Intel Aktie: Analysten treiben Fantasie
Intel steht kurz vor den Q4-Zahlen – und mehrere Analysten drehen den Daumen deutlich nach oben. Neue Kaufempfehlungen und teils stark angehobene Kursziele nähren die Hoffnung auf eine echte Trendwende beim Chipriesen. Im Zentrum stehen der technologische Fahrplan, das Foundry-Geschäft und die wachsende Nachfrage durch KI-Anwendungen.
Starke Upgrades vor den Quartalszahlen
Auslöser der aktuellen Neubewertung sind frische Analystenkommentare kurz vor dem Zahlenwerk für das vierte Quartal 2025.
Seaport Research Partners stuft Intel von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und setzt mit 65 US‑Dollar das aktuell höchste Kursziel an der Wall Street. Analyst Jay Goldberg verweist vor allem auf den technologischen Fortschritt und die Produktpipeline:
- Das Fertigungsverfahren „Intel 18A“ wird als „hoch leistungsfähig“ eingeschätzt
- Die kommenden „Panther Lake“-Prozessoren sollen kurzfristig Marktanteile zurückholen
- PC-Hersteller (OEMs) und Auftragsfertiger (ODMs) zeigen starkes Interesse an den neuen Chips
- Zusätzlich sieht Seaport Chancen, externe Foundry-Kunden zu gewinnen, weil TSMC mit Kapazitätsengpässen kämpft
Die Hochstufung spiegelt die wachsende Zuversicht wider, dass Intel verlorene Marktanteile im PC- und Enterprise-Segment gegenüber AMD zumindest teilweise zurückholen kann.
Auch HSBC dreht deutlich an der Stellschraube. Analyst Frank Lee hebt seine Einschätzung von „Reduce“ auf „Hold“ an und verdoppelt das Kursziel nahezu von 26 auf 50 US‑Dollar. Der Fokus liegt hier klar auf der Server-Seite und dem KI-Boom.
Lee rechnet damit, dass die Nachfrage nach Server-CPUs durch den Aufstieg sogenannter „agentischer KI-Systeme“ deutlich zunimmt. Während KI bislang oft als simpler Assistent agierte, erwartet er zunehmend autonome Systeme, die selbstständig Aufgaben planen und ausführen. Dafür werden mehr allgemeine Rechenkapazitäten benötigt – ein Umfeld, in dem Intel wieder stärker punkten könnte. Entsprechend geht Lee von einem Wachstum der Serversendungen von 15 bis 20 % im Jahr 2026 aus, weit über den Konsensschätzungen von rund 4 bis 6 %.
Deutliche Outperformance am Markt
Die positive Analystenwelle schlägt sich auch im Kursverlauf nieder. Gestern schloss die Aktie bei 48,41 US‑Dollar und liegt damit nur knapp unter ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 48,72 US‑Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs in etwa mehr als verdoppelt, während der breitere Markt deutlich verhaltener unterwegs war.
Auffällig ist vor allem die Dynamik der vergangenen Monate: Gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 16,61 US‑Dollar hat sich der Wert massiv erholt, der Kurs liegt rund 191 % darüber. Damit läuft die Aktie derzeit weit über ihren gleitenden Durchschnitten, was die starke Erholungsbewegung der jüngsten Zeit unterstreicht.
Q4-Zahlen als nächster Prüfstein
Am 22. Januar 2026 legt Intel die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor. Optionenpreise deuten darauf hin, dass der Markt mit deutlichen Schwankungen rechnet – Bewegungen von knapp 9 % nach oben oder unten sind eingepreist.
Im Fokus der Investoren stehen dabei mehrere Kernpunkte:
- Ausblick auf PC- und Data-Center-Umsätze: Entscheidend ist, ob sich die erwartete Erholung im PC-Markt und die KI-getriebene Servernachfrage bereits in der Guidance widerspiegeln.
- Fortschritt bei Intel 18A: Hier geht es um konkrete Aussagen zu Ausbeute, Zeitplan und Produktionskapazität – ein zentraler Baustein der Turnaround-Story.
- Traktion im Foundry-Geschäft: Der Markt will sehen, ob Intel tatsächlich externe Kunden für Fertigung und Packaging gewinnen kann.
- Roadmaps für Panther Lake und Nova Lake: Klare Timelines und Leistungsversprechen sind wichtig, um das Vertrauen in die Produktstrategie zu stärken.
Wie weit die jüngsten Analysten-Upgrades tragen, hängt maßgeblich davon ab, ob Intel diese Punkte mit Zahlen und belastbaren Aussagen unterfüttern kann.
Foundry-Geschäft als Joker – und Risiko
Eine Schlüsselrolle in der künftigen Bewertung spielt das Foundry-Geschäft. Hier versucht sich Intel als Auftragsfertiger für andere Chipdesigner zu etablieren – in direkter Konkurrenz zu Taiwan Semiconductor.
Die Chancen sind klar: Kapazitätsengpässe bei TSMC öffnen eine Tür, um Kunden zu gewinnen, die zusätzliche Fertigungs- oder Packaging-Kapazitäten suchen. Gleichzeitig bleibt das Segment kapitalintensiv und kostspielig im Betrieb, während die Konkurrenz technologisch stark ist.
Strategisch zentral ist in diesem Zusammenhang die Investition von 28 Milliarden US‑Dollar in neue Chipfabriken im US‑Bundesstaat Ohio, angekündigt bereits 2022. Gelingt es, diese Werke planmäßig hochzufahren und mit namhaften Foundry-Kunden auszulasten, hätte Intel ein wichtiges Argument, sich als ernsthafte Alternative zu den asiatischen Fertigungsgiganten zu positionieren.
In den kommenden Monaten dürften daher insbesondere konkrete Kundenankündigungen, Fortschrittsberichte zum Bau der Ohio-Fabs und belastbare Aussagen zum Zeitplan entscheidend sein, ob die aktuelle Zuversicht in einen nachhaltigen Repricing der Intel-Aktie mündet.
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