Mercedes-Benz Aktie: Gemischte Signale
Ein traditionsreicher Titel für den CLA, aggressive Rabatte auf wichtige Modelle und ein gespaltenes Bild der Analysten: Mercedes-Benz schaltet Anfang 2026 gleich mehrere Gänge hoch. Im Zentrum steht die Frage, ob der Konzern mit dieser Mischung aus Prestige und Preisdruck den Übergang in die neue Modellgeneration sauber schafft. Für die Aktie ergibt sich damit ein komplexes, aber durchaus spannendes Bild.
CLA-Erfolg als Signal für die neue Strategie
In Brüssel gelang Mercedes-Benz ein historischer Erfolg: Erstmals seit 52 Jahren holt ein Modell der Marke wieder den Titel „Car of the Year“. Der neue CLA setzte sich mit 320 Punkten klar gegen Skoda Elroq (220 Punkte) und Kia EV4 (208 Punkte) durch.
Der Preis hat strategische Bedeutung. Der CLA gilt als Speerspitze der „Entry Luxury“-Strategie und nutzt die neue MMA-Plattform (Mercedes Modular Architecture). Besonders hervorgehoben werden:
- 800-Volt-Architektur
- Hohe Effizienzwerte in der neuen Kompaktklasse
- Rolle als technologischer Vorreiter für kommende Modelle
Damit erhält der von Managementseite eingeschlagene Kurs in Richtung effizienter, softwarezentrierter Elektromobilität Rückendeckung von der Fachpresse. Für das Image der Marke ist dieser Titel weit mehr als eine Marketingtrophäe.
Harte Rabattaktion zur Bestandsbereinigung
Parallel zum Prestigegewinn setzt das Management im Vertrieb auf eine deutliche Bereinigung der Lagerbestände. Laut Berichten wurde heute eine umfassende Rabattoffensive für Lagerfahrzeuge gestartet, um Working Capital freizusetzen und den Übergang in den neuen Modellzyklus zu beschleunigen.
Die Rabatte fallen deutlich aus:
- CLA Shooting Brake (Vorgänger): bis zu 30 %
- EQS Limousine: rund 26 % (Vorbereitung auf das Facelift)
- B-Klasse sowie EQA/EQB: etwa 25 %
- S-Klasse und AMG GT: rund 19 %
Am Kapitalmarkt wird dieser Schritt überwiegend als notwendige Bereinigung gewertet. Ziel ist, mit „sauberen Büchern“ und zusätzlichem Cashflow in den Hochlauf der neuen Generation – inklusive CLA und S-Klasse-Modellpflege – zu starten. Gleichzeitig zeigen die hohen Nachlässe auf Top-End-Modelle wie S-Klasse und EQS, dass die Nachfrage im Luxussegment, insbesondere in China und den USA, unter Druck steht.
Analysten und CES: Geteiltes Bild, klare Schwerpunkte
Analystenkommentare unterstreichen die zweigeteilte Lage. Barclays setzt das Kursziel bei 55 Euro und verweist auf die notwendige „Selbstoptimierung“ des Konzerns sowie den Fokus auf stabile Cashflows. Der Konzern soll profitabler und effizienter werden, auch wenn dafür kurzfristig die Margen belastet werden.
Deutlich zuversichtlicher ist Jefferies: Das Haus erhöht das Kursziel auf 65 Euro. Begründung ist vor allem:
- die aktuelle Bewertung,
- die anlaufende Produktoffensive rund um den CLA,
- sowie die kommende S-Klasse-Modellpflege.
Zusätzlichen Rückenwind liefern die jüngsten Auftritte auf der CES 2026 in Las Vegas. Dort stellte Mercedes-Benz den elektrischen GLC erstmals dem US-Publikum vor und kündigte vertiefte Kooperationen mit NVIDIA an – insbesondere für KI-gestütztes Fahren auf Level 2+ und Level 3. Damit unterstreicht der Konzern den Anspruch, Software und Assistenzsysteme zu einem zentralen Differenzierungsmerkmal auszubauen.
Kursbild und technischer Kontext
An der Börse spiegelt sich die Mischung aus Chancen und Risiken in einer vergleichsweise moderaten, aber konstruktiven Kursentwicklung wider. Heute notiert die Aktie bei 60,92 Euro und damit leicht unter dem Vortag, während der Sieben-Tage-Vergleich ein Minus von rund 1,6 Prozent zeigt. Auf Sicht von zwölf Monaten steht jedoch ein Zuwachs von knapp 15 Prozent.
Charttechnisch bewegt sich der Titel derzeit nur wenig über dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,17 Euro und rund 12 Prozent über der 200-Tage-Linie bei 54,46 Euro. Der RSI von 36,3 signalisiert keine überkaufte Situation, eher eine leicht abgekühlte Stimmung nach einem starken Vorjahr.
Ebenfalls auffällig: Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 70,10 Euro beträgt gut 13 Prozent, während das 52-Wochen-Tief bei 47,05 Euro inzwischen fast 30 Prozent entfernt liegt. Die Aktie hat also bereits einen deutlichen Boden ausgebildet, ohne das Hoch der vergangenen zwölf Monate erneut anzugreifen.
Ausblick: S-Klasse-Premiere als nächster Test
Der Januar 2026 besitzt für Mercedes-Benz besondere Symbolkraft: 140 Jahre Automobilgeschichte treffen auf die Transformation zu Elektroantrieben und Software-Plattformen. Operativ rückt nun der 29. Januar 2026 in den Mittelpunkt. Dann feiert die modellgepflegte S-Klasse ihre Weltpremiere – ein Schlüsselereignis für das hochprofitable Top-End-Segment.
Aus Marktsicht ist die Erwartung klar umrissen:
Schafft es die neue S-Klasse, die Attraktivität im Luxussegment zu erhöhen und die heute notwendigen Rabatte auf Premium- und Elektro-Flaggschiffe mittelfristig überflüssig zu machen, könnten Margen und Bewertung spürbar profitieren. Hält die Aktie dabei Kurse oberhalb der Zone um 60 Euro, wäre charttechnisch eine Fortsetzung der Erholung in Richtung 62 bis 64 Euro ein naheliegendes Szenario.
Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercedes-Benz-Analyse vom 09. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Mercedes-Benz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








