Neuaufträge im Wert von 4,71 Milliarden Euro — ein Plus von 62 Prozent — stehen einem Umsatzwachstum von knapp 10 Prozent gegenüber. Hensoldt wächst rasant auf dem Papier, kämpft aber damit, dieses Wachstum auch in reale Lieferungen umzumünzen. Mit drei konzertierten Maßnahmen versucht der Rüstungselektronik-Konzern nun, seine gesamte Lieferkette gleichzeitig zu entsperren.

Chips, Optronik und Ingenieure: Die Dreifachstrategie

Den Anfang macht die Halbleiterversorgung. Ein frisch unterzeichneter Vertrag mit United Monolithic Semiconductors sichert Hensoldt 900.000 Galliumnitrid-Bauteile bis 2030 — jene Hochleistungschips, die das technologische Herzstück der Radarsysteme bilden. Besonders relevant ist das für das TRML-4D-Radar, das im Rahmen der European Sky Shield Initiative an mehrere europäische Länder geliefert wird und bis zu 1.500 Ziele gleichzeitig auf 250 Kilometer Entfernung verfolgen kann.

Parallel dazu greift Hensoldt in die Lieferkette ein: Am 5. März unterzeichnete das Unternehmen eine Übernahmevertrag für den niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco. Das Unternehmen mit rund 140 Mitarbeitern in Venlo und Eindhoven fertigt seit zwei Jahrzehnten Komponenten für Hensoldt-Periskope — eine gewachsene Partnerschaft, die den Integrationsprozess erleichtern soll. Der Abschluss ist für Mitte 2026 geplant, vollständig aus bestehenden Mitteln finanziert.

Der dritte Baustein adressiert den Engpass, den kein Zukauf allein löst: Fachkräfte. Hensoldt hat eine formelle Rekrutierungsvereinbarung mit AUMOVIO geschlossen, einem Continental-Spin-off, das weltweit bis zu 4.000 Stellen abbaut. An den süddeutschen Standorten in Ulm, Lindau und Markdorf sind bis zu 600 Mitarbeiter betroffen — viele mit genau dem Profil, das Hensoldt sucht: Systems Engineering und Softwareentwicklung. Die geografische Nähe zu Hensoldts eigenen Werken macht den Wechsel für Betroffene praktikabel. Die Vereinbarung läuft bis Ende 2026.

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Solide Zahlen, aber die Lücke bleibt

Finanziell steht Hensoldt gut da. Die bereinigte EBITDA-Marge von 18,4 Prozent übertraf das eigene Ziel, der freie Cashflow kletterte auf 347 Millionen Euro. Für 2026 prognostiziert das Management einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent.

Das strukturelle Problem bleibt dennoch sichtbar: Der Auftragsbestand von 8,83 Milliarden Euro — mehr als das Dreifache des Jahresumsatzes — zeigt, wie groß der Rückstau ist. Hensoldt hat angekündigt, zwischen 2025 und 2027 rund eine Milliarde Euro in den Kapazitätsausbau zu investieren. Ob die drei Maßnahmen schnell genug wirken, zeigt sich schrittweise: Am 26. März folgen die geprüften Konzernabschlüsse, am 6. Mai die Q1-Zahlen — die ersten konkreten Daten darüber, ob sich die Investitionen bereits in kürzeren Lieferzeiten niederschlagen.

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