Roche hat gleich auf zwei Feldern Fakten geschaffen: Die jahrzehntealten Genussscheine existieren nicht mehr, und neue klinische Daten aus der Immunologie deuten auf einen weiteren Wachstumstreiber hin. Beides zusammen zeichnet das Bild eines Konzerns im gezielten Umbau.

Kapitalstruktur neu geordnet

Seit dem 17. März werden an der SIX Swiss Exchange keine Roche-Genussscheine mehr gehandelt. Sie wurden durch Partizipationsscheine ersetzt — eine Folge der schweizerischen Aktienrechtsreform. Der Tausch erfolgte automatisch im Verhältnis 1:1, die neuen Papiere laufen unter dem Tickersymbol „ROP". Wirtschaftlich ändert sich für Inhaber nichts: Dividendenansprüche und Ansprüche auf etwaige Liquidationserlöse bleiben identisch zu denen der Inhaberaktien. Lediglich Halter physischer Zertifikate müssen aktiv werden, um ihre Dividendenberechtigung zu sichern.

Auf der Generalversammlung vom 10. März stimmten die Aktionäre zudem der 39. aufeinanderfolgenden Dividendenerhöhung zu — auf 9,80 CHF je Aktie. Verwaltungsratspräsident Severin Schwan wurde mit 97,75 % der Stimmen im Amt bestätigt.

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Vielversprechende Daten aus der Immunologie

Parallel dazu veröffentlichte Roche im New England Journal of Medicine detaillierte Ergebnisse der Phase-III-Studie ALLEGORY. Untersucht wurde Obinutuzumab (Gazyva/Gazyvaro) bei systemischem Lupus erythematodes — einer Autoimmunerkrankung, für die es bislang kaum zielgerichtete Therapien gibt.

Die Zahlen sind bemerkenswert: 76,7 % der behandelten Patienten erreichten nach 52 Wochen eine klinisch relevante Verbesserung, gegenüber 53,5 % in der Placebogruppe. Die Remissionsrate wurde mit Obinutuzumab mehr als verdoppelt. Roche plant nun die Einreichung bei FDA und EMA. Bei Zulassung wäre es die erste Typ-II-Anti-CD20-Therapie für diese Indikation überhaupt.

ALLEGORY ist dabei nicht isoliert zu betrachten. Drei weitere positive Phase-III-Studien — REGENCY, INShore und MAJESTY — stützen Obinutuzumab als potenziellen Pfeiler einer Immunologie-Strategie, mit der Roche bislang hinter seiner starken Onkologie-Sparte zurückstand.

Kurs unter Druck

Die Aktie selbst spiegelt das positive Nachrichtenumfeld derzeit nicht wider. Mit einem Minus von rund 20 % innerhalb von 30 Tagen notiert sie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 409,45 GBP. Der RSI liegt bei 35,6 — ein Niveau, das auf überverkaufte Bedingungen hindeutet. Immerhin hält der Kurs knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 318,25 GBP, was als mittelfristige Unterstützungszone gilt. Ob die Immunologie-Pipeline und die abgeschlossene Kapitalreform ausreichen, um die Stimmung zu drehen, wird sich zeigen, sobald Roche konkrete Zulassungszeitpläne für Obinutuzumab kommuniziert.

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