Lufthansa Aktie: Tarifrisiko belastet
Neue Tarifrunden, mahnende Analystenstimmen und ein nachgebender Kurs – die Lufthansa-Aktie geht mit Gegenwind ins Wochenende. Im Mittelpunkt steht eine Tarifauseinandersetzung, die Kosten und Betrieb gleichermaßen treffen könnte. Wie stark setzt diese Gemengelage den jüngsten Aufwärtstrend unter Druck?
Tarifverhandlungen rücken Risiken in den Vordergrund
Seit dem 19. Januar verhandelt Lufthansa mit der Gewerkschaft Verdi über neue Löhne für rund 20.000 Beschäftigte am Boden. Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 250 Euro für die unteren Lohngruppen. Der zuständige Verhandlungsführer Marvin Reschinsky spricht von „durchaus schwierigen Verhandlungen“ – ein Hinweis darauf, dass eine schnelle Einigung nicht garantiert ist.
Für Anleger bedeutet das gleich mehrere Unsicherheiten:
- mögliche Mehrkosten durch höhere Tarifabschlüsse
- das Risiko von Streiks mit spürbaren operativen Störungen
- verzögerte Planungssicherheit für das Geschäftsjahr
Die Nervosität spiegelt sich im Kurs wider: Nach einem gestrigen Schlusskurs von 8,97 Euro notiert die Aktie heute mit 8,79 Euro etwas schwächer. Damit bleibt die Wochenbilanz zwar noch leicht positiv, die Stimmung ist aber deutlich vorsichtiger.
Die Fakten im Überblick
- Lohnforderung Verdi: +6 %, mindestens 250 Euro für untere Lohngruppen
- Betroffene Mitarbeiter: ca. 20.000 Beschäftigte am Boden
- Aktueller Kurs: 8,79 Euro
- Veränderung 7 Tage: +4,95 %
- Veränderung 30 Tage: -13,86 %
Die Tarifrunde trifft auf ein Umfeld, in dem der Konzern ohnehin mit Kosten- und Margendruck zu kämpfen hat. Vor diesem Hintergrund reagieren Marktteilnehmer sensibel auf jede zusätzliche Belastung.
Analysten sehen begrenztes Aufwärtspotenzial
Parallel zur Tarifdebatte kommt weiterer Gegenwind von der Analystenseite. Bernstein Research belässt seine Einstufung zwar auf „Market-Perform“, setzt das Kursziel jedoch auf 7,75 Euro – und damit spürbar unter das aktuelle Kursniveau.
Die Experten begründen ihre Zurückhaltung mit mehreren strukturellen Belastungsfaktoren:
- anhaltender Druck auf die Margen
- hohe und volatile Treibstoffkosten
- stockende bzw. potenziell konfliktträchtige Tarifverhandlungen
Diese Kombination begrenzt aus Analystensicht das Kurspotenzial kurzfristig. Die Diskrepanz zwischen Marktpreis und Kursziel wirkt als Warnsignal dafür, dass ein Teil der Risiken im Kurs noch nicht vollständig eingepreist sein könnte.
Charttechnik: Stärke gerät ins Wanken
Noch vor wenigen Tagen wirkte die Aktie technisch robust. Der Kurs liegt mit 8,79 Euro weiterhin über dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,52 Euro und auch klar über der 200-Tage-Linie bei 7,65 Euro. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 44,84 Prozent zu Buche, der Abstand zum 52‑Wochen-Tief bei 5,80 Euro beträgt rund 51 Prozent.
Gleichzeitig zeigen die Daten, dass die Dynamik nachgelassen hat:
- 30‑Tage-Performance: -13,86 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch bei 10,20 Euro: -13,86 %
- RSI (14 Tage): 45,2 – neutraler Bereich
Die relative Stärke der vergangenen Monate wird damit auf den Prüfstand gestellt. Technisch bleibt der Aufwärtstrend zwar intakt, doch die Kombination aus Tarifrisiken, Kostenfaktoren und vorsichtigen Analysteneinschätzungen macht weitere Fortschritte deutlich anspruchsvoller.
Fazit: Aufwärtstrend mit Sand im Getriebe
Unterm Strich trifft die Lufthansa-Aktie derzeit gleich von zwei Seiten Druck: Tarifverhandlungen mit Eskalationspotenzial und ein Kursziel von Bernstein Research unter dem aktuellen Niveau. Zugleich signalisiert die Charttechnik, dass der Titel zwar noch im Aufwärtstrend verläuft, dieser aber an Schwung eingebüßt hat.
Kurzfristig dürfte entscheidend sein, ob in den kommenden Verhandlungsrunden mit Verdi eine Lösung absehbar wird, ohne die Kostenstruktur zu stark zu belasten. Gelingt ein tragfähiger Kompromiss, könnte der bestehende Aufwärtstrend bestätigt werden; ziehen sich die Gespräche hin oder kommt es zu Arbeitskämpfen, steigt das Risiko einer deutlicheren Korrektur.
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