Der Bitcoin-Markt gleicht im Februar 2026 einem Schlachtfeld. Mit einem Bitcoin-Kurs, der deutlich unter den durchschnittlichen Produktionskosten der Branche von rund 87.000 US-Dollar notiert, herrscht Eiszeit im Mining-Sektor. Experten sprechen bereits von der gefürchteten „Miner-Kapitulation“. Doch genau in diesem brutalen Umfeld offenbart sich eine faszinierende Divergenz zwischen den beiden Platzhirschen der Branche: Marathon Digital Holdings (MARA) und Riot Platforms (RIOT).

Während Marathon Digital stur an seiner Strategie festhält und als gehebelte Wette auf den Bitcoin-Preis agiert – und dabei jüngst massive Bestände bewegen musste, um liquide zu bleiben –, vollzieht Riot Platforms einen strategischen Schwenk. Der Fokus verschiebt sich erfolgreich in Richtung High-Performance Computing (HPC), gekrönt von einem wegweisenden Deal mit dem Chip-Giganten AMD. Für Anleger geht es heute nicht mehr nur um Hashrate. Es geht um das nackte Überleben, Diversifizierung und die Frage: Wer hat das bessere Geschäftsmodell für den Krypto-Winter?

Blutbad im Mining-Sektor: Wer hält dem Druck stand?

Der Krypto-Markt durchläuft derzeit eine schmerzhafte Korrektur. Der Bitcoin pendelt gefährlich nahe an der 60.000-Dollar-Marke – ein dramatischer Absturz von rund 50 Prozent gegenüber den Höchstständen von etwa 126.000 Dollar Ende 2025. Diese Preisentwicklung drückt den Spotpreis gefährlich weit unter die Gewinnschwelle vieler Miner.

Die Situation spitzt sich zu:
* Die Zange: Die Netzwerk-Schwierigkeit (Difficulty) bleibt hoch, während die Block-Rewards halbiert sind. Der Umsatz pro Exahash ist förmlich implodiert.
* Die Reaktion: Wir erleben eine klassische Marktbereinigung. Ineffiziente Schürfer schalten ihre Maschinen ab, und selbst große Player sind gezwungen, ihre eisernen Reserven zu liquidieren, um den laufenden Betrieb zu finanzieren.

In diesem toxischen Klima reagieren MARA und RIOT auf diametral entgegengesetzte Weise.

Panikverkäufe oder genialer Schachzug?

Die letzten 30 Tage haben die neue Erzählung für beide Aktien definiert und zeigen, wie unterschiedlich die Management-Teams auf die Krise reagieren.

Marathon Digital (MARA): Die Liquiditäts-Alarmglocken

Am 6. Februar 2026 sorgten On-Chain-Daten für Unruhe: Marathon Digital transferierte rund 1.318 BTC (im Wert von ca. 86,9 Millionen Dollar) an verschiedene Gegenparteien, darunter Kreditfirmen und Verwahrstellen.
* Das Signal: Marathon galt historisch als standhafter „HODLer“, der seine geschürften Coins eisern behielt. Dieser Schritt wird vom Markt als potenzielles Notsignal gedeutet. Investoren befürchten, dass MARA Sicherheiten hinterlegen oder Verkäufe tätigen muss, um die operativen Kosten zu decken, da die Mining-Margen tiefrot sind.
* Die Folge: Die Aktie geriet unter massiven Verkaufsdruck, riss eine Kurslücke nach unten und notiert nun unter der psychologisch wichtigen 200-Tage-Linie. Die Angst vor einem schnellen Cash-Burn geht um.

Riot Platforms (RIOT): Der Rettungsanker KI

Ganz anders die Stimmung bei Riot Platforms. Das Unternehmen lieferte am 16. Januar 2026 ein Update, das die Spielregeln verändert. Neben dem Erwerb von Landflächen verkündete Riot den ersten Rechenzentrums-Mietvertrag mit dem Halbleiter-Riesen AMD am Standort Rockdale.
* Das Signal: Dieser Deal validiert Riots lang erwarteten Schwenk hin zum High-Performance Computing (HPC). Durch die Gewinnung eines Blue-Chip-Mieters wie AMD diversifiziert Riot seine Einnahmequellen weg vom volatilen Bitcoin-Preis.
* Die Folge: Riot zeigt relative Stärke. Zwar kann sich die Aktie dem allgemeinen Abverkauf nicht völlig entziehen, doch sie performt deutlich besser als MARA. Die Aussicht auf stabile, wiederkehrende Einnahmen aus KI- und HPC-Workloads wirkt wie ein Fallschirm.

