Bereich den Konzern mittel- bis langfristig tatsächlich stärker machen.

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