Gold startet mit Schwung ins Jahr 2026 und knüpft direkt an die außergewöhnliche Entwicklung des Vorjahres an. Nach der starken Hausse 2025 bleibt das Edelmetall gefragt – getragen von Zinssenkungsfantasie, einem schwächeren US-Dollar und zunehmenden geopolitischen Spannungen. Wie stabil ist dieser Aufwärtstrend zum Jahresauftakt?

Zinswende als zentraler Treiber

Im Mittelpunkt steht die Geldpolitik der US-Notenbank. Nach dem starken Anstieg 2025 bleibt die Erwartung weiterer Lockerungen der wichtigste Impuls für den Goldpreis. Der Leitzins liegt aktuell in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, doch der Markt kalkuliert bereits zusätzliche Senkungsschritte ein.

Barclays rechnet konkret mit zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte im März und Juni 2026. Andere Häuser wie Navellier & Associates gehen noch weiter und halten bis zu vier Schritte im Jahresverlauf für möglich.

Das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung im Dezember zeigt zwar unterschiedliche Meinungen zum Tempo, aber einen klaren gemeinsamen Nenner: Angesichts rückläufiger Inflation und zunehmender Risiken am Arbeitsmarkt signalisiert die Fed grundsätzliche Offenheit für weitere Lockerungen.

Die Konsequenz:
- Der US-Dollar steht unter Druck und hat 2025 den größten Jahresrückgang seit acht Jahren verzeichnet.
- Gold wird für Investoren außerhalb des Dollarraums günstiger und gewinnt als Alternativanlage an Attraktivität.

Im aktuellen Umfeld notiert Gold bei rund 4.410 US-Dollar je Feinunze und damit spürbar über seinem 50-Tage-Durchschnitt von gut 4.248 US-Dollar. Der seit Jahresanfang flache Verlauf (YTD 0,00 Prozent) verdeckt, dass die Rally zuvor bereits extrem dynamisch verlaufen ist.

Geopolitische Risiken stützen die Nachfrage

Neben der Zinsfantasie wirkt die geopolitische Lage als zweiter wichtiger Preistreiber. Zum Jahreswechsel hat sich der Russland-Ukraine-Konflikt weiter verschärft. Berichte über massive Drohnenangriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur und ein tödlicher Angriff im besetzten Cherson mit 24 Opfern verstärken die Suche nach als sicher geltenden Anlagen.

Parallel dazu nehmen die Spannungen in Asien zu. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat die Allianz mit Russland als „unbesiegbar“ bezeichnet und Truppenentsendungen bestätigt. Diese Kombination aus regionalen Konflikten und militärischer Rhetorik erhöht die Unsicherheit.

Institutionelle Investoren reagieren, indem sie Absicherungspositionen im Edelmetallbereich nicht nur halten, sondern ausbauen. Gold profitiert hier klassisch von seiner Rolle als Krisenwährung.

Goldman Sachs mit ambitioniertem Kursziel

Zusätzlichen Rückenwind erhält die Stimmung durch sehr optimistische Einschätzungen großer Investmentbanken. Besonders auffällig: Goldman Sachs sieht den Goldpreis bis Dezember 2026 bei 4.900 US-Dollar und empfiehlt eine Strategie „Long Gold, Short Oil“.

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Die Begründung der Bank basiert auf drei zentralen Punkten:

  • Starke Zentralbankkäufe:
    Rund 70 Tonnen Gold pro Monat werden derzeit von Notenbanken absorbiert – ein dauerhaft hoher Nachfrageblock.

  • Unterinvestition in Portfolios:
    In US-Portfolios sind im Schnitt nur 0,17 Prozent in Gold-ETFs investiert. Daraus leiten die Analysten ein erhebliches Nachholpotenzial ab, falls Investoren ihre Allokation erhöhen.

  • Sorge vor finanzieller Repression:
    Die hohe Staatsverschuldung und die Furcht vor einer schleichenden Entwertung von Fiat-Währungen stärken die Nachfrage nach physischem Gold als Wertspeicher.

Diese Argumente greifen direkt in das bestehende Narrativ der Märkte: Edelmetalle sollen in einem Umfeld sinkender Zinsen, hoher Schulden und politischer Konflikte Stabilität bieten.

Markttechnik und Umfeld

Trotz der positiven Grundstimmung gibt es auch bremsende Faktoren. Die CME Group hat angesichts der erhöhten Schwankungen die Margin-Anforderungen für Gold-Futures angehoben. Höhere Sicherheiten verteuern spekulative Positionen und können kurzfristig extreme Ausschläge dämpfen.

Aus technischer Sicht bleibt der Trend klar aufwärtsgerichtet. Der Goldpreis liegt aktuell rund 3,8 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, der Relative-Stärke-Index (RSI) bei etwa 57 signalisiert weder Überhitzung noch Schwäche. Der Markt bewegt sich damit in einem konstruktiven, aber nicht überkauften Bereich. Der nächste relevante Widerstandsbereich wird im Umfeld von 4.400 bis 4.450 US-Dollar gesehen; das jüngste 52-Wochen-Hoch liegt bei 4.562 US-Dollar, der Abstand dazu beträgt gut 3 Prozent.

Im breiteren Markt zeigen sich ähnliche Muster: Der britische Leitindex FTSE 100 hat erstmals die Marke von 10.000 Punkten überwunden, während Silber noch dynamischer unterwegs ist und Gold zum Jahresstart deutlich outperformt.

Fazit: Intakter Aufwärtstrend mit klarer Unterstützungszone

Unterm Strich bleibt der Goldmarkt in einem intakten, steilen Aufwärtstrend. Der Bereich um 4.275 bis 4.280 US-Dollar gilt dabei als zentrale Ausbruchs- und Unterstützungszone. Solange dieses Niveau verteidigt wird, verläuft der Weg des geringsten Widerstands weiterhin nach oben. Die Märkte spielen aktuell ein Szenario, in dem sinkende Zinsen, ein schwächerer Dollar und wachsende geopolitische Risiken zusammenkommen – ein Umfeld, das Gold strukturell in die Karten spielt.

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