IBM startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Nach einer starken Entwicklung 2025 rückt nun eine Mischung aus höherem Kursziel, neuer Software-Initiative und bevorstehenden Quartalszahlen in den Fokus. Entscheidend ist dabei die Frage: Wie viel zusätzliches Wachstum traut der Markt dem Konzern durch KI und Cloud-gesteuerte Geschäftsmodelle tatsächlich zu?

Höheres Kursziel von Bank of America

Bank of America hat sein Kursziel für die IBM-Aktie von 315 auf 335 US-Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Bewertung stützt sich auf ein erwartetes Verhältnis von Unternehmenswert zu Free Cashflow von 23 für das Kalenderjahr 2027.

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In der aktualisierten Analyse werden die Annahmen leicht nach oben gesetzt:

  • Umsatzschätzung 2025: Anhebung von 66,9 auf 67,1 Milliarden US-Dollar
  • Erwarteter Free Cashflow 2025: 14,0 Milliarden US-Dollar
  • Erwarteter Free Cashflow 2026: rund 15 Milliarden US-Dollar
  • Non-GAAP-Gewinn je Aktie 2025: Anpassung auf 11,32 US-Dollar

Auffällig ist, dass der zugrunde gelegte Multiple von 23 über der historischen Spanne von 8 bis 22 (Median: 13) liegt. Der Analyst begründet diese Prämie mit einer verbesserten Wachstumsperspektive und einer robusten Free-Cashflow-Entwicklung, die vor allem durch Red Hat getrieben wird. Aus Marktsicht ist das ein klares Signal: IBM soll sich weg vom reinen „Value-Titel“ hin zu einem verlässlicheren Wachstums- und Cashflow-Lieferanten entwickeln.

IBM Sovereign Core: Fokus auf KI-Souveränität

Parallel dazu setzt IBM mit einem neuen Software-Angebot ein strategisches Zeichen. Am 15. Januar stellte das Unternehmen „IBM Sovereign Core“ vor, nach eigener Darstellung die erste „AI-ready“ Software-Plattform mit explizitem Fokus auf digitale Souveränität.

Adressiert wird ein wachsender Bedarf von Unternehmen und Behörden, technologische Infrastrukturen selbst zu betreiben und gleichzeitig strenge regulatorische Vorgaben einzuhalten. Die Lösung soll es Organisationen ermöglichen,

  • Cloud-native Anwendungen und KI-Workloads unter eigener Hoheit zu betreiben,
  • sich an zunehmend komplexe regulatorische Anforderungen anzupassen,
  • sowie Zugriffsrechte und Daten-Governance fein granular zu steuern.

Für den Start arbeitet IBM mit europäischen IT-Dienstleistern zusammen, darunter Cegeka in Belgien und den Niederlanden sowie Computacenter in Deutschland. Die Tech-Vorschau beginnt im Februar 2026, die breite Verfügbarkeit ist zur Jahresmitte geplant. Damit positioniert sich IBM gezielt in einem Marktsegment, das von Datenschutz, Regulierung und nationaler bzw. europäischer Datenhoheit geprägt ist – ein Feld, das vor allem für die öffentliche Hand und regulierte Branchen relevant ist.

Kursentwicklung und Ausgangslage vor den Zahlen

Die Aktie liegt derzeit klar über ihren mittelfristigen Durchschnittswerten. Am Freitag schloss der Titel bei 305,67 US-Dollar, was einem Plus von gut 18 % auf Sicht von 30 Tagen und rund 41 % auf Zwölfmonatssicht entspricht. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch ist mit gut 2 % gering – die Erwartungshaltung im Vorfeld der Zahlen ist also bereits im Kurs sichtbar.

Fundamental stützt vor allem das zuletzt gemeldete Zahlenwerk diese Bewertung. Im dritten Quartal erzielte IBM einen Umsatz von 16,33 Milliarden US-Dollar und übertraf damit den Konsens um 230 Millionen US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,65 US-Dollar rund 0,20 US-Dollar über den Erwartungen. Besonders wichtig für den mittelfristigen Ausblick: Das KI-Geschäft verfügt über einen kontrahierten Auftragsbestand von 9,5 Milliarden US-Dollar, davon rund 80 % aus Beratungsprojekten. Das zeigt, dass IBM nicht nur KI-Software verkauft, sondern über Services tief in Kundenprojekte eingebunden ist – ein Modell, das wiederkehrende Erlöse und eine engere Kundenbindung ermöglicht.

Ausblick auf die Q4-Zahlen

Am 28. Januar legt IBM die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann wird sich zeigen, ob das Unternehmen die von Bank of America nach oben angepassten Annahmen untermauern kann und ob der KI-getriebene Auftragsbestand sich zunehmend in Umsatz und Free Cashflow niederschlägt. Für Anleger ist damit klar umrissen, worauf der Markt in den kommenden Tagen schauen wird: Wachstumsdynamik, Cashflow-Entwicklung und erste Signale, wie Angebote wie IBM Sovereign Core im Kundendialog ankommen.

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