Strategie-Check: Wer hat die besseren Karten?

Die Investment-Thesen für diese beiden Unternehmen waren noch nie so unterschiedlich wie heute. Ein direkter Vergleich der Fundamentaldaten zeigt die Kluft:

Kennzahl Marathon Digital (MARA) Riot Platforms (RIOT)
Primärstrategie Reine Akkumulation: Maximierung der Hashrate und striktes Halten von Bitcoin (HODL). Vertikale Integration: Mining + Energieverkauf + HPC-Hosting (KI).
Bitcoin-Bestand Massiv (~53.000+ BTC): Ein zweischneidiges Schwert; enormer Vermögenswert, aber extremes Volatilitätsrisiko. Moderat (~18.000 BTC): Nutzt Produktion zur Wachstumsfinanzierung; geringeres Bilanzrisiko.
Energie-Strategie Asset-Light/Hybrid: Verlässt sich teils auf Hosting-Partner; höhere Anfälligkeit für variable Strompreise. Infrastruktur-Besitz: Eigene Großanlagen (Rockdale/Corsicana); aktiver Handel mit Stromgutschriften.
Diversifizierung Gering: Umsatz korreliert zu fast 100 % mit dem Bitcoin-Preis. Hoch: Einnahmen aus Mining, Ingenieursleistungen, Stromgutschriften und jetzt HPC (AMD-Deal).
Kosteneffizienz Kämpfend: Hohe Flottenkosten im Verhältnis zum aktuellen Bitcoin-Preis. Führend: Stromgutschriften senken die effektiven Mining-Kosten drastisch.

Wer dominiert das Spielfeld?
Riot Platforms ist derzeit deutlich besser für einen anhaltenden „Krypto-Winter“ aufgestellt. Die Fähigkeit, den Stromverbrauch bei Nachfragespitzen zu drosseln, generiert Energie-Gutschriften, die die Mining-Kosten effektiv subventionieren. Zudem bringt der AMD-Deal einen Einnahmestrom, der nicht mit dem Bitcoin-Kurs korreliert – ein Luxus, den Marathon nicht hat.

Marathon Digital bleibt die „High-Beta“-Wette. Sollte der Bitcoin plötzlich auf 100.000 Dollar zurückschnellen, wird Marathons riesiger Bestand für überproportionale Gewinne sorgen. Doch im aktuellen Umfeld unter 87.000 Dollar steht die Bilanz unter immensem Druck.

Finanz-Duell: Substanz schlägt Spekulation

Anfang Februar 2026 hat sich auch bei der Bewertung eine Wachablösung vollzogen. Die Marktkapitalisierung von Riot Platforms (ca. 4,0 Mrd. USD) hat die von Marathon Digital (ca. 3,0 Mrd. USD) überholt und die historische Rangordnung auf den Kopf gestellt. Dieser Wechsel spiegelt die neue Präferenz des Marktes wider: Stabilität und Infrastruktur werden höher bewertet als reiner Hebel.

  • Cash-Burn-Sorgen: Die jüngsten Bitcoin-Transfers von MARA deuten darauf hin, dass die Liquiditätsposition gestärkt werden muss. Bei negativen Brutto-Mining-Margen (Spotpreis < Kosten) ist technisch gesehen jeder geschürfte Block ein Verlustgeschäft, noch bevor Treasury-Gewinne oder -Verluste berücksichtigt werden.
  • Qualität der Einnahmen: RIOTs Umsatzmix ist überlegen. Das Segment „Energie und Infrastruktur“ fungiert als effektive Absicherung gegen Bitcoin-Abwärtsbewegungen. Mit der Erweiterung der Anlage in Corsicana und der AMD-Partnerschaft wandelt sich RIOT zunehmend in ein breiter aufgestelltes Unternehmen für digitale Infrastruktur.

Der Chart-Krieg: Wo liegen die Kaufzonen?

Beide Aktien befinden sich technisch gesehen im Abwärtstrend und spiegeln den breiteren Krypto-Markt wider, doch die Setups unterscheiden sich signifikant.

