LyondellBasell zieht die Reißleine. Nach einem verlustreichen Geschäftsjahr reagiert der Chemiekonzern mit einer drastischen Senkung der Dividende und korrigiert zudem seine ambitionierten Nachhaltigkeitsziele nach unten. Der Fokus verschiebt sich spürbar von offensivem Wandel hin zu finanzieller Stabilität und strikter Kostendisziplin.

Krise erzwingt Dividendenkürzung

Hintergrund dieser Entscheidung ist die anhaltende Schwächephase in der Chemieindustrie. Überkapazitäten und eine schwankende Nachfrage belasten die Bilanz massiv: Im Jahr 2025 verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 745 Millionen US-Dollar – ein herber Rückschlag im Vergleich zum Milliardengewinn des Vorjahres. Um die Liquidität zu sichern und die finanzielle Flexibilität zu erhöhen, wurde die Quartalsausschüttung auf 0,69 US-Dollar pro Aktie fast halbiert.

Das Management begründet diesen Schritt als notwendige Reaktion auf den schwierigen Branchenzyklus. Trotz der aktuellen Herausforderungen hält LyondellBasell an dem Ziel fest, über den gesamten Zyklus hinweg 70 Prozent des freien Cashflows an die Aktionäre zurückzugeben. Doch reicht dieser Fokus auf Effizienz aus, um die Marktführerschaft in einer kriselnden Branche nachhaltig zu sichern?

Realismus bei den Klimazielen

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Neben den finanziellen Anpassungen schraubt LyondellBasell auch seine langfristigen Ambitionen zurück. Die Ziele für die Emissionsreduzierung und die Produktion recycelter Polymere bis 2030 wurden gestern deutlich nach unten korrigiert. Statt einer Reduktion der Treibhausgase um 42 Prozent peilt das Unternehmen nun nur noch 32 Prozent an. Auch das Produktionsziel für nachhaltige Kunststoffe wurde von 2 Millionen auf 800.000 Jahrestonnen gesenkt.

Dieser Schritt spiegelt die Notwendigkeit einer disziplinierten Kapitalallokation wider. Man wolle sicherstellen, dass die Ziele im aktuellen Marktumfeld und unter Berücksichtigung regulatorischer Entwicklungen erreichbar bleiben. Parallel dazu treibt der Konzern den Verkauf bestimmter europäischer Geschäftsbereiche voran, was zwar kurzfristig zu Buchverlusten von bis zu 900 Millionen US-Dollar führen kann, aber die Komplexität des Portfolios reduzieren soll.

Anleger reagierten bisher verhalten: Mit einem aktuellen Kurs von 48,08 Euro notiert das Papier zwar deutlich über dem Tief vom Dezember, bleibt aber rund 35 Prozent hinter seinem 52-Wochen-Hoch zurück. Die Auszahlung der neu festgesetzten Dividende ist für den 9. März 2026 geplant. Bis dahin konzentriert sich das Unternehmen auf die Realisierung der angestrebten Kosteneinsparungen in Höhe von 800 Millionen US-Dollar.

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