Meta Aktie: Atomkraft-Deal
Meta setzt seinen AI-Kurs mit Hochdruck fort – und greift jetzt zur Atomkraft. Parallel dazu rückt ein Zukauf in den Fokus chinesischer Behörden. Im Zentrum steht damit eine doppelte Frage: Wie sichert Meta die enorme Energie für seine KI-Rechenzentren – und wie stark könnte eine Prüfung des Manus-Deals die AI-Pläne ausbremsen?
6,6 GW für Prometheus
Kern der jüngsten Ankündigungen ist Metas Energieoffensive für die „Prometheus“-AI-Datenzentren. Das Unternehmen hat Partnerschaften mit Oklo, TerraPower und Vistra geschlossen, um ab dem späten Jahrzehnt zusätzliche Nuklearleistung ans Netz zu bringen.
Besonders hervor sticht ein geplanter 1,2-GW-Atomcampus in Ohio, den Meta gemeinsam mit Oklo entwickeln will. Der Vorbau soll 2026 starten, der Betriebsbeginn ist für 2030 angepeilt. Ergänzend sichert ein 20-jähriger Stromabnahmevertrag (PPA) mit Vistra Lieferungen aus bestehenden Kernkraftwerken. Die Kooperation mit TerraPower zielt zudem auf die Entwicklung von Natrium-Reaktoren.
Nach Einschätzung von Rosenblatt-Analyst Barton Crockett positionieren diese Vereinbarungen Meta „an der Spitze der Hyperscaler beim Einsatz von Atomkraft“ und reduzieren das Risiko für die langfristige Stromversorgung der KI-Cluster deutlich.
Hintergrund ist der verschärfte Wettbewerb um Energie innerhalb der „Magnificent Seven“. Immer größere AI-Modelle machen Stromverfügbarkeit zum Engpass für den Ausbau von Rechenzentren. Mit der Sicherung von 6,6 GW CO₂-armer Grundlastkapazität versucht Meta, sich von möglichen Netzengpässen ab 2026 abzuschirmen – und sich damit einen Vorteil gegenüber Rivalen zu verschaffen.
Manus-Übernahme unter Beijing-Kontrolle
Auf der anderen Seite der Nachrichtengleichung steht neue regulatorische Unsicherheit aus China. Chinesische Behörden haben eine Sicherheitsprüfung der rund 2 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Manus AI eingeleitet.
Bei Manus handelt es sich nicht um das gleichnamige niederländische Haptik-Unternehmen, sondern um einen in Singapur ansässigen Entwickler „generalistischer AI-Agenten“. Diese Software-Agenten sollen eigenständig komplexe Aufgaben wie Recherche oder Reisebuchungen ausführen – ein Baustein für die nächste Entwicklungsstufe jenseits klassischer Chatbots.
Der Fokus der Untersuchung liegt auf Exportkontroll-Themen. Konkret wird geprüft, wie Kernthechnologie und Fachkräfte aus den früheren Pekinger Aktivitäten von Manus nach Singapur transferiert wurden. Damit rücken mögliche Auflagen oder sogar ein erzwungener Teilrückzug in den Bereich des Möglichen.
Für Meta ist das heikel, weil Manus als Baustein für den Ausbau der sogenannten „Agenten-Ökonomie“ gilt. Die Integration der Technologie in Dienste wie WhatsApp, Messenger und andere Apps der „Family of Apps“ wird als wichtiger Hebel für künftige Monetarisierung gesehen. Einschränkungen durch die chinesische Prüfung könnten diesen Fahrplan verkomplizieren oder verzögern.
Wie Analysten reagieren
Trotz dieser neuen Unwägbarkeiten überwiegt an der Wall Street derzeit die positive Einordnung. Im Kern steht dabei die Einschätzung, dass die Nukleardeals die Basis für Metas massive AI-Investitionen stärken.
Die wichtigsten Punkte der Analysten:
- Rosenblatt Securities bestätigt ein Buy-Rating mit einem im Marktvergleich hohen Kursziel von 1.117 US-Dollar. Begründung: Die Atomstrom-Verträge gelten als entscheidender Schritt, um erwartete Investitionen (Capex) von über 100 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 abzusichern.
- Cantor Fitzgerald setzt das Kursziel auf 750 US-Dollar und betont, die Stromabkommen untermauerten die langfristige AI-Umsatzpipeline.
- Guggenheim bleibt bei 800 US-Dollar, verweist aber ausdrücklich auf die regulatorischen Reibungen in China als Faktor, den es eng zu beobachten gilt.
In der Bewertung spiegelt sich die hohe Erwartungshaltung bereits wider: Meta wird am Markt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 28,8 gehandelt. Das signalisiert einen Wachstumsaufschlag – aber auch Nervosität angesichts der enormen Kapitalbindung für den AI-Ausbau.
Kursbild und Einordnung
An der Börse spiegelt sich das Nachrichtenpaket bislang in einem soliden, aber nicht überhitzten Bild. Die Aktie schloss am Freitag bei 653,06 US-Dollar und liegt damit etwa 7,8 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 708 US-Dollar. Gleichzeitig notiert der Titel klar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten und hat sich in den vergangenen 30 Tagen um 17,5 % nach oben gearbeitet – ein Hinweis auf wiedergewonnenen Rückenwind.
Technisch gesehen bewegt sich die Aktie damit in der Nähe einer Widerstandszone, während der RSI mit 47,1 keinen überkauften Zustand signalisiert. Die erhöhte 30-Tage-Volatilität von annualisiert über 55 % zeigt allerdings, wie sensibel der Markt derzeit auf AI- und Regulierungsschlagzeilen reagiert.
Ausblick: Zwei zentrale Wegmarken
Für die kommenden Wochen rücken zwei Themen in den Vordergrund. Erstens dürfte der anstehende Q4-Bericht entscheidend sein, um Klarheit über die geplanten Investitionen für 2026 zu schaffen – insbesondere, wie aggressiv Meta seine Capex tatsächlich Richtung dreistelliger Milliardenbeträge steuert. Zweitens wird der weitere Verlauf der Manus-Prüfung in China zeigen, wie viel regulatorischer Gegenwind Metas Strategie bei autonomen AI-Agenten global erfährt.
Kurzfristig könnte eine Kombination aus konkreter Capex-Guidance und Fortschritten bei den Nuklearprojekten den positiven AI-Narrativ unterstützen. Kommt es dagegen zu harten Auflagen oder Verzögerungen bei der Manus-Integration, wäre eine Neubewertung der Ertragschancen im Agenten-Geschäft fällig – mit entsprechendem Potenzial für stärkere Kursausschläge in beide Richtungen.
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