Der italienische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Leonardo steht vor einem strategischen Paukenschlag. Berichten vom Wochenende zufolge befindet sich der saudi-arabische Staatsfonds PIF in fortgeschrittenen Verhandlungen über ein Investment in die kriselnde Aerostruktur-Sparte. Gleichzeitig präsentiert CEO Roberto Cingolani mit dem KI-gesteuerten Luftabwehrsystem „Michelangelo" eine technologische Neuausrichtung. Zwei Baustellen, ein Ziel: die Aktie aus der Bewertungsfalle holen. Doch reicht das?

Saudischer Staatsfonds will einsteigen

Die entscheidende Entwicklung spielt sich aktuell hinter den Kulissen ab. Der saudische Public Investment Fund (PIF) verhandelt über eine Beteiligung an Leonardos Aerostruktur-Division – jener Geschäftseinheit, die Flugzeugkomponenten für große Hersteller produziert und seit Jahren als Sanierungsfall gilt. Die Gespräche sollen bereits in einem „fortgeschrittenen Stadium" sein.

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Ein Einstieg des Staatsfonds wäre mehr als nur frisches Kapital. Er würde eine strategische Neubewertung der gesamten Industriesparte signalisieren – und womöglich die Tür für eine Sum-of-the-Parts-Aufwertung des Gesamtkonzerns öffnen. Konkrete Zahlen oder Beteiligungshöhen sind zwar noch nicht bekannt, doch allein die Ernsthaftigkeit der Verhandlungen dürfte die Anleger zum Wochenstart elektrisieren.

„Michelangelo": KI-Pivot mit Margenpotenzial

Parallel dazu vollzieht Leonardo einen technologischen Richtungswechsel. Das neu vorgestellte Luftverteidigungssystem „Michelangelo: The Security Dome" setzt vollständig auf Künstliche Intelligenz. Sensoren, Effektoren und Kommandozentralen verschmelzen zu einer vernetzten Schutzarchitektur – eine Antwort auf Systeme wie den „Iron Dome" oder das European Sky Shield.

Die Bedeutung für die Aktie liegt auf der Hand: Während klassisches Rüstungshardware-Geschäft niedrige Margen abwirft, versprechen softwaregetriebene Verteidigungs-Systeme deutlich höhere Profitabilität. Gelingt der Pivot, könnte Leonardo von den Märkten künftig mit einem Tech-Premium bewertet werden – ähnlich wie Palantir oder andere Defense-Tech-Player.

Joint Venture liefert erste Erfolge

Die industrielle Konsolidierung trägt bereits Früchte. Anfang November sicherte sich das Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall den ersten Auftrag für die italienische Armee: 21 gepanzerte Fahrzeuge vom Typ „A2CS Combat". Die Kombination aus Rheinmetalls „Lynx"-Plattform und Leonardos „Hitfist"-Türmen zeigt, dass die Partnerschaft operativ funktioniert.

Dieser konkrete Vertragsabschluss reduziert das Ausführungsrisiko – ein häufiges Problem bei länderübergreifenden Rüstungsfusionen. Zugleich positioniert sich das Joint Venture für weitere europäische Exportaufträge in einem wachsenden Markt.

Bewertungsfalle oder Chance?

Die Gemengelage ist komplex: Einerseits könnte der PIF-Deal die strukturellen Probleme der Aerostruktur-Sparte lösen und Kapital für Innovationen freisetzen. Andererseits bleibt unklar, zu welchem Preis und unter welchen Bedingungen die Saudis einsteigen. Die „Michelangelo"-Offensive verspricht langfristig höhere Margen, doch die Entwicklungskosten und der Wettbewerb im Defense-Tech-Sektor sind erheblich.

Am Montag dürfte die Aktie volatil starten. Die Frage ist, ob die Märkte die strategische Neuausrichtung als Befreiungsschlag oder als riskante Neuerfindung werten.

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