IBM steht plötzlich dort, wo es weh tut: beim Kerngeschäft rund um alte, aber unverzichtbare IT-Systeme. Auslöser ist nicht ein eigener Fehler, sondern ein neues KI-Werkzeug von Anthropic, das ein lukratives Modernisierungsfeld schneller und billiger machen soll. Die entscheidende Frage dahinter: Wie stark trifft Automatisierung das Beratungsmodell rund um Legacy-Systeme?

Anthropic trifft einen Nerv: COBOL-Modernisierung per KI

Am Montag stellte das KI-Startup Anthropic „Claude Code“ vor – ein Tool, das speziell die Modernisierung von COBOL automatisieren und beschleunigen soll. COBOL ist zwar alt, aber noch immer tief in kritischen Systemen verankert, etwa bei Banken, in der Luftfahrt oder im öffentlichen Sektor. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Entwickler, die diese Sprache beherrschen, weil viele aus der ursprünglichen COBOL-Generation in Rente gehen.

Genau hier setzt Anthropic an: „Claude Code“ soll die typischen Vorarbeiten der Modernisierung übernehmen – also Codebasis erkunden, Abhängigkeiten analysieren, Workflows dokumentieren und Ausführungspfade nachzeichnen. Was bisher häufig „Heerscharen“ an Beratern über Jahre beschäftigte, könnte laut Darstellung des Anbieters in Quartalen statt in Jahren erledigt werden.

Warum Anleger nervös reagieren

Für IBM und andere große IT-Berater sind Wartung und Erneuerung solcher Altsysteme ein relevantes Geschäft. Wenn KI die Projektlaufzeiten verkürzt, sinkt im Umkehrschluss das Volumen an abrechenbaren Stunden – und damit der Hebel klassischer Consulting-Modelle. Diese Sorge traf den Markt offenbar ins Mark: Der Rücksetzer am Montag fiel zweistellig aus. Auch Wettbewerber wie Accenture und Cognizant gerieten im Sog der Meldung unter Druck.

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Das erklärt auch, warum die Reaktion so heftig ausfiel: Es geht weniger um ein einzelnes Produkt-Feature, sondern um die mögliche Verschiebung der Wertschöpfung. Wenn KI künftig Datenflüsse zwischen Modulen besser kartiert und Risiken über Tausende Codezeilen schneller erkennt, braucht es für bestimmte Projektphasen deutlich weniger Personal.

Starke Zahlen – trotzdem unter Druck

Bemerkenswert ist der Kontrast zur jüngsten operativen Entwicklung. Noch Ende Januar hatte IBM mit robusten Ergebnissen für das vierte Quartal 2025 Wachstum in Software und Infrastruktur gemeldet, dazu zweistellige Zuwächse bei Jahresgewinn und Free Cashflow. Trotzdem zeigen die letzten Monate: Im Software- und IT-Umfeld reicht inzwischen oft schon die Aussicht auf schnellere KI-Automatisierung, um etablierte Erlösströme infrage zu stellen.

Am Dienstag notiert die Aktie bei 191,40 Euro und liegt damit auf 7-Tage-Sicht rund 12% im Minus – ein Hinweis darauf, wie schnell der Markt diese neue Unsicherheit eingepreist hat.

Im Fokus bleibt nun, ob sich „Claude Code“ in der Praxis als echter Produktivitätshebel durchsetzt – und wie stark sich Modernisierungsprojekte dadurch von personalintensiver Beratung hin zu stärker standardisierten, KI-gestützten Abläufen verschieben.

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