IBM und Lam Research haben am 10. März eine fünfjährige Forschungskooperation angekündigt, die zu den ambitioniertesten Halbleiter-Partnerschaften der jüngeren Geschichte zählt. Das Ziel: Chiparchitekturen unterhalb der 1-Nanometer-Grenze. Gleichzeitig steht die Aktie unter erheblichem Druck — ein Widerspruch, der einen genauen Blick lohnt.

Was hinter der Partnerschaft steckt

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht IBMs Albany NanoTech Complex im US-Bundesstaat New York. Dort sollen gemeinsam mit Lam-Technologien neue Materialien, Ätz- und Abscheidungsverfahren sowie High-NA-EUV-Lithografieprozesse entwickelt werden. Das klingt abstrakt, hat aber eine klare industrielle Logik: Die in Albany validierten Prozessabläufe sollen später von kommerziellen Chipherstellern wie TSMC übernommen werden — genau so, wie es bei früheren IBM-Projekten zu 7-Nanometer- und Nanosheet-Technologien lief.

Bis zur Massenproduktion ist es allerdings ein weiter Weg. Sub-1nm-Prozesse, die jetzt in Albany beginnen, dürften frühestens Anfang der 2030er-Jahre in die Volumenfertigung einfließen. Die Partnerschaft ist also ein Langfristprojekt — relevant für IBMs strategische Positionierung, aber kein kurzfristiger Kurstreiber.

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Der Kursrückgang und seine Ursachen

Die Aktie notiert aktuell rund 13 Prozent unter dem Stand vom Jahresbeginn und hat sich damit deutlich von ihrem 52-Wochen-Hoch entfernt. Auslöser des Kursrückgangs war eine Ankündigung des KI-Unternehmens Anthropic: Dessen Tool „Claude Code" soll die Modernisierung von COBOL-Code erleichtern — einer Programmiersprache, bei der IBM traditionell eine starke Marktstellung hält. Investoren interpretierten das als Bedrohung für IBMs Beratungsgeschäft.

Analysten, die ihre Kaufempfehlungen aufrechterhalten, sehen das differenzierter. Bank of America Securities bekräftigte am 10. März nach einem Gespräch mit dem IBM-Management seine Kaufempfehlung. Die These dahinter: IBMs eigentlicher Wachstumsmotor ist nicht die Beratungssparte, sondern das KI- und Hybrid-Cloud-Softwaregeschäft. Das generative KI-Auftragsvolumen belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf mehr als 12,5 Milliarden US-Dollar; der freie Cashflow erreichte mit 14,7 Milliarden US-Dollar den höchsten Wert seit einem Jahrzehnt und soll 2026 um weitere eine Milliarde steigen.

Quantencomputing als Perspektive

Neben der Halbleiterforschung arbeitet IBM an einem weiteren Langfristprojekt: CEO Arvind Krishna hat angekündigt, bis 2029 den ersten großskaligen Quantencomputer liefern zu wollen. Für Branchen wie Pharma oder Ingenieurwesen könnte das erhebliche Konsequenzen haben — für die aktuelle Kursdiskussion ist es jedoch noch kein Faktor.

Das Bild, das sich ergibt, ist das eines Unternehmens mit solider Cashflow-Basis und breitem Technologieportfolio, dessen Aktie nach dem Rücksetzer nun vor allem daran gemessen wird, ob das KI-Softwaregeschäft die Erwartungen erfüllt. Die nächsten Quartalsergebnisse werden zeigen, ob das Beratungsrisiko tatsächlich so begrenzt bleibt, wie Analysten es derzeit einschätzen.

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