Intel geht mit viel Erwartungsdruck ins neue Jahr. Kurz vor der wichtigen CES-Keynote in Las Vegas sorgen ein Milliardeninvestment von Nvidia, gemischte Signale im Foundry-Geschäft und der Start einer neuen Prozessorgeneration für Diskussionsstoff. Für Anleger stellt sich vor allem die Frage, ob Intel damit im KI-Zeitalter wieder Boden gutmachen kann.

Nvidia-Geld mit Haken

Am Freitag legte die Aktie rund 6,9 % zu und schloss bei 39,38 US‑Dollar. Damit notiert der Titel auf Jahressicht gut doppelt so hoch wie vor zwölf Monaten und exakt auf seinem neuen 52‑Wochen-Hoch. Der Kurs spiegelt damit klar die gestiegene Erwartungshaltung an die kommenden Schritte des Konzerns wider.

Treiber der jüngsten Bewegung ist eine bestätigte Kapitalzufuhr über 5 Milliarden US‑Dollar durch Nvidia im Rahmen einer Privatplatzierung. Das frische Geld stärkt zwar die Liquidität und verbessert Intels Spielraum für Investitionen, ist aber klar an das Foundry-Geschäft gekoppelt. Genau dort prallen jedoch positive und negative Signale aufeinander.

Während der Deal in Finanzkreisen als strategische Absicherung gewertet wird, hat Reuters zugleich berichtet, dass Nvidia die Tests auf Intels 18A-Fertigungsprozess seit Dezember 2025 pausiert hat. Das wirft Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit von Intels Auftragsfertigung im Vergleich zu TSMC auf und relativiert den vermeintlich freundlichen Schulterschluss der beiden Chipriesen. Unterm Strich entsteht ein Bild, in dem Intel zwar Kapital gewinnt, aber um das Vertrauen in seine Foundry-Technologie kämpfen muss.

Auch auf institutioneller Ebene ist das Bild uneinheitlich. SoftBank hat im vergangenen Quartal seinen Anteil deutlich ausgebaut und rund 87 Millionen zusätzliche Aktien im Volumen von etwa 2,9 Milliarden US‑Dollar erworben. Gleichzeitig haben andere Adressen wie Rexford Capital und Altus Wealth Group laut jüngsten Meldungen den Großteil ihrer Positionen abgebaut und über 90 % bzw. rund 80 % verkauft. Das unterstreicht, wie unterschiedlich die Perspektiven auf Intels mittelfristige Chancen derzeit ausfallen.

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Panther Lake als Antwort auf den KI-Druck

Hintergrund der strategischen Hektik ist der wachsende Abstand zu den führenden KI-Playern. Intel meldete für das dritte Quartal 2025 Erlöse von 13,7 Milliarden US‑Dollar. Nvidia hingegen stellt für sein Geschäftsjahr 2026 einen Quartalsumsatz von 65 Milliarden US‑Dollar in Aussicht – ein Plus von 65 % gegenüber dem Vorjahr. Die Börse bewertet Nvidias Dominanz bei KI-Beschleunigern entsprechend deutlich höher als Intels traditionelles x86-Kerngeschäft.

Mit der neuen Core Ultra Series 3, Codename „Panther Lake“, versucht Intel im PC-Segment gegenzuhalten. Die Prozessorfamilie, die am Montag auf der CES 2026 offiziell vorgestellt wird, wird als großer Generationssprung bei der KI-Leistung für mobile Systeme positioniert. Wichtiger Baustein ist dabei die NPU (Neural Processing Unit), die speziell für lokale KI-Aufgaben wie Sprachmodelle oder Bildverarbeitung optimiert ist.

Partner aus der Hardware-Branche, darunter GMKtec, haben bereits erste Produktlinien mit Panther-Lake-Chips angekündigt und wollen vom Trend zum „AI PC“ profitieren. Intel zielt damit insbesondere auf Druck von Qualcomm und dessen Snapdragon X2 Elite sowie potenziellen neuen ARM-basierten Wettbewerbern, die den klassischen Laptop-Markt angreifen.

Parallel versucht der Konzern im GPU-Bereich über den Preis Terrain zu gewinnen. Die Arc B570 wurde zuletzt auf 199 US‑Dollar gesenkt und klar als Budget-Alternative positioniert – in einem Umfeld, das von hochpreisigen, margenstarken KI-GPUs dominiert wird. Das zeigt, wie stark Intel derzeit zwischen Volumen- und High-End-Strategie balanciert.

Ausblick: CES-Keynote als nächste Nagelprobe

Am Montag, 5. Januar 2026, um 15:00 Uhr Pacific Time richtet sich der Blick der Märkte auf Intels CES-Auftritt. Entscheidend werden konkrete Leistungsdaten zu Panther Lake sein, insbesondere zur Effizienz und Rechenleistung der NPU bei typischen KI-Workloads direkt auf dem Gerät. Hier muss Intel zeigen, dass man nicht nur marketingseitig, sondern auch technisch zur Konkurrenz aufschließen kann.

Trotz des jüngsten Kursanstiegs bleiben Analysten eher zurückhaltend: Das aktuelle Konsensbild liegt im Bereich „Reduce“ bis „Hold“, mit einem mittleren Kursziel um 36,50 US‑Dollar und damit unter dem jüngsten Schlusskurs. Die Kombination aus Nvidia-Investment, pausierten 18A-Tests und der hohen Erwartung an die CES sorgt für ein Umfeld erhöhter Schwankungen. Die anstehende Präsentation dürfte maßgeblich bestimmen, ob der jüngste Ausbruch über die gleitenden Durchschnitte – der Kurs liegt rund 18 % über dem 50‑Tage- und rund 60 % über dem 200‑Tage-Schnitt – durch belastbare Fundamentaldaten untermauert wird oder vorerst eine spekulative Vorwegnahme bleibt.

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