Starke KI-Zahlen, neue Sensoren, verlängerte Vorstandsverträge — Infineon hat kurz vor dem Wochenende gleich auf mehreren Feldern Fakten geliefert. Das Bild, das dabei entsteht, ist ambitioniert. Und es hat einen Haken.

KI-Rechenzentren als Wachstumsmotor

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte der Münchner Halbleiterkonzern 3,66 Milliarden Euro Umsatz — sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das zweite Quartal werden rund 3,8 Milliarden Euro angepeilt. Besonders bemerkenswert: Der Umsatz mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren soll im Gesamtjahr auf 1,5 Milliarden Euro klettern, eine halbe Milliarde mehr als bisher in Aussicht gestellt. Bis 2027 werden in diesem Segment sogar 2,5 Milliarden Euro erwartet.

Den technologischen Unterbau liefert Infineon mit dem neuen XENSIV-Sensor TLE4978, der am 17. März vorgestellt wurde. Der kernlose, isolierte Magnetstromsensor adressiert ein konkretes Problem: Moderne Siliziumkarbid- und Galliumnitrid-Plattformen schalten mit immer höheren Frequenzen — und brauchen Messtechnik, die damit Schritt hält. Anwendungsfelder reichen von der Elektrofahrzeug-Ladetechnik bis zu KI-Servern, deren Energiebedarf bis 2030 pro Chip auf über vier Kilowatt steigen soll. Auf der APEC-Messe in Texas, die am 22. März beginnt, präsentiert Infineon seine Power-Management-Lösungen einem internationalen Fachpublikum.

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Automotive schwächelt, Langzeitziele verfehlt

Automotive bleibt mit einem Weltmarktanteil von 13,5 Prozent das umsatzstärkste Segment. Allerdings stocken die Bestellungen aus diesem Bereich — ebenso wie aus der Industrie. Das Spannungsfeld zwischen boomenden KI-Aufträgen und schwächelnder klassischer Nachfrage prägt den Konzern gerade spürbar.

Hinzu kommt: Infineon wird seine eigenen Langfristziele auch im laufenden Geschäftsjahr klar verfehlen. Zehn Prozent durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum und eine operative Marge von 25 Prozent hatte das Unternehmen versprochen. Davon ist der Konzern weit entfernt — Analysten erwarten für 2026 im Schnitt rund 15,9 Milliarden Euro Umsatz, was einem Plus von knapp sieben Prozent entspräche.

Immerhin: Die Führungskontinuität ist gesichert. CEO Jochen Hanebeck und CFO Sven Schneider bekommen ihre Verträge vorzeitig bis 2032 verlängert, der formale Aufsichtsratsbeschluss folgt im Mai.

Nächster Test am 6. Mai

Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 19 Prozent verloren und notiert knapp über ihrem 200-Tage-Durchschnitt bei 37,34 Euro — ein fragiles Gleichgewicht. Am 6. Mai legt Infineon die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird auch der Abschluss der rund 570 Millionen Euro teuren Übernahme der ams-OSRAM-Sensorsparte erwartet, die direkt zum Ergebnis beitragen soll. Ob die KI-Strategie die Lücke zu den eigenen Zielvorgaben schließen kann, dürfte an diesem Tag deutlicher werden.

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