Lufthansa Aktie: Barclays drückt Daumen senkrecht
Eine kritische Analystenstimme und neue Risiken im Nahen Osten treffen die Lufthansa gleichzeitig. Während Barclays das Papier deutlich herabstuft, muss der Konzern erneut Routen anpassen und Umwege fliegen. Spannend ist, dass ausgerechnet eine hochkarätige Tech-Partnerschaft mit Starlink diesen Gegenwind kurzfristig nicht auffangen konnte.
Barclays wird skeptischer
Barclays hat seine Einschätzung für Lufthansa am 14. Januar deutlich verschärft. Analyst Andrew Lobbenberg stufte die Aktie von „Equal Weight“ auf „Underweight“ ab – ein klares Signal, die Gewichtung im Portfolio zu reduzieren. Das Kursziel hob er leicht von 7,70 auf 7,80 Euro an, die Botschaft bleibt aber klar: Das Chance-Risiko-Profil sieht die Bank eher kritisch.
Im Fokus der Herabstufung steht das Nordatlantik-Geschäft. Die transatlantischen Routen gelten traditionell als ertragsstarke Säule im Netzwerk der Airline. Barclays sieht hier den Marktoptimismus jedoch als überzogen an und verweist auf zunehmende Herausforderungen auf diesen Strecken.
Statt großer Netzwerkcarrier empfiehlt Lobbenberg Billigflieger und spezialisierte Reisekonzerne. Diese Anbieter seien flexibler, weniger von einzelnen Premiumstrecken abhängig und könnten ihr Angebot schneller an Nachfrageschwankungen anpassen.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Rating-Senkung von „Equal Weight“ auf „Underweight“
- Leichte Kurszielanhebung auf 7,80 Euro
- Kritik am Nordatlantik-Geschäft als bisherige Ertragsstütze
- Präferenz der Analysten für Billigflieger und Reisekonzerne
In der Analystenlandschaft steht Barclays mit seinem Pessimismus nicht alleine, aber auch nicht isoliert. Zuletzt reichte die Spanne der Einschätzungen von „Buy“ (UBS) über „Market-Perform“ (Bernstein Research) bis „Neutral“ (JP Morgan). Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 7,67 Euro und damit leicht unter dem aktuellen Kursniveau.
Nahost-Spannungen belasten Betrieb
Parallel zur Herabstufung belasten geopolitische Risiken den operativen Alltag. Wegen der drohenden Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Lufthansa ihren Flugbetrieb im Nahen Osten eingeschränkt.
Konkret werden von Donnerstag bis Montag die Flüge nach Tel Aviv und ins jordanische Amman nur noch als Tagflüge durchgeführt. Die Crews kehren direkt im Anschluss zurück, Übernachtungen vor Ort entfallen. Vereinzelt kann es dadurch zu Flugstreichungen kommen.
Zusätzlich meidet der Konzern den iranischen und irakischen Luftraum. Alle Airlines der Lufthansa Group umfliegen diese Regionen bis auf Weiteres. Die Flüge nach Teheran bleiben bis einschließlich 28. Januar 2026 ausgesetzt – eine Verlängerung einer bereits seit sieben Monaten bestehenden Unterbrechung. Das erhöht die operative Komplexität und kann Kosten und Flugzeiten steigen lassen.
Starlink als strategischer Lichtblick
Mitten in diese Belastungsfaktoren fiel eine positive Nachricht: Am 13. Januar hat die Lufthansa Group eine strategische Partnerschaft mit Starlink verkündet. Ab dem zweiten Halbjahr 2026 sollen rund 850 Flugzeuge der Gruppe sukzessive mit Highspeed-Internet ausgestattet werden, bis 2029 soll die komplette Flotte umgerüstet sein.
Der Clou: Das neue Konnektivitätsangebot soll für Statuskunden und Travel-ID-Nutzer in allen Reiseklassen kostenfrei sein. Damit positioniert sich der Konzern als größte Airline-Gruppe Europas mit Starlink-Technologie an Bord.
Kurzfristig ändert das zwar nichts an den aktuellen geopolitischen Risiken und der skeptischeren Analystensicht. Mittel- bis langfristig könnte das bessere Bordprodukt jedoch ein wichtiger Baustein im Wettbewerb um Geschäfts- und Privatreisende werden.
Charttechnik und aktueller Kurs
Trotz der jüngsten Rücksetzer ist der übergeordnete Trend nicht vollständig beschädigt. Die Aktie notiert heute bei 8,40 Euro und damit nahe am 50-Tage-Durchschnitt von 8,42 Euro. Der Titel liegt rund 11 Prozent über der 200-Tage-Linie (7,57 Euro), was weiterhin auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet.
Auffällig ist die starke Bewegung im größeren Zeitfenster: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von gut 46 Prozent zu Buche. Gleichzeitig beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 10,20 Euro etwa 18 Prozent, während das Papier rund 47 Prozent über dem 52-Wochen-Tief bei 5,71 Euro notiert. Der RSI von 45,2 signalisiert derzeit ein neutrales Momentum – weder überkauft noch überverkauft.
Fazit: Zwischen Druck und Perspektive
Unterm Strich trifft Lufthansa eine unglückliche Kombination: Eine kritische Neubewertung durch Barclays und operative Einschränkungen im Nahen Osten dämpfen den kurzfristigen Blick auf die Aktie, während die Starlink-Partnerschaft vor allem strategisches Gewicht für die nächsten Jahre hat. Entscheidend wird nun, ob der Konzern mit den am 6. März anstehenden Zahlen für das vierte Quartal 2025 zeigen kann, dass das Kerngeschäft – inklusive der Nordatlantik-Routen – robust genug ist, um geopolitische Belastungen und Skepsis einzelner Analysten zu kompensieren.
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