Marathon Digital (MARA) – Der Bären-Durchbruch

  • Kursverlauf: Mit einem Kurs um 7,80 Euro (umgerechnet) hat MARA wichtige Unterstützungszonen durchbrochen. Die Aktie handelt signifikant unter ihren 50-Tage- und 200-Tage-Linien.
  • Momentum: Indikatoren wie RSI und MACD sind tief im überverkauften Bereich, doch das Volumen an Verlusttagen bleibt hoch. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger Bestände abstoßen.
  • Schlüsselmarken: Die unmittelbare Unterstützung bei 7,50 Euro ist wackelig. Ein Bruch dieser Marke könnte den Weg bis auf 6,00 Euro ebnen. Widerstand zeigt sich massiv in der Zone zwischen 9,00 und 10,00 Euro.

Riot Platforms (RIOT) – Relative Stärke

  • Kursverlauf: Mit Notierungen nahe 14,50 Euro hält sich RIOT prozentual besser. Zwar liegt auch dieser Titel unter der 200-Tage-Linie, hat aber die Tiefststände von Ende 2025 nicht so aggressiv unterschritten wie MARA.
  • Momentum: Die Aktie zeigt Anzeichen einer Divergenz: Preistiefs werden nicht durch Momentum-Tiefs bestätigt. Das suggeriert, dass „Smart Money“ hier bereits akkumuliert und auf den AMD-Katalysator setzt.
  • Schlüsselmarken: Starke Unterstützung liegt bei 12,50 Euro. Eine Rückeroberung der 16,00-Euro-Marke wäre ein starkes Signal für eine bullische Trendwende und eine Bestätigung der HPC-Strategie.

Chancen und Risiken: Alles oder Nichts?

Marathon Digital (MARA)

  • Die Chance: „Der Katapult-Effekt“. Sollte der Bitcoin die 90.000-Dollar-Marke zurückerobern, dürfte sich MARA aufgrund seines massiven Bitcoin-Bestands und des hohen Hebels schneller verdoppeln oder verdreifachen als jede andere Aktie im Sektor.
  • Das Risiko: „Die Liquiditäts-Spirale“. Fällt der BTC unter 50.000 Dollar, könnte MARA gezwungen sein, Tausende von Bitcoins zu gedrückten Preisen auf den Markt zu werfen. Das würde den Shareholder Value dauerhaft schädigen und eine Abwärtsspirale befeuern.

Riot Platforms (RIOT)

  • Die Chance: „Die KI-Neubewertung“. Wenn der Markt beginnt, RIOT primär als Rechenzentrum/KI-Infrastruktur-Play zu bewerten (die oft mit dem 20-fachen Umsatz gehandelt werden) statt als reinen Miner (oft nur 2-facher Umsatz), könnte sich die Aktie vom Bitcoin entkoppeln und massiv aufwerten.
  • Das Risiko: „Das Ausführungsrisiko“. Der Schwenk zu HPC ist komplex. Verzögerungen beim Ausbau der AMD-Infrastruktur oder Probleme am Standort Corsicana könnten das Vertrauen der Investoren schnell erodieren lassen.

Fazit: Das Urteil für Ihr Depot

Der Vergleich zwischen Marathon Digital und Riot Platforms im Februar 2026 ist eine Studie gegensätzlicher Philosophien.

Marathon Digital ist der ultimative Offensivspieler. Das Unternehmen ist für einen Bullenmarkt gebaut. Aktuell spielt es jedoch Verteidigung mit einer Strategie, die fast ausschließlich auf eine Erholung des Bitcoin-Preises angewiesen ist. Der jüngste Transfer von über 1.300 BTC ist ein Warnsignal, das Anleger nicht ignorieren sollten. Es ist eine Aktie für jene, die den aktuellen Bitcoin-Crash als temporären Ausrutscher sehen und maximale Exponierung für die Erholung suchen.

Riot Platforms hat sich zu einem defensiven und strategischen Kraftwerk entwickelt. Durch die Integration des Energiehandels und die Sicherung des AMD-Deals hat Riot eine Festung gebaut, die den aktuellen Bärenmarktbedingungen standhalten kann. Die Aktie bietet zwar weniger Hebel bei einem plötzlichen Bitcoin-Anstieg, dafür aber signifikant mehr Sicherheit und einen klareren Pfad zum langfristigen Überleben.

Das Verdikt:
* Für Stabilität & Wachstum: Riot Platforms (RIOT) gewinnt aufgrund der Fundamentaldaten, der cleveren Energiestrategie und der bullischen KI-Diversifizierungsstory.
* Für spekulative Rebounds: Marathon Digital (MARA) bleibt das bevorzugte Vehikel für aggressive Trader, die auf eine sofortige V-förmige Erholung des Bitcoin wetten.

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