UBS hat Infineon von „Kauf" auf „Neutral" herabgestuft und das Kursziel auf 45 Euro gesenkt. Die Begründung trifft den Konzern an einer empfindlichen Stelle: China-Risiken, skeptische KI-Prognosen und drohender Margendruck — ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die operative Basis eigentlich solide wirkt.

Drei Kritikpunkte der UBS

Rund 30 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet Infineon in China. Genau dort schwächeln die Pkw-Verkäufe, während lokale Chiphersteller Marktanteile gewinnen. Für die UBS-Analysten ist das ein strukturelles Problem, kein vorübergehendes.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Infineon?

Hinzu kommt die Skepsis gegenüber den KI-Ambitionen des Konzerns. Das Management peilt für 2026 KI-Umsätze von 1,5 Milliarden Euro an — ein Volumen, das nach Einschätzung der UBS ein Kapazitätswachstum erfordern würde, das den Gesamtmarkt deutlich übersteigt. Zudem rechnet die Bank bis 2028 mit einem Rückgang der bereinigten Bruttomarge. Die Aktie notiert aktuell bei rund 40 Euro und damit gut 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 47,03 Euro, das Ende Februar erreicht wurde.

Starke Marktstellung als Gegengewicht

Das operative Bild erzählt eine andere Geschichte. Im ersten Geschäftsquartal steigerte Infineon den Umsatz um sieben Prozent auf 3,66 Milliarden Euro und übertraf damit die eigenen Prognosen. Analysten von Bernstein verweisen auf Marktanteile von 32 Prozent bei Automotive-Mikrocontrollern und 29 Prozent bei Leistungshalbleitern — Positionen, die sich nicht schnell aushöhlen lassen.

Bernstein sieht Infineon zudem gut positioniert im wachsenden Markt für KI-Server-Stromversorgung, wo der Stromgehalt pro Server zwischen 2024 und 2027 erheblich steigen dürfte. Ergänzend dazu läuft Anfang März ein begrenztes Aktienrückkaufprogramm an, und die Verträge von CEO Jochen Hanebeck wurden verlängert — beides Zeichen interner Stabilität.

Quartalsbericht im Mai als nächster Prüfstein

Wie stark die China-Schwäche das Wachstum tatsächlich bremst, wird sich am 6. Mai zeigen, wenn Infineon die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt. Im Sommer kommt mit der neuen Smart Power Fab in Dresden zusätzliche Fertigungskapazität hinzu — ein konkreter Baustein, um dem Margendruck mittelfristig entgegenzuwirken. Der Mai-Bericht wird zeigen, ob das operative Fundament stark genug ist, um die Abstufung als verfrüht erscheinen zu lassen.

Infineon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Infineon-Analyse vom 13. März liefert die Antwort:

Die neusten Infineon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Infineon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Infineon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...